14.12.2009WBFSH-Zuchtwertung - Deutsche Pferde belegen vordere Plätze
Kopenhagen. In der Auswertung des Jahres 2009 der internationalen Zuchtvereinigung World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) nehmen deutsche Pferde und Zuchtverbände erneut zahlreiche Spitzenpositionen ein. Im Rahmen der WBFSH-Tagung in Kopenhagen in Dänemark wurden die erfolgreichen Zuchtverbände geehrt. Auch in der WBFSH-Rangliste für Hengste finden sich deutsche Vererber auf den vorderen Plätzen. Bewertet wurden die Vatertiere anhand der sportlichen Erfolge ihrer Nachkommen.
Ausrichter der Tagung war der Dänische Warmblut Zuchtverband, der von den Zuchtorganisationen aus Schweden, Norwegen und Finnland unterstützt wurde. Dr. Thomas Nissen (Kiel) wurde als Vizepräsident für weitere drei Jahre bestätigt. Deutschland betreut damit für drei weitere Jahre den Arbeitsbereich Zusammenarbeit (Departement Cooperation).
Der Hannoveraner Verband belegt in diesem Jahr zweimal Platz zwei in den Zuchtverbandswertungen. In der Dressur kam er auf 11.651 Punkte. Unter den Top-Ten der Pferdewertung sind vier Pferde aus Deutschland vertreten und mit Satchmo (v. Sao Paulo/Reiterin Isabell Werth), Salinero (v. Salieri/Anky van Grunsven) und Warum nicht FRH (v. Weltmeyer/Isabell Werth) gleich drei Hannoveraner. Auf Platz neun der Pferdewertung ist der Oldenburger Sterntaler-Unicef (v. Sion/Matthias-Alexander Rath). Der Oldenburger-Verband belegt Platz vier (9791 Punkte) in der Zuchtverbandswertung hinter dem Dänischen Warmblut-Verband (9990). Mit Parzival v. Jazz auf Platz eins und Moorlands Totilas v. Gribaldi auf Platz drei und drei weiteren KWPN-Pferden unter den Top-Ten übernimmt der Verband des Königlich Niederländischen Warmbluts (KWPN) hier die Spitzenposition. Auf den Plätzen sechs, sieben und acht rangieren das Westfälische Pferdestammbuch (7041), der Holsteiner-Verband (7010) und das Rheinische Pferdestammbuch (6613). Platz zehn geht an den Trakehner-Verband (5498).
Im Ranking der Dressurvererber nehmen deutsche Hengste allein sieben Plätze unter den Top-Ten ein. Allen voran auf Platz zwei der berühmte Oldenburger Dressurvererber Donnerhall v. Donnerwetter mit 8086 Punkten, welcher unter Karin Rehbein allein 119 nationale und internationale S-Dressur Siege erzielen konnte. Er erbrachte bislang 119 gekörte Hengste, darunter den Olympiateilnehmer Don Schufro (Andreas Helgstrand, Dänemark) sowie den westfälischen Hengst Damon Hill, Doppelweltmeister der jungen Dressurpferde in Verden. Beide zählen zu den Top ein Prozent der deutschen Dressurvererber der Integrierten Zuchtwertschätzung. Angeführt wird die Liste vom Hengst Jazz v. Cocktail (12.972) aus der niederländischen Zucht, einst erfolgreiches Dressurpferd unter der Niederländerin Tineke Bartels, der auch von deutschen Züchtern eingesetzt wird. Der Rheinländer Florestan I v. Fidelio hat einige Plätze gut gemacht und belegt in diesem Jahr Platz drei (7876). Die Plätze vier und fünf gehen ebenfalls nach Deutschland. Der Oldenburger Rohdiamant v. Rubinstein I verdrängt seinen Vater von Platz vier auf Platz sechs. Neben Rohdiamant hat der Westfale Rubinstein I v. Rosenkavalier unter anderem mit Rohdiamant, Royal Diamond und Rosario zahlreiche international erfolgreiche Söhne. Platz fünf der WBFSH-Liste geht an den Hannoveraner Weltmeyer v. World Cup I.
Der Hannoveraner Verband nimmt ebenfalls einen zweiten Platz in der Vielseitigkeit mit 1264 Punkten ein. Der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg kommt hier auf den vierten Platz (920) und stellt mit La Biosthetique Sam FBW (v. Stan the Man xx/Michael Jung) auch das erfolgreichste Pferd in dieser Disziplin. Insgesamt sind mit den beiden Hannoveranern Air Jordan (v. Amerigo Vespucci xx/Frank Ostholt) und Euroridings Butts Leon (v. Heraldik xx/Andreas Dibowski) drei Pferde aus deutschen Zuchtgebieten unter den Top-Ten. In der Verbandswertung geht die Führung an den irischen Verband „Irish Sport Horse“. Auf den Plätzen sechs, sieben, acht und neun sind der Holsteiner Verband (821), der Trakehner Verband (806), das Westfälische Pferdestammbuch (715) und der Oldenburger Verband (610).
Die Liste der Hengste mit erfolgreichen Nachkommen führt der in Deutschland eingesetzte Vollblüter Heraldik xx v. Caramel xx an. Er macht sich vor allem durch seine Nachkommen FRH Butts Abraxxas (Ingrid Klimke) und Euroridings Butts Leon (Andreas Dibowski) einen Namen. Die beiden aus der Zucht von Friedrich Butt in Bülkau stammenden Hannoveraner gehörten dem deutschen Goldteam bei den Olympischen Spielen in Hongkong an und sammelten auch im Jahr 2009 zahlreiche Erfolge. Aber auch der EM-Bronzemedaillengewinner La Biosthetique Sam FBW führt über seine Mutter Halla den Vollblüter Heraldik xx im Pedigree. Insgesamt befinden sich sechs Vollblüter unter den Top-Ten. Darunter auch die in Deutschland eingesetzten Hengste Stan the Man xx v. Tachypous xx und Amerigo Vespucci xx v. Akari xx auf den Plätzen fünf beziehungsweise neun. Platz zwei geht an den Hengst Jumbo, Platz drei an den in Irland geborenen Vollblüter Master IMP xx v. Imperius xx.
Die beste deutsche Platzierung in der Zuchtverbandswertung der Disziplin Springen sichert sich der Holsteiner Verband mit Platz drei (7039,98). Hier sammelte vor allem der von Marco Kutscher (Hörstel) gerittene Wallach Cash v. Carthago mit einem siebten Platz in der Pferdewertung Punkte für den Verband. Das erfolgreichste deutsche Pferd ist aber der Westfale The Sixth Sense v. Zorro T auf Platz drei, der mit dem Österreicher Thomas Frühmann erfolgreich im Parcours unterwegs ist. Das Westfälische Pferdestammbuch kommt unter anderem durch die Erfolge von The Sixth Sense, Peu à Peu und Aboyeur W auf Platz fünf (6332,81). Der Hannoveraner und der Oldenburger Verband belegen die Plätze sechs (5706,00) und sieben (3899,17). Mit dem Hannoveraner Shutterfly (v. Silvio I/Meredith Michaels-Beerbaum), der auf Platz sechs in der Pferdewertung ist (1556), befindet sich ein weiteres deutsches Pferd unter den Top-Ten. Platz eins belegt – wie im vergangenen Jahr – der KWPN-Hengst Hickstead (1865). Platz zwei geht mit Robin Hood W ebenfalls an den niederländischen Verband.
Ähnlich zahlreich wie in der Dressur präsentieren sich die deutschen Hengste auch in der Rangliste der Springvererber. Hinter Darco v. Lugano van La Roche (10.406) aus der Belgischen Zucht und dem Selle Francais Quidam de Revel v. Jalisco B (7478,5) liegt der Holsteiner Carthago v. Cor de la Bryere auf Platz drei (6504). Mit Caretino v. Caletto II, Achill-Libero H v. und Calvaro Z v. Caletto I sind drei weitere Holsteiner unter den Top-Ten der Springvererber.
(FNpress)
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