In Münster die “Jungen Wilden”, in Basel die “Etablierten”

Dass unter den Erstplatzierten in Basel eine Menge big names zu finden waren …. davon konnte man eigentlich ausgehen. Dass es aber beim Turnier in Münster zu einer faustdicken Überraschung kam und sich die hohen Favoriten hinter den “Jungen Wilden” einzureihen hatten - dass hatte man eigentlich so nicht erwartet.

Zunächst zur großen Überraschung: Der Sieger im Großen Preis von Münster ist Sebastian Karshüning! Wer? Nun, wenn Sie den jungen Mann aus Westfalen (noch) nicht kennen, dann ist das nicht unbedingt eine Bildungslücke, sondern liegt vielleicht daran, dass Sie außerhalb von Westfalen leben. Dort kennt man den 29-jährigen Pferdewirt aus Borken, der sich heute mit der 10-jährigen Lucy, einer Westfalen-Stute von Lupicor, den Sieg in der Halle Münsterland sicherte. National oder gar international ist der junge Mann , der auch schon mal bei Marcus Ehning trainiert, bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Eigentlich, so der strahlende Sieger, wollte er beim Großen Preis “nur einen guten Eindruck hinterlassen” - das hat er fürwahr getan. Denn seine fehlerfreie Runde im Stechen in 33,96 Sekunden war auch von den beiden noch nach ihm startenden Routiniers Marcus Ehning/Sabrina (4 Fehlerpunkte - Rang 5) und Toni Haßmann/Laceful (0 / 34,71 Sek. - Platz 2) nicht mehr zu knacken. Für Karshüning, der zu seiner Siegprämie von € 10.000 gleich noch eine Einladung zum Westfalenhallen-Turnier in Dortmund und die Qualifikation für das Frankfurter Festhallenturnier (Masters League) im nächsten Winter gab, war dies einfach nur “ein supertoller Tag”. Hinter Karshüning und Haßmann kam dann übrigens noch ein “junger Wilder” auf den dritten Rang: der 21-jährige Tobias Meyer und Annabell, der eine fehlerfreie Runde in 34,95 Sekunden in den Münsteraner Stechparcours gezaubert hatte. Vierter wurde der Ungar Balazs Krusco mit Nemo (0 / 42,36 Sek), Fünfter - wie erwähnt - Marcus Ehning mit Sabrina (4 / 34,34 Sek).
In Basel sah das Ranking dann sehr viel etablierter aus. Sieger im Großen Preis von Basel und damit Empfänger eines netten Schecks über CHF 55.000 war der Ire Cian O’Connor mit seinem 12-jährigen Rancorrado. O’Connor schaffte den Sieg mit einer aufwurffreien Runde im Stechen, kassierte aber einen Zeitfehler, was zum Sieg vor dem Niederländer Gerco Schräder mit Eurocommerce New Orleans reichte (4 / 40,15 Sek). Der Schweizer Steve Guerdat und Ferrari hatten ebenfalls einen Klotz im Stechen, lagen mit ihrer 40,43 Sek-Runde aber noch locker vor dem Iren Denis Lynch mit Nabab’s Son, bei dem im Stechen glatt fünf Mal die Stangen fielen. Bester deutscher Reiter war Lars Nieberg mit Levito auf Rang 14.

Quelle