22.05.2010

CIC*** Wiesbaden: Michi macht's - Michael Jung wiederholt Vorjahressieg

von Uta Helkenberg

Wiesbaden (fn-press). Während sich viele der Akteure des Internationalen Pfingstturniers noch bei der Vorbereitung auf ihren Einsatz waren, befindet sich ein Teil von ihnen schon auf der Rückreise. Die Vielseitigkeitsreiter haben ihren Sieger bereits ermittelt: Michael Jung aus Horb. Der 27-Jährige wiederholte im Schlosspark nicht nur seinen Vorjahreserfolg, sondern setzte noch einen drauf, indem er sich noch die silberne Schleife in der internationalen Drei-Sterne-Prüfung holte.

Der Sieg des von den meisten als Favoriten gehandelten Jung mit Weidezaunprofi's River of Joy kam wenig überraschend. Bereits nach Dressur hatten die Deutschen Vizemeister die Führung übernommen, leisteten sich lediglich einen Abwurf am letzten Sprung des Parcours und machten als letzte Starter im Gelände den Sack zu (Endstand 37,0 Minuspunkte). Dass für den EM-Dritten Jung noch ein zweiter Platz mit Leopin hinzukommen sollte, war nach den ersten beiden Prüfungen dagegen noch nicht abzusehen gewesen. Beide starteten am Samstagmorgen als "Vorreiter" in das rund 3.200 Meter lange Gelände durch den Schlosspark und bewiesen Parcourschef Rüdiger Schwarz (Warendorf) und den zahlreich erschienen Zuschauern, dass eine Nullrunde innerhalb der erlaubten Zeit möglich ist. "Gelände ist Leopins Paradedisziplin, er denkt mit, hat gute Reflexe. Ich hatte schon gehofft, nach der Dressur (Platz 16) weiter nach vorne zu kommen. Aber mit dem zweiten Platz habe ich nicht gerechnet", sagte Jung später. Doch mit Ausnahme von ihm selbst mit River of Joy war im Verlauf der Prüfung kein weiteres Paar mehr in der Lage, das vorgelegte Endergebnis von 51,4 Minuspunkten zu unterbieten.

Einer der vorher wohl noch überraschter von seiner Platzierung war, war der Drittplatzierte. Der Erste nach Jung war ein ganz Junger: Benjamin Winter (21), Mitglied der Warendorfer Perspektivgruppe. Der gebürtige Dortmunder gab in Wiesbaden mit Wild Thing Z sein Drei-Sterne-Debüt und war neben Jung mit Leopin der Einzige, der die dreiteilige Prüfung mit dem Dressurergebnis (52,4) beenden konnte. "Als ich am Donnerstag hierher gefahren bin, war es mein einziges Ziel, mein erstes CIC*** gut zu beenden", sagte Winter. "Dass ich hier Dritter werden würde, hätte ich nie im Leben gedacht."

Mit seiner Leistung ließ Benjamin Winter reichlich Vielseitigkeits-Prominenz hinter sich: Simone Deitermann (Saerbeck), mit Free Easy NRW gerade erst Zwölfte in Badminton, mit ihrem Flambeau H (52,6/Platz vier), Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster), die nach einem gelungenen Dressurstart mit FRH Butts Abraxxas (56,8/Platz vier), Pech im Springen und einer souveränen Geländerunde auf Platz fünf landete (56,8), Pau-Sieger Dirk Schrade (Sprockhövel) mit King Artus (58,2/Platz sechs) und Kai Rüder (Blieschendorf) mit dem ehemaligen Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde Saaten-Unions Libero (61,2/Platz sieben). Winter war aber nicht der einzige Nachwuchsreiter, für den sich Wiesbaden als gutes Pflaster erwies. So landete auf Platz acht mit Franziska Roth (20, Dörpen) die Jüngste im Starterfeld. Als eines von nur drei Paaren hatten sie und Dictus J eine Nullrunde im Parcours absolviert und bestätigten diese Leistung am Samstag mit einer schnellen, fehlerfreien Geländerunde (63,2). Pech hatte dagegen Winters Perspektivgruppenkollegin Sandra Auffahrt. Sie schied nach einem guten Start - Platz zwei beziehungsweise vier nach Dressur und Gelände - mit Opgun Louvo im Gelände aus und landete mit Lord Lauries nach zwei Verweigerungen auf Platz 24. "Es war wieder ein tolles Turnier mit einem tollen Atmosphäre. Die Geländestrecke hat mir noch besser gefallen als im letzten Jahr", sagte Hans Melzer (Putensen). Auch mit dem Abschneiden seiner Kaderreiter war der Bundestrainer zufrieden. "Sie haben unsere Erwartungen erfüllt, Michael Jung natürlich im Besonderen." Gleichzeitig freute sich Hans Melzer über das Abschneiden der Nachwuchsreiter. "Benjamin und Franziska haben einen tollen Job gemacht und Sandra hat heute einfach einen schlechten Tag erwischt", so der Bundestrainer. Damit sieht es ganz so aus, als sollte sich der Wunsch von Benjamin Winter schon bald erfüllen: "Ich würde gerne in Luhmühlen starten."


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