Zucht • 11.11.2009
Hengste im Test
Im ganzen Land wurden Deutschlands Junghengste in 30- und in 70-Tage-Tests auf Herz und Nieren geprüft. Hier die Besten der bisher gelaufenen Hengstleistungsprüfungen.
Siegerhengst des 70-Tage-Tests im Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse wurde der vierjährige Landbeschäler Laspari. Das Deutsche Sportpferd vom ehemals in Neustadt und jetzt in Zangersheide stationierten Levisto aus einer Gaspari II-Mutter siegte im Teilindex Springen (135,40 Punkte) und wurde immerhin Sechster in der Dressur (119,90). Das machten insgesamt 144,35 Punkte und den unangefochtenen Sieg vor dem dreijährigen Oldenburger Incello-Acord II-Sohn Internet, der bei Gerd Sosath in Lemwerder aufgestellt ist. Er kam insgesamt auf 128,97 Punkte (Dressur: 110,67/8., Springen: 127,58/3.). Bester Dressurhengst (141,57) und Dritter der Gesamtwertung (121,39) wurde der in Österreich gezogene, vier Jahre alte Ratzinger (v. Riccione-Pablo) aus dem Besitz des Gestüts Letter Berg in Coesfeld-Lette.
Ein Allroundtalent ist der Sieger des 70-Tage-Tests in Prussendorf, der vierjährige Oldenburger Repertoire (v. Royal Olymp-Riccione), der in Plaaz auf dem Gestüt Kempke Hof stationiert ist. Dass er mit 130,57 Punkten den höchsten Dressurindex aufwies, entsprach seiner Abstammung. Dass er auch noch drittbester Springer wurde (124,60) und sowohl beim Freispringen als auch unter dem Reiter großes Talent zeigte, war eine kleine Überraschung. 129,37 Punkte lautete sein Gesamtergebnis. Platz zwei ging an den ebenfalls vierjährigen Westfalen Blickpunkt (Besitzer: Zucht- und Sportpferde Schmidt GmbH, Lippetal-Lippborg), der die prominente Blutkombination Belissimo M-Fidermark führt. Er war zweitbester in der Dressur (127,59), siebter im Springen (110,29) und kam alles in allem auf 121,81 Punkte. Dritter und bester dreijähriger Teilnehmer wurde der sich in schwedischem Besitz befindliche Holsteiner Capriano (v. Cypriano-Carpaccio). Mit Platz fünf im Bereich Dressur (117,71) und Rang vier im Springen (121,56) kam er auf ein Ergebnis von 120,37 Punkten.
In Redefin waren die Holsteiner nicht zu schlagen. Allen voran der vierjährige Pachthengst des Mecklenburger Landgestüts, Levisonn (v. Levisto-Lennon), der sowohl in der Dressur (139,72) als auch im Springen (130,33) überragte. Das machten 141,17 Punkte total für ihn und damit knapp 20 Zähler mehr, als der Reservesieger Clarius v. Con Air-Calato (121,80) vom Gestüt Neuenhof in Nideggen erhielt. Auch dieser Vierjährige erwies sich als doppelbegabt, wurde Vierter in der Dressur (115,61) und Dritter im Springen (121,25). Platz drei ging mit 120,61 Punkten an den ebenfalls vier Jahre alten Contender-Sevillano xx-Sohn Contenaro, den das Landgestüt Moritzburg geschickt hatte. Mit 127,12 Punkten war er Zweitbester über den Stangen. 106,50 Punkte erhielt er für seine Dressurleistungen.
Einige Kandidaten des 70-Tage-Tests im Landgestüt Warendorf stammten zwar aus dem Körjahrgang 2008, aber manch damals hoch Dekorierter mussten beim Test unter dem Sattel anderen den Vortritt lassen. Den Gesamtsieger Sunday (Westf. v. Sandro Hit-Donnerhall) hatte Landstallmeisterin Susanne Schmitt-Rimkus als zwar gekörten, aber nicht prämierten Hengst für relativ günstige 41.500 Euro bei der Handorfer Hauptkörung im November ersteigert. In Warendorf hatte er mit 138,71 Punkten den höchsten Dressurindex. Mit 95,49 Indexpunkten im Springen kam er auf insgesamt 132,38 Indexpunkte. Reservesieger wurde der Warendorfer Pachthengst Captain Chancy (Westf. v. Captain Fire-Landadel, Besitzer: Reitsportzentrum Massener Heide) mit einem Gesamtindex von 128,13 Punkten (Dressur: 111,90/9., Springen: 132,48/2.). Bester Springer war der Landbeschäler Capistrano, ein westfälisch gebrannter Cornet-Obolensky-Pilot-Sohn, der bei der Körung ebenfalls keine Prämie erhielt. Körungssieger Flanagan (Rhld. v. Fidertanz-Rubiloh), auch ein Landbeschäler, wurde Sechster (118,09 Punkte) und hatte den zweithöchsten Dressurindex (124,74).
(...)


