08.08.2010

DJM/Nachwuchschampionat Fahren: Erfolgreiche Premiere mit 126 Startern
Erstmals Titelträger in Viernheim ermittelt



von fn-press
Viernheim (fn-press). Dichtes Gedränge hat auf dem Siegerpodest im Rahmen der erstmals ausgetragenen Deutschen Jugend-Meisterschaft U 25 im Fahren bei der Viernheimer Kutschengilde geherrscht. Zwölf Medaillenträger strahlten als sie die Medaillen überreicht bekamen. Zusätzlich wurden Titel im ersten Deutschen Nachwuchschampionat U 16 vergeben.

Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften ging der Titel bei den Pony-Einspännern an Susanne Rachner (Neuburg an der Donau), die in allen Teilprüfungen zu überzeugen wusste. Nach einem dritten Platz in der Dressur und Platz vier im Gelände konnte sie sich einen Abwurf in dem von Parcourschef Wilhelm Wörner (Groß Umstadt) kreierten und nicht einfachen Parcours leisten. Hinzu kam, dass ihre größte Konkurrentin, Sarah Ruckert aus Hessen, sich neben einen Abwurf auch noch eine leichte Zeitüberschreitung leistete. Nach Platz zwei in der Dressur und im Gelände gab es für Rica Reithmeier (Herford) nach 6,5 Punkten im Kegelparcours die Bronzemedaille. Der Abstand zur viertplatzierten Pia Grundmann (Fredenbeck) betrug nur ganze 0,02 Punkte.

Bei den Pony-Zweispännern gab es einen Startzielsieg des Bayern Maximilian Forster (Wendelstein). Er hatte die Dressur überlegen vor dem Mitfavoriten Marco Freund (Dreieich) und Thomas Schuppert (Bösdorf) gewonnen. Auch nach einem 15. Platz im Gelände behielt er die Führung in dem 34 Teilnehmer umfassenden Starterfeld. Eine souveräne abschließende Nullrunde sicherte dem jungen Bayern den Titel vor Thomas Schuppert und Fabian Gänsehirt (Meißenheim). Die Mitfavoriten Marco Freund und auch Sven Kneifel (Wunstorf) kippten im Gelände um, aber es blieb ohne ernsthafte Folgen für Ponys und Besatzung. Auf dem undankbaren vierten Platz, knapp an einer Medaille vorbei, platzierte sich die Hessin Nina Schäfer. Die erste Titelträgerin bei den Einspännerpferden ist Katja Helpertz (Leichlingen), die im Hindernisfahren die bis dahin führende Christin Schlubeck noch abfing.

Überlegen fiel der Titelgewinn bei den Zweispänner-Pferden für Carola Diener (Lähden) aus. Die Stallmeisterin des mehrfachen Vierspännerweltmeisters Christoph Sandmann hatte am Ende einen satten Vorsprung von über zehn Punkten auf den zweitplatzierten Sven Kunkel (Modautal) und den Bronzemedaillengewinner Daniel Stötzer (Erfurt). In einer überragenden Dressur legte Carola Diener den Grundstein für ihren Erfolg. Im Gelände verwaltete sie diesen Vorsprung mit Geschick und ihre abschließende fehlerfreie Fahrt im Kegelparcours rundete ihren spektakulären Auftritt ab. Auch Sven Kunkel und Daniel Stötzer waren bereits in der Dressur weit vorne zu finden und hielten ihre Positionen im Spitzenfeld auch nach dem Gelände. Beide kamen mit nur einem Abwurf aus dem Parcours und zogen damit an den vor dem Hindernisfahren vor ihnen liegenden Jaqueline Heinecke (Bösdorf/12 Strafpunkte) und auch Anna Sandmann (Lähden) vorbei. Die Tochter von Christoph Sandmann kam mit 6 Punkten aus dem Parcours und fiel damit von Platz zwei auf den fünften Rang zurück.

Den von Jürgen Matthies gestifteten Länderpokal gewann das Team aus Bayern in der Besetzung Jana Wehr, Susanne Rachner, Maximilian Forster und Katharina Dam. Hessen und Sachsen-Anhalt folgten in der Mannschaftswertung auf den Plätzen zwei und drei. Insgesamt neun Ländermannschaften waren bei der Meisterschaft U 25 in Viernheim am Start.

Bei dem in der Klasse A ausgetragenen Nachwuchschampionat U 16 ging der Titel bei den Pony-Einspännern an Kerstin Möllers (Emsdetten), die vor allem ein überragendes Gelände fuhr. In jedem Hindernis gab es für die junge Fahrerin aus Westfalen die Bestzeit. Silber ging an Anne-Marie Schulz (Fleetmark), die ihre stärksten Auftritte bei ihrem Sieg im Hindernisfahren hatte. Henrik Thiemann (Saerbeck) holte sich Bronze. Der Sohn des mehrfachen Deutschen Meisters der Ponyvierspänner war in allen Teilprüfungen immer ganz vorne zu finden.

Neben den üblichen Prüfungen Dressur, Gelände und Hindernisfahren mussten die Teilnehmer U 16 noch einen Theorietest absolvieren und ein Pferd oder Pony vormustern. Auch diese Aufgaben wurden bewerten und flossen in der Wertung der Kombinierten Prüfung ein. Bei den Einspänner-Pferden gab es eine bayrische Dominanz durch die Siegerin Judith Scheiter (Leidersbach) und die zweitplatzierte Anika Geiger (Parsdorf). Beide hatten ganz starke Auftritte in der Dressur. Bronze ging an Pascal Bubitz (Georgsmarienhütte), er war der Schnellste im Gelände.

Gold ging an Rene Jeuring (Emlichheim) bei den Pony-Zweispännern. Der Sieg im Gelände und ein zweiter Platz in der Dressur war die Grundlage seines Erfolges. Dressursiegerin Miriam Kampmann (Essen) rette ihre Silbermedaille knapp vor Julius Demandt (Hamburg) ins Ziel. Ein Hauch von 2 Punkten trennte die beiden am Ende.

Acht Mannschaften bewarben sich um den Sieg im Länderpokal. Westfalen holte sich in der Besetzung Kerstin Möllers, Henrik Thiemann und Alexander Wiederhold den Sieg vor den Teams aus Sachsen-Anhalt und Weser-Ems. Den von dem Verein zur Förderung de Jugendfahrsportes gestifteten "Horsemanship Preis" vergab das Richterkollegium bei der Gruppe U 16 an Luisa Sandmann und bei der Gruppe U 25 an die Deutsche Meisterin Katja Helpertz aus dem Rheinland. Beide überzeugten in ihrem Umgang mit den Pferden und durch vorbildliche Arbeit auf dem Vorbereitungsplatz.

Insgesamt 168 Nennungen hatte der Veranstalter erhalten. Durch einen vorher festgelegten Selektionmodus gingen dann von noch 128 zugelassenen Jugendlichen immerhin 126 in Viernheim an den Start. Die Medaillen übergaben Felix Auracher (Lauchheim), Vorsitzender des Ausschuss Fahren des Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) und Dr. Franz Josef Vetter, ebenfalls Mitglied im Fahrausschuss. Der frisch gebackene Doppelweltmeister der Einspänner Thorsten Zarembowicz (Viernheim) und der mehrfache Vierspänner-Weltmeister Michael Freund (Dreieich) legten den jeweiligen Titelträgern die Schärpen an.



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