CHIO Aachen 2010 als Pilotprojekt Dressur - olympisches Format wird beim Weltfest des Pferdesports getestet – attraktive Neuerungen


Aachen. Wie faszinierend der Dressursport sein kann, wissen Sportfans aus aller Welt spätestens seit der Reit-WM Aachen 2006. Vor 40.000 Zuschauern ritten die internationalen Dressurstars in der Aachener Soers unter Flutlicht um den Titel des Weltmeisters, die Wettbewerbe wurden live in alle Welt übertragen.

Nach den Olympischen Spielen 2008 hat der internationale Pferdesportverband FEI eine „Task Force Dressage“ eingesetzt. Unter dem Vorsitz von Frank Kemperman, Turnierdirektor des Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen, wurden Vorschläge für die Zukunft des Dressursports entwickelt. „Wir wollen den Sport noch attraktiver und verständlicher machen“, so Kemperman. Die Generalversammlung der FEI hat die Ideen im November in Kopenhagen bereits genehmigt.

Neben detaillierten Vorschlägen zur Verbesserung des Richtverfahrens ist die Änderung des Prüfungsformats bei Olympischen Spielen das wichtigste Ergebnis der Arbeit der Task Force. Die Mannschaftswertung, die bislang über zwei Tage ausgetragen wurde, wird nun an einem Tag entschieden. Diese Entscheidung fällt nun im Grand Prix Special. Gestartet wird in umgedrehter Reihenfolge zu den Ergebnissen aus dem Grand Prix. „Der Nationenpreis ist dadurch deutlich aufgewertet, es wird viel spannender zugehen“ sagt Frank Kemperman.

Das neue Format sieht nun für den CHIO Aachen 2010 folgendes Muster vor:
• Donnerstag: Preis der TESCHINKASSO, Grand Prix (1.Wertungsprüfung Einzel und 1.Wertungsprüfung Mannschaft)
• Samstag: MEGGLE-Preis, Grand Prix Special (2. Wertungsprüfung Einzel und Lambertz Nationenpreis Finale Mannschaft)
• Sonntag: Deutsche Bank Preis, Grand Prix Kür (Finale Einzelwertung)

Auch das „3+1“ wird bereits beim kommenden CHIO Aachen Anwendung finden. Ein Land darf vier Reiter mitbringen, aber nur drei werden für die Mannschaft starten – es gibt also kein Streichergebnis mehr.

Bei den Richtverfahren werden in Aachen ebenfalls neue Ideen ausprobiert. „Der Sport soll dadurch gerechter und transparenter werden“, erläutert Frank Kemperman. Die wichtigsten sind:
• Mehr Richter: Versuchsweise werden bei ausgewählten Prüfungen sieben statt bislang fünf Richter eingesetzt werden.
• Halbe Noten: Statt ausschließlich ganzer Noten, dürfen die Richter fortan auch halbe Noten vergeben.
• Kür mit Musik: Die Richter übernehmen verschiedene Aufgaben. Während ein Richter beispielsweise nur für die Bewertung der Technik verantwortlich ist, konzentriert sich ein anderer ausschließlich auf die Artistik.
• Supervisory Panel: Auch die Richter werden beurteilt, die Mitglieder des Panels testen, ob in Zukunft auch Noten korrigiert werden sollen.

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