Ihr Lieben,
ich bin ja nun eher nicht auf den Mund gefallen, hatte aber - im Blick auf meine "ketzerische Frage" bei dem Marktforschungsprojekt, doch gemischte Gefühle ob eurer Reaktion: Es gibt schließlich jede Menge Menschen, die dafür sorgen, dass Roberts, Kutsch, Rai, Hempfling & Co. gut von den Dingen leben, die sie propagieren.Bevor ich also nun zu dem komme, was mir eigentlich am Herzen liegt - ein dickes "Lob & Dank"
in die große Runde: Ich habe es ganz oft getroffen, dass - wenn die Rede auf "Pferde" kommt, der Verstand aussetzt. Kurz:
Schön, dass es euch gibt
Jetzt aber: Wir haben das Projekt "Grenzlanndreiter" unter anderem deshalb ins Leben gerufen, weil es viel zu viele Menschen gibt, die sich von so genannten Gurus, das Hirn vernebeln und in die Tasche greifen lassen. Der Trick ist immer gleich: Verpacke bewährte Mechanismen in entsprechend schöne Worte - und kassier die staunende Menge ab.
Seminare wie "Reiterliches Teilhaben an der Kraft der Engel" sind kein Witz - und ausgebucht!Und wer (außer den Kollegen der Fachpresse, die sich aber hüten darüber zu schreiben) hätte gedacht, dass die Ikonen der Szene eine Vorauswahl unter den mutmasslich wilden Hengsten treffen, die sie anschließend Publikumswirksam auf der Equitana (das aber wäre ein Thema für sich) "zähmen" und befrieden?
Eben!
Meine Frage: Welche Erfahrung habt ihr mit "Gurus"? An welchen Stellen hat sich für euch der Schleier gehoben und wo schüttelt ihr den Kopf, über das "Nicht-sehen-wollen" der staunenden Masse?
Ich bin gespannt - und
(was ihr auch nicht wissen könnt) Albani ist deshalb so groß und weiß, weil er den perfekten Partner abgibt, zur morgendlichen Audienz mit meinen Jüngerinnen - ich, im wallenden Gewand mit offenen Haaren und die Mädels mit rossigen Stuten, lockerem Scheckbuch und gläubigem Blick *rofl*
Wir lieben den Job!
C&A
So - und damit ihr auch wirklich etwas zu lesen habt, will ich euch noch ein Beispiel liefern, aus meiner persönlichen Ratgeber-Rubrik: "Dr. Sommer antwortet"
(Für alle Nachgeborenen: Zu meiner Zeit war "Dr. Sommer" der Pubertäts-Problemlöser der Zeitschrift "Bravo" - irgendwann habe ich herausgefunden, dass es DEN Dr. Sommer gar nicht gegeben hat, sondern dass sich eine ganze Redaktionsmannschaft mit "Pickel, Pustel, Penisneid" beschäftigen mußte. Scheißjob.)
Also. Es gibt eine große Plattform für Geschäftsanbahnungen und dort gibt es ein Brett für Pferdefreunde (es gibt übrigens auch eine recht exklusive Plattform für zwischenmenschliche Kontaktanbahnungen - dort gibt es auch ein Brett für Pferdefreunde) *uiuiui* Aber ich schweife ab. Es ging um das Thema "Runterfallen" und Reitlehrer, die zum teil nach wie vor propagieren, dass nur Reiter wird, wer runterfällt (Wenn ihr mich fragt, völliger Sch ...)
Ich habe Ähnliches in nettere Worte verpackt und bekam prompt eine private Nachricht, dass der Absender ein großes Angsthasi sei (wörtlich) und was man da so tun könne. Es folgten viele, viele Zeilen über gewaltfreie Pferderziehung, diverse Weisheiten diverser Guri (Gurus?) und der Abbinder, dass sie wohl ein Seminar bei uns belegen wolle, das dann aber das Allheilmittel für gutes Reiten sein müsse -mithin das, was die "Meister des Faches" auch von sich geben.
Ich habe - ihr ahnt es - in epischer Weite ausgeholt und etwas über "Kulturbegleiter", "Selbstfindung" und "Ruhen in der Mitte" geschrieben. Hat sie nicht verstanden. (Eigentlich schade)
Wenn ihr euch für solcherlei interssiert, freue ich mich über einige Zeilen. Nachstehend das, woran ich glaube:
--
Liebe Frau ...
Pferde begleiten unsere Kulturgeschichte seit etwa 6000 Jahren. Es gibt in diesem Zusammenhang keinen Gedanken, der nicht schon einmal von Menschen gedacht worden wäre. Schon in Babylon und Ägypten gab es hoch angesehen Fachleute, die für die Ausbildung dieses - dem oft wertvollsten Besitz der jeweiligen Herrscher - zuständig waren. Über Jahrtausende gab es Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbraucht haben, Pferde zu beobachten und daraus den größtmöglichen Nutzen für ihre Gesellschaft abzuleiten.
Der Glaube unserer Zeit, dass Alles für alle jederzeit verfügbar und abrufbar ist, ist ein Irrsinn, der sich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft - und auch unseres persönlichen Lebens - spiegelt. Geld wird entsprechend von denen verdient, die den Menschen versprechen, was diese gerne hören wollen. "Grenzlandreiter" ist unter anderem deshalb entstanden, weil ich es unlauter finde, dass Menschen, die ihre Partnerschaftsprobleme auf emotionale Bindungen an Pferde übertragen und dort - einem Herden- Fluchttier - natürlich ebenfalls Probleme bekommen, erzählt wird, dass mit Geradesitzen, Schenkelschluss und "loser Verbindung zum Pferdemaul " alles gut wird. Bis zum nächsten Abflug - aber wer schlachtet schon die Kuh, die er melkt.
Ebenso irre ist die Diskussion über die richtige Reitweise. Die Frage beantwortet sich von alleine, einfach durch den Umstand, welche Aufgaben mit dem Pferd zu lösen sind. Glauben Sie doch nicht, dass mein Dicker, nur weil er selbstständig stundenlang in dem Tempo und in die Richtung läuft, die ich ihm einmal vorgegeben habe, nicht auch exzellent springen würde oder perfekte Dressur kann (ich nicht *g*) Auch das ist ein interessantes Thema:
Gehen Sie in Turnierställe und halten Sie die Ohren offen. Freizeitreiter (das sind doch eigentlich alle, die nicht in Zucht und Sport ihren Lebensunterhalt verdienen) - Freizeitreiter stehen am unteren Ende der Nahrungskette. Schwachsinn! Wettkämpfe in der Dressur- und Springreiterei haben sich in einer Pause zwischen zwei Kriegen entwickelt. Bevor es Autos gab, war es Aufgabe der Pferde, Mensch und Material in jedem Gelände und zu jeder Gelegenheit sicher von A nach B zu bringen. Bis heute muss ein Pferd, das im Gelände sicher ist, alles beherrschen (und selbstständig in großem Zusammenhang anwenden), was die Dressur- und Springpferde in isolierten Situationen zeigen.
"Ooops", sagte da dir Turniermaus mit Freizeitreiter-Allergie, "und was ist, wenn ein Traktor vorbei fährt?" Tja, da zeigt sich dann, ob dir das Pferd vertraut und ob du verstanden hast, was Reiten bedeutet. Meiner macht seine Seitengänge ganz selbstverständlich - wenn wir an einem Müllwagen vorbei müssen. Rückhandwendung und Rückwärtsrichten ist im Dickicht hilfreich und natürlich springen wir auch über quer liegende Bäume.
All das ist kein Hexenwerk -
abgesehen von den Müllautos war all das über 6000 Jahre Alltag für Generationen von Pferde und Reiter. Ach so, einen noch zum Thema "Geld schneiden"
Wir stehen doch alle auf gewaltlose Ausbildung - und dann gibt es da Monty M, Andrea K. und Konsorten. Es ist doch purer Hohn, wenn die Gute erzählt, dass es reicht, eine Hand mit ausgestreckten Fingern in die Höhe zu strecken, um ein Pferd anzutreiben. Erklärung: Das Pferd denkt, das ist die Kralle von einem Raubtier - ähm?!! Der Appell an die angeborenen Urängste ist gewaltfrei?? Tja.
Ein weites Feld. ich kenne eine Menge wirklich gute Trainer. Eigentlich leben alle von der Hand in den Mund -
aber die erzählen ihren Kunden ja auch nicht, dass Reiten auf Knopfdruck funktionieren kann. Auch der Weg des Reiters beginnt dort, wo stets alle Arbeit beginnen - bei einem Blick nach Innen und auf die eigene Persönlichkeit. Wie gesagt.
Meine Meinung.
Gute Wünsche aus Völkersweiler
Cornelius Bischoff

Bevor ich also nun zu dem komme, was mir eigentlich am Herzen liegt - ein dickes "Lob & Dank"
in die große Runde: Ich habe es ganz oft getroffen, dass - wenn die Rede auf "Pferde" kommt, der Verstand aussetzt. Kurz:
Und wer (außer den Kollegen der Fachpresse, die sich aber hüten darüber zu schreiben) hätte gedacht, dass die Ikonen der Szene eine Vorauswahl unter den mutmasslich wilden Hengsten treffen, die sie anschließend Publikumswirksam auf der Equitana (das aber wäre ein Thema für sich) "zähmen" und befrieden?
Eben!
)
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, mittags Kräuter suchen
, nachmittags misten, nachts nackt in der Steppe stehen und die Sterne anheulen. 
(Wer einfach entspanntes Reiten lernen möchte - oder sein diesbezügliches Wissen vertiefen, kann dies in den Ethologie-Kursen tun.) Anm.: "Ethologie" ist ein Begriff aus Frankreich und ist von Umfang und Tiefgang ein Plus zu "Horsemanship" - der Schwerpunkt liegt auf dem "Warum", nicht auf dem "Wie". Und:
