Christian Plücker gewinnt das Hindernisfahren

Aachen (fn-press). Die niederländischen Vierspänner-Fahrer haben beim Weltfest des Pferdesports den Nationenpreis gewonnen. Nach der Dressur am Donnerstag gaben sie ihre Führung nicht mehr ab und siegten nach den drei Teilprüfungen Dressur, Gelände und Hindernisfahren. Das deutsche Team zeigte am Sonntag noch einmal eine starke Leistung im Hindernisfahren, aber es reichte nicht, um den amtierenden Weltmeistern den Sieg abzunehmen. Auf Platz drei kam das Team aus der Schweiz. Auf den Plätzen vier, fünf und sechs beendeten Schweden, Ungarn und Frankreich den Nationenpreis. In der Einzelwertung gewann der Australier Boyd Exell vor dem Niederländer Ijsbrand Chardon. Christoph Sandmann (Lähden) kam auf Platz drei. Das Hindernisfahren am Sonntag gewann Christian Plücker (Waldeck) nach einem rasanten Stechen.

"Da konnte keiner mit rechnen, das ist ein toller Erfolg", sagte Christoph Sandmann nach seinem dritten Platz in der Kombinierten Wertung begeistert. Nach Dressur (Platz fünf) und Gelände (Platz fünf), blieben beim Hindernisfahren alle Bälle auf den Kegeln liegen, er bekam lediglich 1,97 Punkte wegen Überschreitung der erlaubten Zeit und kam auf Platz elf. Sandmann hatte drei neue Pferde in seinem Gespann, zwei davon sind erst vor zwei Wochen aus England nach Deutschland gekommen. "Im Gelände musste ich natürlich erst einmal vorsichtig fahren, um auch Vertrauen zu den Pferden zu bekommen, aber dann konnten wir uns von Hindernis zu Hindernis steigern", erklärt er. Sandmann hatte zuvor nicht gedacht, solche Zeiten im Gelände fahren zu können, und dass er mit einem fünften Platz mit der internationalen Weltspitze mithalten kann. "Im Prinzip müssen sich die Pferde erst noch richtig zusammen finden."

Boyd Exell, amtierender Weltcup-Sieger, fuhr seinen Sieg im abschließenden Hindernisfahren souverän nach Hause. Denn Verfolger und Gesamtsieger in den beiden Vorjahren, Ijsbrand Chardon, hatte einen Fehler und kassierte drei Strafpunkte. So hätte sich Exell sogar zwei Bälle erlauben können und immer noch gewonnen. Aber er fuhr blitzsauber ins Ziel und startete im Stechen um den Sieg in der Teilprüfung, hatte hier aber einen Fehler und kam auf Platz sechs. In der Kombinierten Wertung belegte der Schwede Tomas Eriksson, der am Samstag das Gelände gewann, den vierten Platz vor dem Niederländer Koos de Ronde. Der deutsche Mannschaftsfahrer Michael Brauchle (Lauchheim) kam auf Platz zehn, die Einzelfahrer Ludwig Weinmayr (Fischbachau) und Rainer Duen (Friesoythe) belegten die Plätze elf und dreizehn. Christian Plücker kam am Ende in der Gesamtwertung auf den fünfzehnten Platz und Aachen-Neuling Dirk Gerkens (Paderborn) auf Rang 18.

Beim Hindernisfahren am Sonntag kamen insgesamt sieben Fahrer ins Stechen. Christian Plücker startete als letzter Fahrer im Stechen und wusste da schon, dass er einen Podiumsplatz hat, wenn er nur fehlerfrei bleibt. "Deshalb bin ich gar nicht übertrieben schnell gefahren, habe aber ganz kurze Wege genommen," sagte Plücker. Seine Taktik ging auf, er kam in 103,02 Sekunden fehlerfrei ins Ziel und gewann deutlich vor dem Schweizer Werner Ulrich, der fehlerfrei in 106,24 Sekunden fuhr. "Es hat einfach alles gestimmt, die Pferde sind richtig gut drauf", freute er sich als Sieger ins Hauptstadion zur Siegerehrung zu dürfen. "So ein Publikum wie in Aachen haben wir sonst nirgendwo, die Pferde kennen zwar Applaus, aber das ist doch noch eine Nummer größer, einfach Gänsehaut-Atmosphäre." Michael Brauchle war im Hindernisfahren auch ohne Fehler geblieben, überschritt die erlaubte Zeit aber ganz knapp, so dass er 0,86 Strafpunkte bekam und den achten Platz belegte. Auch Christoph Sandmann fuhr sauber und kam mit 1,97 Zeitfehlern ins Ziel - Platz elf im Hindernisfahren.

In der Dressur am Donnerstag war Mannschaftsfahrer Christoph Sandmann bester Deutscher. Er kam auf Platz fünf (48,77 Punkte). Es siegte Boyd Exell mit 37,63 Punkten vor Ijsbrand Chardon (40,32). Die beiden anderen Mannschaftsfahrer Christian Plücker und Michael Brauchle hatten die Plätze neun (51,71) und 17 (60,80) belegt. "Schon nach der Dressur waren die Niederländer weit weg, an der Dressur müssen wir noch arbeiten", sagte Christoph Sandmann. Aber er sehe bei seinem neuen Gespann durchaus noch Potential fünf bis sechs Punkte mehr zu fahren. Im Gelände am Samstag hatten Sandmann, Brauchle und Plücker die Plätze fünf, neun und 17 belegt. Plücker hatte richtig gut begonnen, ihm unterlief aber im Hindernis acht ein Fehler, so dass er viel Zeit verlor. Plücker war insgesamt aber zufrieden. Ich habe zweimal auch für die Mannschaft gezählt, das ist doch super", sagte er nach seiner insgesamt dritten Teilnahme in Aachen. Auch Bundestrainer Ewald Meier (Meißenheim) war zufrieden mit der Leistung seines Teams und dem zweiten Platz. "Sie sind alle gut gefahren und im Kegelparcours ist Christian gefahren wie Teufel." Christoph Sandmann sieht mit seinem neuen Gespann noch Potential für mehr in dem Team. "Außerdem sind da zwei junge Fahrer dabei, das ist ein tolles Team mit Zukunft", sagte der Routinier über seine Mannschaftskollegen, den 19-jährigen Michael Brauchle und den 27-jährigen Christian Plücker.

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