Ergebnis 1 bis 24 von 24
  1. #1
    Ehrenmitglied Avatar von Merle
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    Pfeil Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Bei uns in der Gegend kenne ich die Pferdefreunde Birnbaum e.V. die vorallem Haflinger- und Kaltblutfohlen auf Märkten aufkaufen.

    Aus der Satzung des Vereins:

    Wir haben uns zum Ziel gesetzt diesen Fohlen, die keine Chance bekommen zu helfen. Dazu gründeten wir Anfang 1995 den Verein "Pferdefreunde Birnbaum". Wir kaufen Fohlen, die kein Gebot bekommen und für die nur ein Interessent da ist, der Pferdemetzger. Sie werden mit Tierschutzvertrag und gegen Erstattung der Kosten an geeignete Besitzer weitervermittelt. Diese verpflichten sich, den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wir möchten nicht nur einzelne Tiere vor dem Schlachter bewahren, sondern mit unseren Aktionen auf den schweren Mißstand der Schlachttiertransporte in das Ausland hinweisen, außerdem leisten wir Aufklärungsarbeit bei den Züchtern.

    Unser Ziel ist: Auch in Haflinger- und Kaltblutzucht muss Qualität und nicht Quantität gezüchtet werden. Es sollen nur soviele Fohlen gezeugt werden, wie auch in private Hände verkauft werden können.


    Quelle: Pferdefreunde Birnbaum e.V.

    An sich finde ich es toll wenn sich Leute Mühe geben, Tiere retten und versuchen ihnen ein Leben zu bieten und den Schlachttransport zu ersparen. Andererseits weiß ich immer nicht recht was ich davon halten soll. Solang es solche Vereine gibt und es den Züchtern egal ist wo die Fohlen landen, wird sich dann je etwas ändern? Geld bekommen sie vom Schlachter oder den Pferdefreunden, es ist so schwer hier sinnvoll zu handeln.

    Ich kenne auch einen Wallach von Birnbaum der steht als Einsteller bei uns am Stall und ist bestimmt nicht schlechter als andere Pferde.

    Was haltet Ihr von solchen Aktionen? Sollte man solche Vereine unterstützen und ein Pferd von dort kaufen - würdet Ihr Euch dort umschauen wenn Ihr auf Pferdesuche seit?
    Liebe Grüße Merle

  2. #2
    Moderator Avatar von Kicki
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich finde, dass sowas eine gute Sache ist. Angenommen ich wollte ein nettes Familienpferd oder so, also ohne iwelche Anprüche in die Gänge oder so zu setzen, würde ich es machen, insofern ich ein Pferd selbst ausbilden könnte.
    Das Problem sehe ich allerdings darin, dass es den Züchtern doch oftmals egal ist, ob ihre Tiere zum Schlachter oder zu einem solchen Schutzprojekt gehen. Vielen gehts doch nur ums Geld! Von wem sie das bekommen, kann ihnen doch egal sein. Und wenn man die Schlachter schon gerade parat hat, warum nihct gleich auch in Massen züchten?

    Ich beführchte, dass sich da leider nicht viel ändern wird. Sowas wirds immer geben, solange es nicht verboten wird, denn ein paar Unternehmen, die die Fohlen retten wollen, helfen da auch nicht viel. Besonders, wenn die Nachfrage nicht gerade so groß ist... Schade
    Das Schwierigste an der Arbeit mit dem Pferd ist die Arbeit an sich selbst

  3. #3
    aufTrab Mitglied
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich finde es ja ganz ok, dass solche Vereine gesunde!! Fohlen vor dem Schlachter aufkaufen, aber das eigentliche Problem wird dadurch auch nicht gelöst.
    Die betroffenen Rassen sollten dich doch dann mal Gedanken über ihre Zucht machen und wieso die Preise für ihre Pferde so im Keller sind. Denn nur wenn man das Problem der Überproduktion an der Wurzel packt, kann man es auch lösen.

  4. #4
    Lelie
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Mir scheint es auch so, dass man das Problem so nicht löst, aber ein Pferdeleben zu retten, ist auch schon ne Menge wert.
    Meine Tierärztin hat selbst zwei Pferde vor dem Schlachter geretten. Den Araber hat sie an eine Freundin abgegeben, wo er jetzt ein umsorgtes Freizeitpferd ist, den anderen, einen großen Fuchs (Hannoveraner glaub ich) reitet eine Reitbeteiligung, weil er ihr zu groß ist.
    Der Fuchs ging super Dressur (bis mind. L), dann sollte er einfach so zum Schlachter. Für ihn war es ein großes Glück und das Mädel, das ihn reitet, ist superglücklich.
    LG Lelie

  5. #5
    aufTrab Mitglied Avatar von -Melli-
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich weiß nicht ob ich das gut finden soll...

    Einerseits sehe ich das wie Lelie, ein Pferdeleben ist auch ne Menge wert.

    Aber: Wie schon gesagt wurde, den "Züchtern" ( oder eher Vermehrern!) ist es egal wo das Geld herkommt.
    Solange die Kasse stimmt wird weiter produziert.
    Und jedes Tier das von einem solchen Vermehrer kommt "schadet" den Züchtern die ihre Aufgabe ernst nehmen!
    Klar ist ein Fohlen das man für 600€ bekommt günstiger als ein 3jähriger für 2500€, aber wenn man alle Kosten für Unterkunft, TA, Hufpflege etc einberechnet kommt man weit über 2500€ ( also ich zumindest).
    Man unterstützt also, über einen Umweg, die falschen "Züchter".

    Wir hatten uns vor einem Jahr auch mal Gedanken über die Sache gemacht und überlegt und dort ein Tier zu holen, uns aber dann doch dagegen entschieden.
    Ich finde das ist eine Sache die jeder für sich entscheiden sollte...

    (Puh, das ist jetzt aber lang geworden... )

  6. #6
    Ehrenmitglied Avatar von Merle
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ja wie gesagt ich bin da auch hin- und hergerissen. Ein weiteres Problem sehe ich darin das es ja überwiegend Fohlen sind die da aufgekauft werden und obwohl ich nun jahrelang bei einem Züchter am Stall bin und bestimmt viel mitbekomme, einen Fohlenkauf würde ich mir dann doch nicht zutrauen. Von wegen zu sehen was da mal drauß werden wird usw. Ausserdem muss so ein Kerlchen dann noch drei Jahre großgezogen werden und das so vernünftig wie möglich mit Fohlenkoppel.
    Liebe Grüße Merle

  7. #7
    aufTrab Stammgast Avatar von haflingerteam
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Das ist wirklich eine große Problematik. Einerseits ist es toll, dass es Leute gibt, die diesen Fohlen eine Chance geben und sie aufkaufen. Andererseits wird durch diese günstigeren Fohlen, der Markt für die Züchter hier kaputt gemacht. Durch diese billigen Pferde, musste man mit den Preisen für Haflinger drastisch runter gehen. Immer wiede hört man, Haflinger, das sind doch billige Pferde... Das stimmt nur zum Teil, denn diese billigen Preise gibt es nur, weil der Import von den Schlachtfohlen den Marktpreis drückt.

    Den Haflingerzüchtern, die ihre Fohlen zum Metzger verkaufen, ist es egal, wo die Pferde landen. Sie wollen nur Geld sehen, damit sie ihre Kosten für das Fohlen raus haben. Der Aufkauf der Fohlen, wird die Sachlage also nicht ändern. Aber auch ein Boikott, der von gewissen Leuten, immer wieder gefordert wird, wird wohl nichts daran ändern, denn die Metzger kaufen ja weiterhin. Und dann ist es zusätzlich so, dass in Ländern wie Italien oder Frankreich viel mehr Pferdefleisch gegessen wird, als in Deutschland. Ist es schlimmer ein Fohlen zu schlachten, als ein Erwachsenes Pferd? Ich weiss es nicht. Aber sicher ist, irgendwie wollen die zu ihrem Fleisch kommen.

    Ich habe jetzt mal das Beispiel der Haflinger genommen, weil es da am aktuellsten ist. Natürlich gibt es diese Schlachtpferdevermarktung auch bei anderen Rassen. Was meint ihr, wieviele Hannoverfohlen, etc. jährlich beim Metzger enden. Das wird nur nicht so öffentlich gemacht, weil die nicht noch Kaufauktionen anbieten!
    Liebe Grüße
    Jessica mit dem Haffibär und den Haffilinis

  8. #8
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Hier in der Schweiz haben wir ja ein ähnliches Problem mit den Freibergern. Ich habe mir auch überlegt, so ein Schlachtfohlen zu kaufen, kenne auch jemanden, der das gemacht hat, habe mich aber dann dagegen entschieden, da die Rasse mir nicht zusagt. Generell finde ich es sehr schwierig zu beurteilen. Natürlich ist es schön, wenn ein gesundes Fohlen so gerettet werden kann, aber es löst das Problem nicht.
    Auf der anderen Seite kann ich aber auch nicht wirklich was schlimmes daran finden, solange die Fohlen artgerecht aufwachsen und bis zur Schlachtung keinen langen Transport mehr überstehen müssen.
    Erwartest du Berge, dann sind es nur Maulwurfshügel

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  9. #9
    Ehrenmitglied Avatar von Merle
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich fürchte halt mal die Züchter züchten einfach mal los, weil im Zweifelsfall bekommen sie immer noch den Schlachtpreis für das Fohlen und ich glaube nicht das die noch groß irgendwo aufwachsen dürfen; oder?
    Liebe Grüße Merle

  10. #10
    aufTrab Mitglied
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Sehe das Problem gerade bei den Haffis aber auch darin, dass die ganze Rasse im allgemeinen "günstig" ist. Das fängt an bei den Decktaxen, geht weiter bei den Preisen für Absetzer bis hin zu gerittenen Haflingern.
    Außerdem sehe ich in der Haflingerzucht kein wirkliches Ziel, was man denn nun haben will (siehe Zuchtbuchtrennung) und dadurch wird dann viel Schlachtvieh produziert.
    Für ein durchschnittliches Fohlen zahlt man 500,-, wenn ich in Massen züchte kann es mir also egal sein, ob ich es an privat verkaufe oder eben an den Metzger.

  11. #11
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    @ Merle: Mit Aufwachsen meinte ich die Zeit, die die Fohlen bei der Mutter sind, also den Sommer durch bis in den Herbst, wenn sie geschlachtet werden.
    Wobei viele der Freibergerschlachtfohlen durchaus zur Fohlenschau gehen und dort zum Teil auch hoch bewertet werden. Wenn der Bauer allerdings dann trotzdem bis zum Schlachttermin keinen Käufer findet, dann geht es halt dorthin und das finde ich an sich für die Zucht sehr schade.
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  12. #12
    Ehrenmitglied Avatar von Merle
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Na gut da hätten sie es bei uns zumindest schön, wobei keines unserer Fohlen je mit Absicht zum Schlachter kam. Wir hatten mal zwei verkauft, die wir dann als Jährlinge wieder zurück nehmen sollten. Aber das Fohlen hatte ein kaputtes Auge, das Hengstle ein demoliertes Bein und alles nicht so das es groß aussichten gehabt hätte. Die haben wir zwar auch genommen, aber dann eben zum Schlachter. Es waren gute Fohlen und es war wirklich schrecklich zu sehen.

    Ich glaube aber wirklich das es vielen einfach egal ist von wem sie die ca 500 Euro bekommen und bei den Hafis ist wirklich das Drumrum zu günstig und die Aussichten zu schlecht.
    Liebe Grüße Merle

  13. #13
    aufTrab Mitglied
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Und was man ja auch sehen muss: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

    Wenn ich sehe, wieviele Fohlen und junge Pferde durch zig Hände gehen und von einem Händler zum nächsten gehen und schon alle Pferdemärkte um Umkreis von 200km in- und auswendig kennen, dann finde ich das viel schlimmer, als wenn sie geschlachtet worden wären.

    Es gibt genug Leute, die keine Ahnung von jungen Pferden haben und sich dann aus Mitleid so ein Fohlen holen, ohne an morgen zu denken. Irgendwann ist das Fohli nicht mehr süß und es muss weg. Bis es dann 3 Jahre alt ist und man was mit ihm anfangen kann, wird es hin- und hergeschoben und man weiß auch nicht, wo es im Endeffekt landet.

  14. #14
    ~Dragon~
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich ahbe auch eine zeitlang Schlachtpferde und Fohlen vermittelt.2 Stück in 1 Monat .)^^Hey hey

    Der Vater von einem guten Freund von mir ist Pferdemetzger und hat ständig neue Pferde im Stall.Die hälfte Krank die anderen völlig Gesund! Die gesunden versuche ich weiter zu vermitteln.Momentan hat er allerdings nur Kranke Pferde gehabt für die es wirklich besser wäre.

    Aber naja.Was will man machen.Es ist ein Geschäft wie jedes andere ob Pferd,Kuh oder Schwein jedoch würde ich versuchen jedem Tier ein schönes Leben zu "bieten" oder weitervermitteln zu können

    Allerdings muss ich sagen der gute hat fast immer Haflingerfohlen-3 Jahre und Süddt. Kaltblüter!

  15. #15
    aufTrab Mitglied Avatar von Ninety
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Jeder findet es zwar "OK", dass es solche Menschen gibt, die ihr komplettes Leben umwerfen! um einigen wenigen Tieren noch ein schönes Leben zu ermöglichen, aber die meisten sagen "es bringt nichts". Gut, es bringt vielleicht nicht viel, aber auch nicht nichts! Wenn es solche Schutzhöfe nicht geben würde, würden es noch mehr Tiere sein, die irgendwo verenden. Man muss auch irgendwo anfangen. Und es sind nicht nur die Tiere von Züchtern. Es werden massenhaft Tiere aus schlechter Haltung befreit. Tiere, die große Leiden ertragen mussten bis sie endlich befreit werden, wenn sie das Glück haben. Es sind global betrachtet vielleicht nur kleine Schritte und wenn man weiter denkt spielt man zum Teil wohl auch leider den falschen Leuten in die Hände, aber wenn ich nur einem Tier helfen konnte, dann ist es immerhin ein Tier, welches noch ein schönes Leben haben kann. LEBEN!!! Das ist doch das wichtige. Bei einem Leben geht es nicht um "was wäre wenn"!!
    Und mal abgesehen von den schwarzen Schafen der Schutzhöfe, die die sich wirklich dafür aufopfern haben ein hartes Leben gewählt. Das ist ein 24h Fulltime Job. Wenn mal Urlaub drin ist, Glück gehabt.
    Ich finde das eine sehr gute Sache. Und ich bestärke jeden darin, der so etwas macht. Egal ob Pferde, Hunde oder sonstiges Getier.
    Irgendwo muss man beginnen. Tierschutz allgemein ist leider ein sehr sehr langsam wachsender Prozess und es wird wohl leider noch lange dauern, bis auch von der gesetzlichen Seite endlich mal eine brauchbare Entscheidung kommt, aber wenn keiner anfangen würde, würde gar nichts kommen.
    Es ist eine schreckliche Sache, aber man darf nicht so negativ da ran gehen.

  16. #16
    Evi
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    aufTrab Stammgast Avatar von Evi
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Was sind dass denn für Fohlen? Werden die extra zur Schlachtung gezüchtet oder wurden die zum Schlachter gebracht weil sie keiner wollte?
    Solange Menschen denken,daß Pferde nicht fühlen, müssen Pferde fühlen das Menschen nicht denken!

  17. #17
    aufTrab Stammgast Avatar von SkorpionMel
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ehrlich gesagt bin ich ein Gegner dieser sogenannten Rettungen von Schlachtfohlen. Zumal die Preise deutlich höher sind, als die, die der Schlachter bezahlt. Somit haben die Züchter wieder ein bisschen mehr bekommen. Solang die Nachfrage niedriger ist als die Zucht, werden immer noch die meisten Fohlen, vor allem Hengste, zum Schlachten gehen. Meiner Meinung nach sollten erst mal alles, was übrig bleibt, dorthin zu Spotpreisen, denn nur dann kommt vielleicht ein Umdenken der Züchter, wenn sie nur noch draufzahlen. Natürlich ist es schade, wenn gesunde Pferde zum Schlachten gehen, aber ehrlich gesagt, bei Schweinen und Kühen, etc. fragt doch auch keiner nach, das nehmen wir hin. Die Tiere sind auch nur ein paar Monate alt, bevor sie als Schnitzel auf unserem Teller landen! Ich habe nur etwas gegen die unsinnigen Lebendtransporte ins Ausland, die meistens qualvoll sind und vielen Tieren das Leben kostet. Und das egal, ob Pferd, Rind oder Schwein. Hier müsste die EU eingreifen, aber so lang im Ausland mehr für´s lebendige Fleisch bezahlt wird, wird sich auch da nichts ändern. Und wie viele Bauern züchten Hafis nur wegen den Touristen, weil Fohlen ja so niedlich sind? Und weil der Urlaub auf dem Bauernhof ja so viel interessanter ist? Die gehen im Herbst nach dem Absetzen ebenfalls meist zum Schlachter. Aber wie bereits erwähnt, wenn kein Umdenken statt findet, dann wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Und so lang es Leute gibt, die gutgemeint mehr für Schlachtfohlen zur Rettung bezahlen, freut sich der Züchter. Im Übrigen habe ich selber einen Haflinger damals beim Züchter gekauft, dieser hat aber aufgehört, glücklicherweise, weil er selber sagt, dass es sich nicht rentiert. Ob Miro zum Schlachter gegangen sei, wen ihn niemand gekauft hätte, weiß ich nicht. Mittlerweile ist er fünf und superchick. Und er ist gesund. Ich habe vor vielen Jahren die Rettung eines Schlachtfohlens mitbekommen, dieser Hengst stand dann in einer Hengstaufzucht mit einem von Geburt an leidendem Hüftproblem, d.h. dieses Pferd hätte niemals normal gehen oder geschweigedenn galoppieren können, weil er ein Hinterbein immer hinterher zog. Sorry, aber dieses Pferd hätte meines Erachtens da hingehört, wo er auch war, beim Schlachter, denn das ist doch kein Leben für ein Pferd!
    Also wie gesagt, ich bin gegen die Rettung von Schlachtpferden, weil sich somit auch nichts bei den Züchtern ändert.

  18. #18
    Kruemel
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Unser RV hat jetzt auch 2 Schlachtpferde gerettet. Eine Zuchstute 13 Jahre alt und eine Stute ca. 8 Jahre alt. Vollkommen gesund und sehr brav. Bei der Zuchtstute war es so, dass der Züchter keinen BEDARF mehr für die Stute hatte und sie ihren Platz in seinem Stall räumen mußte.
    Den beiden geht es echt gut, müssen sich aber noch ein wenig in den Schulbetrieb eingewöhnen.

  19. #19
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich denke auch bei Schlachtpferden muss unterschieden werden. Ist es eine Rasse, bei der es üblich ist, dass im Herbst ein Grossteil der Fohlen zum Schlachter wandert und ich möchte mir z.B. ein Fohlen dieser Rasse kaufen, dann lohnt es sich sicher, auch bei den Schlachtfohlen zu schauen. Gerade dann heisst es ja nicht, dass ein Fohlen, dass zum Metzger geht, qualitativ schlecht ist.
    Anders sieht es für mich aus, wenn es sowieso zu viele Fohlen gibt und dann auch diejenigen 'freigekauft' werden, die z.B. Exterieurfehler o.ä. haben und vielleicht aufgrund dieser auch nie geritten werden können. Natürlich kann man argumentieren, dass auch diese Fohlen ein Recht darauf haben zu leben, aber die meisten kaufen sich ein Pferd eben doch, um es irgendwann zu reiten und nicht, um es auf die Weide zu stellen und anzuschauen.
    Solange es für die Züchter rentabler ist, die Fohlen zum Metzger zu geben, als sie aufzuziehen, solange wird auch weitergezüchtet, völlig unabhängig, ob Fohlen freigekauft werden oder nicht.
    Ich kenne zwar keine Zahlen, kann mir aber doch vorstellen, dass ein Grossteil eben weiterhin zum Metzger geht und nicht verkauft wird.
    Was ältere Pferde betrifft, dürfte es doch wohl eher selten sein, dass ein körperlich gesundes Pferd, das klar im Kopf geht, einfach so zum Metzger geht.
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  20. #20
    aufTrab Professor Avatar von Wunschtraum
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich denke man muss unterscheiden, ob man ein wirklich gesundes Pferd vor dem Schlachter rettet, das dort gelandet ist, weil es jemand einfach los werden wollte. Da hab ich nichts dagegen und kenn auch einige Leute die mit ihren geretteten Pferden sehr glücklich geworden sind.

    Was anderes ist es aber, wenn kranke Tiere vor dem Schlachter gerettet werden nur damit sie gerettet werden. Und ich weiß nicht, ob das Leben für solche Tiere dann angenehmer ist. Grad wenn es um schwerwiegende Gebäudemängel, Athrose etc. geht und die Tiere nicht mehr schmerzfrei laufen können, denk ich das für die Tiere die Erlösung beim Schlachter die bessere Variante ist.

    Das die Zucht umdenken muss ist klar, aber ich denke das das noch ein langer Prozess sein wird. Solange der Schlachtpreis noch hoch genug ist, wird sich da kaum was ändern.
    Was ich aber vollkommen ablehne, sind die Lebendtiertransporte durch halb Europa. Wenn das Pferd/Fohlen zum Schlachter muss/soll, dann bitten in den Schlachthof, der dem Stall am nächsten gelegen ist!
    „Richtig Reiten reicht“(Paul Stecken)

  21. #21
    aufTrab Mitglied Avatar von GuyWithAPony
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    ...ich hatte damals mein erstes pony (hafliger...) als absetzer von einer stutenmilchfarm...

    - die haben halt gezüchtet, damit die stuten milch geben - logischerweise. habe ihn damals auch nach kg bezahlt, war für mich etwas befremdlich, aber als jugendlicher hält man seine kohle eben zusammen, um das tier anständig versorgen zu können und gibt keine unsummen für das pferd an sich aus um anschließend nix mehr auf de kante für ta oder ähnliches zu haben...

    - aber gesund und ohne allzu fiese (=spätergesundheitliche probleme verursachende...) Exterieurfehler sollte es dann doch schon sein - so ist der blick in richtung schlacht-fohlen ganz logisch...
    sozusagen rein praktische Gründe - ich hatte nicht vor, ein pferd zu retten oder so.

    denke aber schon, daß diejenigen Fohlen, die zu beginn des Winters noch übrig waren, zum Schlachter gegangen sind, hatten ja auch kein gutes benehmen oder irgendeine art von erziehung oder sowas.
    halt das schon angesprochene modell süße-fohlis-auf-der-wiese-für-die-feriengäste und eben der Milch-Effekt.

    und in dem fall macht das vermehrungs-züchten ja auch sinn (finanziell gesehen), bei sportpferden sieht das sicherlich anders aus, wenn ich für den sport züchte, und das gewissenhaft mache, eben so, daß die Tiere später auch der hohen körperlichen Belastung gewachsen sind, habe ich schon bis zum absetzen ein vielfaches des möglichen Schlachtpreises ausgegeben...

    trotzdem passiert es auch bei einer durchdachten und sorgfältigen zucht daß ich nun ja, ich sags mal einfach so: abschuß produziere - die natur läßt sich zu nix zwingen und man hat fohlen z.b. mit gravierenden exterieurfehlern oder einfach auch fehlentwicklungen oder krankheiten - das läßt sich zwar durch die entsprechende sorgfalt verringern, aber nicht vermeiden. und die sind auch meiner meineung dann beim schlachter noch am sinnvollsten aufgehoben...

    kritisch wird es eben dann bei pferden, die an sich gesund sind, aber dem zuchtziel nicht entsprechen - da wird der grad sehr schmal...
    - die meisten dieser Pferde gehen allerdings dann statt zum schlachter eben auch an freizeitreiter, die mit ihren gut aufgezogenen, aber eben nicht so ganz "gelungenen" Pferden oft sehr zufrieden sind - an und für sich in ordnung.
    aber das öffnet eben auch tür und tor für vermehrungszüchter, die die gleiche sorte von pferd produzieren - zumindest rein äußerlich betrachtet - und an der aufzucht etc sparen um mit den tieren geld zu machen - was ja an sich schon schwer genug ist. die roßtäuscherei und darauf oft folgende besitzwechsel-odyssee vieler pferde ist damit schon vorprogrammiert...

  22. #22
    aufTrab Experte Avatar von nanja
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Ich bin der Meinung es gibt da Unterschiede.
    Klar bei Züchtern die auf Fleisch aus sind sind die fleischigen Rassen (Percheron, Haffi, Noriker) beliebter, und Fohlis sind süss, aber Kälbchen auch. Und die kriegen auch die Rübe runter.
    Wenn jemand mit dem Ziel "einen Sommer auf der Weide und tschüß" züchtet... Ist das das von vorn herein gesteckte Ziel.
    Wenn vorher einer kommt und Fohli haben will, besser weil bringt mehr Geld.
    Dementsprechend haben solche Vereine meiner Meinung nach nicht viel Sinn.
    Dem Bauern ists egal wo Fohli landet. Ob Metzger oder Privat. hauptsache die Kasse stimmt. Somit wird mit dem freikaufen beim Bauern sogar noch der Gegenteilige Effekt erzielt. Wenn freikaufen dann direkt beim Schlachter.

    Bei Züchtern die Reitpferde herstellen wollen, geht auch recht viel Ausschuss an die Stange, da wird das nur nicht so breitgetreten, da sie meist bis 3 Jährig behalten werden. Dann ist der Kuscheleffekt weg und weniger Leute
    kriegens mit und regen sich auf.

    Ich will nun nicht sagen das man diesen Pferden keine Chance geben sollte.
    Wenn ich einen Freizeitpartner suche, und zu stellenweise dramatischen Einschränkungen oder Aufwand keine Angst habe...
    Dann mal los! Wenn gesund, vital und normal (was ja idiotischerweise das beste Schlachtpferd wäre) hat man damit möglicherweise ein traumhaftes
    Pferd! Mein kleiner war ein solches Kerlchen und nach einem Jahr "der wird nichts, kann nichts, nicht in Ordnung" blabla habe ich heute ein Pferd nach dem sich alle umdrehen und wo ich fast ausschließlich "toll, nett, super Pferd will ich auch" höre. Ich habe auch schon das 3te Pferd von der Schlachtbank geholt und mit allen die selbe Erfahrung gemacht.
    Wenn man ein Pferd sucht kann es eine Alternative sein beim Schlachter vorbei zu fahren. Aber gezielt Schlachtfohlen zu "retten" um sie weiter zu verkaufen ist meiner Meinung nach nicht immer die richtige Überlegung.
    Dass mir mein Pferd das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde,
    mein Pferd ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde !


    Kritik zur Kenntnis genommen - Ignoriervorgang eingeleitet

  23. #23
    aufTrab Neuling
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    Zitat Zitat von ~Dragon~ Beitrag anzeigen
    Ich ahbe auch eine zeitlang Schlachtpferde und Fohlen vermittelt.2 Stück in 1 Monat .)^^Hey hey

    Der Vater von einem guten Freund von mir ist Pferdemetzger und hat ständig neue Pferde im Stall.Die hälfte Krank die anderen völlig Gesund! Die gesunden versuche ich weiter zu vermitteln.Momentan hat er allerdings nur Kranke Pferde gehabt für die es wirklich besser wäre.

    Aber naja.Was will man machen.Es ist ein Geschäft wie jedes andere ob Pferd,Kuh oder Schwein jedoch würde ich versuchen jedem Tier ein schönes Leben zu "bieten" oder weitervermitteln zu können

    Allerdings muss ich sagen der gute hat fast immer Haflingerfohlen-3 Jahre und Süddt. Kaltblüter!
    m.richter1976@gmx.de

  24. #24
    aufTrab Mitglied Avatar von monsterpony
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    AW: Schlachtpferde retten - Pro & Contra

    In bin durch meinen Freundeskreis auch in dieses Problem verwickelt:
    Ich kenne ich ein Araberzüchterin sehr gut, die ihre Pferdchen für 25.000€ pro Stück verkauft-sie hat ungefähr 25 Pferde, der Preis ist absolut gerechtfertigt: Die Tiere sind top ausgebildet, allerdings in Westernreiten, und da kenne ich mich nicht so aus (von wegen M-Dressur und so )
    Ich weiß aber dass die Tiere viele Wettbewerbe gewinnen und ein paar reiche Leute die für ihren Pferdebestand kaufen.
    Was aber noch groß in dem Preis zu buche schlägt: Die Pferde haben rießige Koppeln, leben zu mehreren in Herden und stehen das ganze Jahr draußen, werden zugefüttert, haben Unterstände etc.
    Die Pferdchen sind top erzogen und die Züchterin steckt sehr viel Arbeit in sie, hat aber zunehmend Probleme ihr Tiere zu verkaufen-sie macht schon Abstriche bei der Wahl des Käufers, kann wegen dem Geld nicht mehr ganz genau auf die zukünftige Heimat ihrer Tiere machen :/

    Und das größte Problem, das verursacht dass sie ihre Pferde nicht verkaufen kann, ist die "Billig-Konkurrenz" von Pferdemärkten, Schlachtern, etc.
    Viele schauen leider heutzutage nichtmehr darauf, ob das Pferd ein schönes Exterieur, gute Behandlung genossen & keine psychischen "Klatscher" hat- Hauptsache billig.

    Andererseits wird diesen Pferden dann wieder geholfen- ]aber das Problem verstärkt sich, wenn gute Züchter aufgeben & "Billigzüchtern" Platz machen.

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