11.07.2010
Deutsche Mannschaftsmeisterschaft Vielseitigkeit: Sieg für Weser-Ems
von Uta Helkenberg
Hünxe (fn-press). Die Mannschaft Weser-Ems hat im rheinischen Hünxe die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft Vielseitigkeit gewonnen. Von der Dressur an übernahmen Julia Krajewski (Nordhorn) mit Lost Prophecy, Franziska Roth (Dörpen) mit Dictus J, Ina Tapken (Ganderkesee) mit London-Return OLD und Tomke Ehlers (Lemwerder) mit FRH Leoberta die Führung und ließen sich diese bis zum abschließenden Springen nicht streitig machen.
Die Silbermedaille ging an die Hannoveraner Mannschaft in der Besetzung Maike Schonart (Salzhausen) mit Finally Fast, Nadine Marzahl (Munster) mit Chanell, Henning Würz (Bad Segeberg) mit Paulchen Panther und Constantin von Ziegner (Stelle) mit Don Juan M. Das Quartett hatte mit Platz vier nach Dressur begonnen und sich mit vier Nullrunden im Gelände auf den zweiten Platz verbessert. Im Springen blieb allerdings keiner fehlerfrei. Besonders betroffen war Maike Schonart. Sie hatte nach Dressur und Springen die Einzelwertung der als internationale Zwei-Sterne-Kurzprüfung ausgeschriebenen Mannschaftsmeisterschaft angeführt und fiel mit drei Abwürfen am Ende auf Rang neun zurück. Für die Mannschaftswertung bedeutete das einen Abstand auf Weser-Ems von mehr 20 Punkten, aber immer noch Platz zwei.
Denn ganz ungeschoren kamen auch die nachfolgenden Teams im Springen nicht davon. Von Platz zwei über vier auf drei führte die Prüfung das Team vom Gastgeber Rheinland. So hatten Franca Lüdeke (Bonn) mit Parlando, Freya Füllgraebe (Krefeld) mit Oje Oje, Roland Harting (Königswinter) mit Lux und Europameisterschaftsteilnehmer Kai-Steffen Meier (Waldbröl) mit Pretty Darling CD im Gelände ihren zweiten Platz kurzfristig an Hannover und Schleswig-Holstein abtreten müssen. Im Springen gelang jedoch der Sprung zurück aufs Treppchen. Dabei profitierten die Rheinländer auch vom Pech des Schleswig-Holsteiner Teams, das im Springen auf Marie Kraack (Eutin) verzichten mussten. Die bis dahin auf Platz zehn rangierende Junioren-Doppeleuropameisterin stellte ihren Sinestro am Sonntag nicht zur Verfassungsprüfung vor, wodurch ihre Mannschaft vom dritten auf den fünften Platz zurückfiel. Mit knappem Abstand mussten die Holsteiner zudem noch der Mannschaft aus Baden-Württemberg den Vortritt lassen. Die vier Reiterinnen aus dem Ländle brachten im Springen keine Stange zu Fall und rückten damit vom sechsten auf den vierten Platz vor.
Tröstlich für den Vorjahressieger Schleswig-Holstein: Mit Julia Mestern (Neritz) mit FRH Schorsch hatten sie die Zweitplatzierte in der CIC**-Einzelwertung in ihren Reihen. Der Sieg ging allerdings wie auch der Mannschaftswertung nach Weser-Ems: Julia Krajewski, Mitglied der Warendorfer Perspektivgruppe Vielseitigkeit und gerade erst Siebte beim Weltcupturnier im polnischen Strzegom, erwies sich nicht zuletzt dank ihrer Nullrunde im Springen als Nummer eins im Starterfeld. Dritte wurde ihre Teamkollegin Franziska Roth, die sich in Hünxe nach dem Deutschen Meistertitel bei den Jungen Reitern nun auch den Mannschaftstitel freuen konnte. Insgesamt war es der fünfte Sieg eines Teams aus Weser-Ems seit der Eigenständigkeit der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Jahr 1995. "Das war eine starke Leistung. Meine Mädels haben wirklich verdient gewonnen", freute sich Mannschaftsführerin Simone Böckmann (Lastrup), die selbst 1988 als erste Frau den deutschen Meistertitel in der Vielseitigkeit holte, über die Weser-Emser Frauen-Power in Hünxe.
Die zweite Abteilung des CIC** konnte die Schwedin Sara Algottson-Ostholt (Warendorf) gewinnen. Die Ehefrau von Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt landete mit Wega einen Start-Ziel-Sieg. Ostholt selbst wurde im Sattel von Sir Medicott Sechster mit dem westfälischen Team. Insgesamt gingen 109 Paare im CIC** an den Start, darüber hinaus bewarben sich 104 Teilnehmer um Sieg und Platz im ebenfalls zweigeteilten CIC*. Volles Programm also für den Veranstalter und die Helfer, die allein am Samstag bei höchstsommerlichen Temperaturen über neun Stunden lang die Geländeprüfung am Laufen hielten.
Quelle

Zitieren