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Thema: Gurus

  1. #1
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    Ihr Lieben,
    ich bin ja nun eher nicht auf den Mund gefallen, hatte aber - im Blick auf meine "ketzerische Frage" bei dem Marktforschungsprojekt, doch gemischte Gefühle ob eurer Reaktion: Es gibt schließlich jede Menge Menschen, die dafür sorgen, dass Roberts, Kutsch, Rai, Hempfling & Co. gut von den Dingen leben, die sie propagieren. Bevor ich also nun zu dem komme, was mir eigentlich am Herzen liegt - ein dickes "Lob & Dank" in die große Runde: Ich habe es ganz oft getroffen, dass - wenn die Rede auf "Pferde" kommt, der Verstand aussetzt. Kurz:

    Schön, dass es euch gibt

    Jetzt aber: Wir haben das Projekt "Grenzlanndreiter" unter anderem deshalb ins Leben gerufen, weil es viel zu viele Menschen gibt, die sich von so genannten Gurus, das Hirn vernebeln und in die Tasche greifen lassen. Der Trick ist immer gleich: Verpacke bewährte Mechanismen in entsprechend schöne Worte - und kassier die staunende Menge ab.

    Seminare wie "Reiterliches Teilhaben an der Kraft der Engel" sind kein Witz - und ausgebucht! Und wer (außer den Kollegen der Fachpresse, die sich aber hüten darüber zu schreiben) hätte gedacht, dass die Ikonen der Szene eine Vorauswahl unter den mutmasslich wilden Hengsten treffen, die sie anschließend Publikumswirksam auf der Equitana (das aber wäre ein Thema für sich) "zähmen" und befrieden? Eben!

    Meine Frage: Welche Erfahrung habt ihr mit "Gurus"? An welchen Stellen hat sich für euch der Schleier gehoben und wo schüttelt ihr den Kopf, über das "Nicht-sehen-wollen" der staunenden Masse?

    Ich bin gespannt - und

    (was ihr auch nicht wissen könnt) Albani ist deshalb so groß und weiß, weil er den perfekten Partner abgibt, zur morgendlichen Audienz mit meinen Jüngerinnen - ich, im wallenden Gewand mit offenen Haaren und die Mädels mit rossigen Stuten, lockerem Scheckbuch und gläubigem Blick *rofl*

    Wir lieben den Job!
    C&A

    So - und damit ihr auch wirklich etwas zu lesen habt, will ich euch noch ein Beispiel liefern, aus meiner persönlichen Ratgeber-Rubrik: "Dr. Sommer antwortet"

    (Für alle Nachgeborenen: Zu meiner Zeit war "Dr. Sommer" der Pubertäts-Problemlöser der Zeitschrift "Bravo" - irgendwann habe ich herausgefunden, dass es DEN Dr. Sommer gar nicht gegeben hat, sondern dass sich eine ganze Redaktionsmannschaft mit "Pickel, Pustel, Penisneid" beschäftigen mußte. Scheißjob. )

    Also. Es gibt eine große Plattform für Geschäftsanbahnungen und dort gibt es ein Brett für Pferdefreunde (es gibt übrigens auch eine recht exklusive Plattform für zwischenmenschliche Kontaktanbahnungen - dort gibt es auch ein Brett für Pferdefreunde) *uiuiui* Aber ich schweife ab. Es ging um das Thema "Runterfallen" und Reitlehrer, die zum teil nach wie vor propagieren, dass nur Reiter wird, wer runterfällt (Wenn ihr mich fragt, völliger Sch ...)

    Ich habe Ähnliches in nettere Worte verpackt und bekam prompt eine private Nachricht, dass der Absender ein großes Angsthasi sei (wörtlich) und was man da so tun könne. Es folgten viele, viele Zeilen über gewaltfreie Pferderziehung, diverse Weisheiten diverser Guri (Gurus?) und der Abbinder, dass sie wohl ein Seminar bei uns belegen wolle, das dann aber das Allheilmittel für gutes Reiten sein müsse -mithin das, was die "Meister des Faches" auch von sich geben.

    Ich habe - ihr ahnt es - in epischer Weite ausgeholt und etwas über "Kulturbegleiter", "Selbstfindung" und "Ruhen in der Mitte" geschrieben. Hat sie nicht verstanden. (Eigentlich schade)

    Wenn ihr euch für solcherlei interssiert, freue ich mich über einige Zeilen. Nachstehend das, woran ich glaube:

    --

    Liebe Frau ...

    Pferde begleiten unsere Kulturgeschichte seit etwa 6000 Jahren. Es gibt in diesem Zusammenhang keinen Gedanken, der nicht schon einmal von Menschen gedacht worden wäre. Schon in Babylon und Ägypten gab es hoch angesehen Fachleute, die für die Ausbildung dieses - dem oft wertvollsten Besitz der jeweiligen Herrscher - zuständig waren. Über Jahrtausende gab es Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbraucht haben, Pferde zu beobachten und daraus den größtmöglichen Nutzen für ihre Gesellschaft abzuleiten.

    Der Glaube unserer Zeit, dass Alles für alle jederzeit verfügbar und abrufbar ist, ist ein Irrsinn, der sich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft - und auch unseres persönlichen Lebens - spiegelt. Geld wird entsprechend von denen verdient, die den Menschen versprechen, was diese gerne hören wollen. "Grenzlandreiter" ist unter anderem deshalb entstanden, weil ich es unlauter finde, dass Menschen, die ihre Partnerschaftsprobleme auf emotionale Bindungen an Pferde übertragen und dort - einem Herden- Fluchttier - natürlich ebenfalls Probleme bekommen, erzählt wird, dass mit Geradesitzen, Schenkelschluss und "loser Verbindung zum Pferdemaul " alles gut wird. Bis zum nächsten Abflug - aber wer schlachtet schon die Kuh, die er melkt.

    Ebenso irre ist die Diskussion über die richtige Reitweise. Die Frage beantwortet sich von alleine, einfach durch den Umstand, welche Aufgaben mit dem Pferd zu lösen sind. Glauben Sie doch nicht, dass mein Dicker, nur weil er selbstständig stundenlang in dem Tempo und in die Richtung läuft, die ich ihm einmal vorgegeben habe, nicht auch exzellent springen würde oder perfekte Dressur kann (ich nicht *g*) Auch das ist ein interessantes Thema:

    Gehen Sie in Turnierställe und halten Sie die Ohren offen. Freizeitreiter (das sind doch eigentlich alle, die nicht in Zucht und Sport ihren Lebensunterhalt verdienen) - Freizeitreiter stehen am unteren Ende der Nahrungskette. Schwachsinn! Wettkämpfe in der Dressur- und Springreiterei haben sich in einer Pause zwischen zwei Kriegen entwickelt. Bevor es Autos gab, war es Aufgabe der Pferde, Mensch und Material in jedem Gelände und zu jeder Gelegenheit sicher von A nach B zu bringen. Bis heute muss ein Pferd, das im Gelände sicher ist, alles beherrschen (und selbstständig in großem Zusammenhang anwenden), was die Dressur- und Springpferde in isolierten Situationen zeigen.

    "Ooops", sagte da dir Turniermaus mit Freizeitreiter-Allergie, "und was ist, wenn ein Traktor vorbei fährt?" Tja, da zeigt sich dann, ob dir das Pferd vertraut und ob du verstanden hast, was Reiten bedeutet. Meiner macht seine Seitengänge ganz selbstverständlich - wenn wir an einem Müllwagen vorbei müssen. Rückhandwendung und Rückwärtsrichten ist im Dickicht hilfreich und natürlich springen wir auch über quer liegende Bäume.

    All das ist kein Hexenwerk -

    abgesehen von den Müllautos war all das über 6000 Jahre Alltag für Generationen von Pferde und Reiter. Ach so, einen noch zum Thema "Geld schneiden"

    Wir stehen doch alle auf gewaltlose Ausbildung - und dann gibt es da Monty M, Andrea K. und Konsorten. Es ist doch purer Hohn, wenn die Gute erzählt, dass es reicht, eine Hand mit ausgestreckten Fingern in die Höhe zu strecken, um ein Pferd anzutreiben. Erklärung: Das Pferd denkt, das ist die Kralle von einem Raubtier - ähm?!! Der Appell an die angeborenen Urängste ist gewaltfrei?? Tja.

    Ein weites Feld. ich kenne eine Menge wirklich gute Trainer. Eigentlich leben alle von der Hand in den Mund -
    aber die erzählen ihren Kunden ja auch nicht, dass Reiten auf Knopfdruck funktionieren kann. Auch der Weg des Reiters beginnt dort, wo stets alle Arbeit beginnen - bei einem Blick nach Innen und auf die eigene Persönlichkeit. Wie gesagt.

    Meine Meinung.

    Gute Wünsche aus Völkersweiler
    Cornelius Bischoff
    Geändert von alisha (17.01.2008 um 19:24 Uhr) Grund: Doppelposting

  2. #2
    Valerio
    Gast

    AW: Gurus

    Zitat Zitat von ExPresso Beitrag anzeigen
    Meine Frage: Welche Erfahrung habt ihr mit "Gurus"? An welchen Stellen hat sich für euch der Schleier gehoben und wo schüttelt ihr den Kopf, über das "Nicht-sehen-wollen" der staunenden Masse?
    Ich finde, dass manche "Gurus" den Titel eigentlich nur bedingt verdient haben. Einige z.B. sind nicht darauf aus, das große Geld zu machen.
    Ein Beispiel kann ich geben- Mark Rashid.
    Meine ehemalige RLin und jetzige gute Freundin hat mich mit ihm in Kontakt gebracht, als ich eine Ponystute beritten habe, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat. In seinem sehr leserlichen Buch beschreibt er Situationen, die ihm bei seiner Arbeit als "Pferdeflüsterer" täglich begegnen und auch über die verbreitete Blauäugigkeit, ein Pferd würde "das mit Absicht machen um mich zu ärgern".
    Vor allem aber schreibt er, und das bewundere ich, wie man mit Pferden konsequent und gerecht umgehen kann, ohne das Fragen aufkommen. Dabei wurde mir von meiner Freundin beigebracht, auch alles von ihm Geschriebene in Frage zu stellen.
    Hast du dir vielleicht schon mal überlegt, dass es stimmen könnte, dass dein Pferd es als Lob empfängt, wenn du es nach der Arbeit in Ruhe auf dem Paddock lässt? (Arbeit jetzt nicht unbedingt als Reiten gemeint, sondern nur "Bettüddeln").
    Er schreibt, wie man sein Pferd verstehen kann, und zwar so, dass ein Jeder das verstehen kann.

    Das war jetzt die eine Seite, die ehrliche, wie ich behaupte. Natürlich gibt es noch die andere Seite, bei denen es darauf ankommt, dass besondere Halfter zu haben. Solchen Leuten steht es doch schon ins Gesicht geschrieben, dass dort etwas nicht stimmen kann. Sicherlich ist es löblich, wie sie mit Pferden umgehen, aber ist es genauso löblich, das durch Shows, Videos, Dvds, Hörbücher, Zubehör, Bücher,.. zu vermarkten?
    Ist es löblich um Anhänger zu werben die "Problempferde" unter dem Stress der Zuschauer innerhalb von 20 Minuten einzureiten, wo doch von so viel Ruhe und Zeit geben die Rede ist?
    Sicherlich nicht. Und eben solche Leute halte ich für "Gurus". Leute, die dadurch positiven Provit ziehen wollen.

    Ein direktes "Nicht-sehen-wollen" habe ich nicht erlebt. Die Leute die ich kenne, denken ähnlich wie ich und sind nicht von besonderen Techniken betrübt.

  3. #3
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Das "Danke" will ich schnell erklären - ich fand die Antwort so "rund" formuliert, dass ich in "Kuschels" persönliches Profil geschaut habe: Süße 16! *staun*

    Die letzte 16-Jährige, die mir im Stall begegnet ist (bevor wir schreiend das Weite gesucht haben) erklärte stolz (!), dass sie zwei Jahre zuvor ihr erstes Pferd auf einem Turnier habe einschläfern müssen und dann habe "Pap" ihr gleich diesen schicken Sechsjährigen gekauft. ...

    Es ist zwar nun fast das Alter, in dem unsere Tochter sein könnte - aber wenn (@Kuschel), es dich irgendwann in die Pfalz verschlägt, ruf' an - dich würde dich wirklich gerne persönlich kennen lernen.

    --

    Was sagt eigentlich Wikipedia zum Thema "Guru“

    "Guru (Sanskrit) ist ein religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer (...) Der Lehrer ist für den Schüler unentbehrlich für die Suche nach Wissen und den Weg zur Erlösung."

    ---

    Das mit der "Erlösung" hat was - je nach Gesprächspartner scheinen "Tellington & Co" die Heilige Familie zu ersetzen. Wehret den Anfängen!

    C&A.


    PS: Habt ihr mal etwas von einem (Halb-?) Indianer "Ponyboy Irgendwas" gehört?! Den Trommeln nach, scheint der Mann ganz vernünftige Ansichten zu vertreten, ich bin aber noch nicht zum Nachgraben gekommen.
    Geändert von ExPresso (17.01.2008 um 18:57 Uhr)

  4. #4
    Valerio
    Gast

    AW: Gurus

    Oh Gott Ich bin hier gerade ganz schön rot geworden!
    Danke fürs Danke und das Lob!

  5. #5
    aufTrab Professor Avatar von Haselina
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    AW: Gurus

    Nochmal kurz Offtopic und dann back to business ... ExPresso ... du siehst, aufTrab ist aktive "Jugendarbeit" ... meine Mädels sind einfach klasse und geben im Gegensatz zu anderen jugendlichen "Reitstallbewohnern" (meistens ) nichts sinnentleertes von sich ... *stolzbin*
    Alles Liebe von der Haselina








  6. #6
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    @Hasi: Ich liebe euch alle! *uiuiui*

  7. #7
    Lelie
    Gast

    AW: Gurus

    Schau mal hier, das Thema hatten wir schon mal http://www.auftrab.de/ratgeber-rund-...ber-nicht.html.
    Ich werd hier auch nochmal was schreiben, wenn ich mehr Zeit hab, finde nämlich auch, dass das eine scheußliche Entwicklung ist.
    LG Lelie

  8. #8
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Genau - wenn schon Guru, dann (m)ich
    Stellt euch Gandalf vor - nur 100 jahre jünger *püüüüh-ha*!

    @Hasi: Ich mußte eben bei Xings dein Loblied singen - du solltest dort einfach mal vorbeischauen

    "Ich habe - wie ihr vielleicht an anderer Stelle gelesen habt - beim Stichwort "RB" ein ganz bestimmtes Bild vor Augen und war ganz erstaunt, in einem ganz anderen Zusammenhang und an anderer Stelle im Netz, auf eine Plattform gestoßen zu sein, auf der sich Sechzenhnjährige mit sehr erwachsenen An- und Einsichten tummeln. (Da sich die Initiatorin nämlicher Plattform auch in unseren Reihen tummelt, eine dicke Möhre in ihre Richtung. Hut ab!)"

    Gutes in die Nacht
    C.

    PS.: Die (Möhre) mußt du dir jetzt nur noch abholen kommen.
    Geändert von ExPresso (18.01.2008 um 00:19 Uhr)

  9. #9
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Gurus

    Ohh eins meiner Lieblingsthemen! Die Gurus!

    Finde die Gurus sind sehr gut mit der Fernsehnanny zu vergleichen. Einige Probleme die in der Beziehung Pferd Mensch aufkommen sind eher Rangprobleme. Und dann kommt eine Pferdenanny vorbei und zeigt wies gehen soll (natürlich nur mit dem passenden Equipment -Halfter Bücher, Videos).
    Beispiel: Bei uns am Hof hatte eine Familie das Problem das ihr Hotti nicht verladen werden wollte. Ich weiß nicht wieviel eStunden, Wochen und Monate die Pferdeflüsterin dafür kam (und was es sie letztendlich gekostet hat ). Das Pferd ging irgendwann auf den Hänger- mit der Pferdeflüsterin!! Mit seinen Besitzerin immer noch nicht! Die ließen sich aber schon auf dem Hof beim normalen Führen vom Stütchen veräppeln und dahin ziehen wo das Hotti nunmal hinwollte. In Anwesenheit der Pferde"expertin" ging das Stütchen dann immer brav mit den Besis auf den Hänger- ohne nicht.

    Als von uns am Anfang darauf aufmerksam gemacht wurde, dass das Pferd keinen Schutz um die Beine hatte (nicht mal normale Gamaschen oder Bandagen). Wurde uns von der "Expertin" erklärt, dass das Pferd es spüren müßte!
    War auch so der Fall, dadurch dass es nämlich auf der Rampe von rechts nach links hüpfte kamen ordentliche Abschürfungen zustande ( in meinen Augen Unverantwortlich!!)

    Das beste kommt aber zum Schluß: Das Pferd mußte aus tierärztlichen Gründen verladen werden. Die Familie stand schon ne Stunde vor dem Hänger mit Stütchen. Da nahm der Stallbesi den Besen, drohte der Stute damit und schwupps war sie drin. Seitdem klappt es mit dem Verladen!!

    Soll jetzt nicht heissen, dass ich Gewalt beim Verladen gut finde!! Nein, Pferde sollen schon Vertrauen haben damit sie da rein gehen. Aber veräppeln müssen sie einen ja nicht!!!!
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  10. #10
    Kruemel
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    AW: Gurus

    Zitat Zitat von Gwenie Beitrag anzeigen
    Ohh eins meiner Lieblingsthemen! Die Gurus!

    Finde die Gurus sind sehr gut mit der Fernsehnanny zu vergleichen. Einige Probleme die in der Beziehung Pferd Mensch aufkommen sind eher Rangprobleme. Und dann kommt eine Pferdenanny vorbei und zeigt wies gehen soll (natürlich nur mit dem passenden Equipment -Halfter Bücher, Videos).
    Beispiel: Bei uns am Hof hatte eine Familie das Problem das ihr Hotti nicht verladen werden wollte. Ich weiß nicht wieviel eStunden, Wochen und Monate die Pferdeflüsterin dafür kam (und was es sie letztendlich gekostet hat ). Das Pferd ging irgendwann auf den Hänger- mit der Pferdeflüsterin!! Mit seinen Besitzerin immer noch nicht! Die ließen sich aber schon auf dem Hof beim normalen Führen vom Stütchen veräppeln und dahin ziehen wo das Hotti nunmal hinwollte. In Anwesenheit der Pferde"expertin" ging das Stütchen dann immer brav mit den Besis auf den Hänger- ohne nicht.

    Als von uns am Anfang darauf aufmerksam gemacht wurde, dass das Pferd keinen Schutz um die Beine hatte (nicht mal normale Gamaschen oder Bandagen). Wurde uns von der "Expertin" erklärt, dass das Pferd es spüren müßte!
    War auch so der Fall, dadurch dass es nämlich auf der Rampe von rechts nach links hüpfte kamen ordentliche Abschürfungen zustande ( in meinen Augen Unverantwortlich!!)

    Das beste kommt aber zum Schluß: Das Pferd mußte aus tierärztlichen Gründen verladen werden. Die Familie stand schon ne Stunde vor dem Hänger mit Stütchen. Da nahm der Stallbesi den Besen, drohte der Stute damit und schwupps war sie drin. Seitdem klappt es mit dem Verladen!!

    Soll jetzt nicht heissen, dass ich Gewalt beim Verladen gut finde!! Nein, Pferde sollen schon Vertrauen haben damit sie da rein gehen. Aber veräppeln müssen sie einen ja nicht!!!!
    Oh ja Gwenie, daran kann ich mich noch gut erinnern
    Danach verließen sie ja unseren Stall und gingen nach NEBENAN.
    Dort wurde 1 x pro Woche ein Hänger "geordert" und das Pony wurde eine halbe Stunde lang um den Hof gefahren

    LG Kruemel

  11. #11
    aufTrab Professor Avatar von Haselina
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    AW: Gurus

    Zitat Zitat von ExPresso Beitrag anzeigen
    PS.: Die (Möhre) mußt du dir jetzt nur noch abholen kommen.
    Nochmal OT ... wo denn? in welchem Bereich der Reitergruppe? Ich stell mich gleich mal vor und dann möchte ich auch mein Möhrchen haben :-)
    Alles Liebe von der Haselina








  12. #12
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Gurus

    OT: Haselina: ich hab ihn schon gefunden!!!!
    Gruß Gwenie

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  13. #13
    aufTrab Professor Avatar von Haselina
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    AW: Gurus

    OT: Wir haben einen OT-Thread ... lasst mich doch bitte nicht dumm sterben
    Alles Liebe von der Haselina








  14. #14
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Kuckedu:

    https://www.xing.com/app/forum?op=sh...292164#7292164

    Geeeee-ho!
    C.

    PS.: Das mit dem Möhrchen klären wir dann aber in aller Stille, oder?
    Geändert von ExPresso (18.01.2008 um 11:39 Uhr)

  15. #15
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Ich noch mal:

    Maßgeblich zu meiner Infizierung mit dem Pferdevirus hat eine sehr liebe Kollegin beigetragen, die jede Menge Bücher geschrieben hat und die "Szene" und deren Protagonisten aus der allerintimsten Innenansicht kennt.

    Wenn (für mich) neue Namen auftauchen, frage ich nach und bekomme dann gleich einen Schwall zusätzlcher Informationen und Hintergründe, die die Pferdeszene und das Treiben der "Gurus" sehr transparent werden lassen. In diesem Zusammenhang (und im Blick auf eure vorstehende "Hänger-Episode") - die Leute sind ja so verstrahlt! *kopfschüttel*

    Es scheint regelmäßig vorzukommen, dass - wenn eine bekannte Gura (Guruin?) erklärt, dass einem "Problem" mit ihren (anerkannt fragwürdigen und ohnehin begrenzten) Mitteln nicht beizukommen sei - die Besitzer zum Schlachthof fahren - im ernst. Ich meine, das darf doch nicht wahr sein?!

    Also: Ich habe Geld und meine Frau ist blöd. Damit sie ruhig ist, kaufe ich für richtig Taler ein feines, meist junges Pferd. Die Alte gibt Ruhe und fällt runter, fällt runter, fällt runter. Der Reitlehrer (ist nicht blöd) und verdient fleißig mit. Irgendwann ist das Tier so verstört, dass es unruhig wird, wenn es mein Blondi sieht und dann muß der Guru ran.

    Ob der Guru das Problem erkennt oder nicht ist eigentlich egal - immerhin, das Standard-Zauberstab-Gewedel ist aussichtslos und schon steht mein Blondchen auf der Matte und erklärt wortreich und in Tränen gebadet, dass sie unbedingt ein neues Pferd braucht - das hat ihr der Guru erklärt (und natürlich gleich geimpft, dass wahre Erkenntnis - mit neuem Pferd - untrennbar mit der Buchung einer entsprechend teuren Seminarreihe verbunden ist. A-Bär ...

    ich bin nicht doof.

    Ich behalte das Pferd,
    erschieße die Alte
    und reite in den Sonnenuntergang

    Geeee-ho!
    C&A.

  16. #16
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    Daumen hoch AW: Gurus

    Trifft genau meine Meinung!!!!!!!!

    Viele sind einfach zu leichtgläubig, versuchen erst gar nicht ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern- das Pferd ist Schuld!!
    Funktioniert es nicht mehr, muß ein neues her!! (Möglichst besser und teurer!!)
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  17. #17
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Ich finds nett, das wir uns hier alle so lieb haben.
    Hier bleib ich!

    C.

  18. #18
    Valerio
    Gast

    AW: Gurus

    Ich denke, du meinst den sensationellen "Gawani Ponyboy" der hauptsächlich durch Krämer oder Loesdau promotet wird?

    Wenn ich deine Definierung "Guru" mit meinem Religionsunterrichttheme "Sekten" verbinde, stoße ich auf viele Gemeinsamkeiten, zB "Erlöser".
    Wollen wir die befallenen Opfer als aufstrebende Sektenmitglieder bezeichnen? *gg*

  19. #19
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Stimmt!

    Eine verbreitete Suchmaschine bestätigt, dass du Recht haben könnest - dein Papa muß ganz dolle stolz auf dich sein!

    Hm, der Gute spricht von "Bruder und Schwester Pferd" - hat einer von euch Erfahrung mit dem gefiederten Zweibeiner, fragt

    und sendet herzliche Grüße vom Weg auf den Hunsrück
    C.

  20. #20
    Moderator Avatar von Gisa
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    AW: Gurus

    Hallo,
    habe mir in Ruhe alle eure Gedanken, die ihr zu Papier gebracht habt, durchgelesen und freue mich, daß es noch mehr denkende Menschen unter den reitern gibt. Im Laufe meiner langen Reitzeit habe ich schon viele Strömungen gesehen. Gesehen wie sie angeschwappt kamen und auch zugeschaut, wie sie wieder schnell verschwanden. Es gab immer ein paar Gurus, die sich schnell ne Menge geld verdient haben und dann , mit den vollen taschen wieder schnell untertauchten. Manche Ansätze der Gedanken sind ja nicht immer nur falsch, aber so manches übertriebenes Verhalten, ohne mich gehts nicht, bringt mich immer in leichte Rage. Dieser Thread macht Spaß, bitte schreibt weiter, ich mach mit.
    Gruß Gisa
    Oma ist wieder daaa

  21. #21
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    AW: Gurus

    Um noch mal auf die "Gandalf"-Geschichte zurück zu kommen:

    Als ich bei meiner - bereits angesprochenen - Freundin in Spanien war, erlebte ich dort eine nymphomane Physiotherapeutin aus dem Schwäbischen, die ihr Heil darin sah, das Geld, das sie in Deutschland - in einer großen Praxis - verdiente, dort mit gestrandeten Existenzen zu verbrennen. Einer davon - nennen wir in Wladimir - hielt sich für den wiedergeborenen Geronimo. Gemeinsam boten die beiden indianische Kräutertouren im südspanischen Hinterland an. Ausgebucht!!!

    Lauter Blondchen aus Deutschland und der Schweiz. Programm: Morgens Ställe misten , mittags Kräuter suchen, nachmittags misten, nachts nackt in der Steppe stehen und die Sterne anheulen. 850 Euro! Kein Witz.

    Das war wieder einer der Gründe, warum wir "Grenzlandreiter" gebastelt habe. Dort bieten wir zur Jahresmitte ein Seminar "Equienergetik I" an. Im Kern geht es um eine Kombination aus "entspanntes-Reiten-(lernen)" mit Rainhild Wenzel, den Grundlagen von Körpergefühl auf der Basis von Tao Concepts und Eskrima mit Holger Fritz - gründend auf der Erkenntnis, dass reiterliche Probleme oft daher kommen, dass es den Reitern (natürlich uneingestanden) an Selbst-Vertrauen (im Sinne des Wortes) mangelt, Energiearbeit und Meditation, um zu lernen, den eigenen Körper zu spüren (was ganz viele Menschen gar nicht können) mit Petra Schnellhammer - und natürlich mit mir! Groß, blond, gut aussehend und erotisch tiefer Stimme unglaublich beeindruckend auf meinen erotisch großen Schimmel einwirkend. Tschakaaaa!

    Das Wochenende mit Vollpension, super ausgebildeten Pferden, erstklassigen Trainern und eigenem Badesee für - nun ja . Aber im ernst: Wer braucht Wladimir?! (Wer einfach entspanntes Reiten lernen möchte - oder sein diesbezügliches Wissen vertiefen, kann dies in den Ethologie-Kursen tun.) Anm.: "Ethologie" ist ein Begriff aus Frankreich und ist von Umfang und Tiefgang ein Plus zu "Horsemanship" - der Schwerpunkt liegt auf dem "Warum", nicht auf dem "Wie". Und:

    Wenn ihr darauf besteht, können wir auch nachts nackt um den Teich reiten - die Bernsteine, die ihr bitte rituell in die Mähnen flechtet, um die mentalen Schwingungen zu verstärken, die euch mit euren Pferden verbinden, gibt es zu einem Vorzugspreis

    Nun aber Arbeit
    *husch*
    C.
    Geändert von ExPresso (20.01.2008 um 18:49 Uhr)

  22. #22
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Gurus

    OT: Ob du uns wirklich ALLE nachts bei Mondschein treffen möchtest?!!

    Sollange es hilft dass mein Pferd besser wird, flechte ich ihn die Mähne was du sagst *ironisch*
    Aber mal ganz ehrlich:
    Solange man die passenden Argumente parat hat und es teuer ist, werden Blondchen und co. zugreifen und alle Kurse machen. Und wenn es ums Pferd rennen und wie ein Huhn gackern ist!
    Das dies alles nichts hilft, dass Pferd so läuft wie Blondchen möchte zeigt dann doch nur dass es nicht gut genug ist und ein bessere her muß!!!
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  23. #23
    aufTrab Mitglied Avatar von ExPresso
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    Ihr Lieben,
    unsere Plauderrunde hat kurzfristig den Anstoß zu einer Artikelserie mit Dr. Christiane Gohl gegeben. Hier also - als "Leckerli" - ein Schlaglicht auf den Meister persönlich:

    Monty Roberts

    Das Gerücht, der amerikanische Pferdetrainer Monty Roberts sei das Vorbild des "Pferdeflüsterers" in Nicholas Evans’ Roman gewesen, hält sich hartnäckig und wird von Roberts und seinen Anhängern eifrig geschürt. Evans selbst behauptet das Gegenteil. Aber wie auch immer: Der kleine, rundliche Mann aus Kalifornien gilt noch immer als Star der internationalen Guru-Szene. Sein Buch „Der mit den Pferden spricht“ wurde auch über Pferdekreise hinaus zum Bestseller. Letzteres liegt natürlich weniger an den dort geschilderten Zähmungsmethoden als an der anrührenden Story: Da ist ein kleiner Junge, Sohn eines Cowboys, Polizisten und Pferdeausbilders, der an der harten Erziehung seines Vaters zu zerbrechen droht. Vor Schlägen und Misshandlungen flüchtet er zu den Pferden, die ebenso unter dem Brutalo zu leiden haben wie er. Es muss, so spürt Klein-Monty, eine andere, sanftere Methode geben, sie auszubilden und Einfluss auf sie zu nehmen, als Papas Zwangsmaßnahmen.

    Der Dreizehnjährige flieht, schließt sich in Nevada einer Herde Wildpferde an und erlernt von ihnen ihre Sprache. Als er zurückkommt, entwickelt er eine Methode zur gewaltlosen, körpersprachlichen Kommunikation mit den Vierbeinern. Vom Vater verlacht und geprügelt gewinnt er dennoch die Achtung der restlichen Pferdewelt - und letztlich sogar die Bewunderung der Queen. Eine Story mit Märchencharakter. Und möglicherweise mit ähnlich großem Wahrheitsgehalt wie die Geschichten der Brüder Grimm. Böse Zungen in den USA behaupten nämlich, viel mehr als der Name des Autors stimme nicht bei Roberts’ Lebenserinnerungen. So weiß zum Beispiel niemand aus seinem Familien- und Freundeskreis von seinen Aufenthalten in Nevada, und eine Tante bewahrt sogar einen Zeitungsausschnitt, der belegt, dass Monty just zu dieser Zeit daheim Turniere ritt. Vorbesitzer seiner angeblich selbst ausgebildeten Showpferde meldeten sich zu Wort und erklärten glaubwürdig, er habe hier keineswegs verhaltensgestörte Tiere zum Schlachtpreis erworben. Stattdessen handele es sich um bereits weit geförderte, erfolgreiche Pferde zu reellen Preisen. Zudem wehrt sich seine Familie vehement gegen die Darstellung seines Vaters als brutalen Schläger ...

    Die Beweise „gegen“ Roberts sind erdrückend. Aber nichts desto trotz: Seine Methode der Arbeit mit Pferden im Round Pen funktioniert –

    bei ihm ebenso wie z. B. bei Ray Hunt, John Lyons, Tom und Bill Dorrance und allen anderen Vertretern der Round Pen Methode! Von wem Roberts sein Vorgehen erlernt hat, ist umstritten, aber so überragend neu, wie er es darstellt, ist es sicher nicht. Selbst seine als sensationell gefeierte Zähmung eines Mustangs in freier Wildbahn - auch im Deutschen Fernsehen mehrmals zu sehen - kann Pferdekenner keineswegs beeindrucken. Ein kleiner Zweijähriger, den man einen Tag und eine Nacht lang in Bewegung hält (laut Kommentator legt das Tier im Rahmen seiner „Befriedung“ rund 200 km zurück), hat keiner Zähmungsmethode dieser Welt noch viel entgegenzusetzen. Mal ganz abgesehen davon, dass sich aufmerksame Betrachter fragen, woher das bisher unberührte Wildpferd wohl seinen Kaltbrand hat ...

    Unzweifelhaft ist Monty Roberts ein Pferdemann mit großer Erfahrung und gutem Gefühl für Pferde. Im Roundpen bewegt er sich mit viel Geschick - auch wenn ihm die Grazie anderer „Gurus“ abgeht. Seine Idee einer Decke als Hilfsmittel zum Verladen oder In-die-Startbox- bewegen von Rennpferden ist ebenso einfach wie genial, er kann also durchaus als innovativ angesehen werden. Den Schwerpunkt seiner Kreativität legt er allerdings auf die Erfindung immer neuer, wunderschöner Namen für seine Arbeit mit Pferden. Wir verdanken ihm den Ausdruck „Starten“ statt „Einbrechen“, „Equus“für die Sprache der Pferde, und „Join up“ fürs vorsichtige Anreiten. Möglicherweise wird Roberts dauerhaft, wenigstens in die Geschichte der Linguistik eingehen.

    @Gwenie: Ooch, weißt du -
    da hilft Rosenquarz und vieeeel energetisiertes Wasser

    C.
    Geändert von alisha (21.01.2008 um 12:50 Uhr) Grund: Doppelposting

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