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  1. #1
    HJ
    Gast

    Mental-Training für Reiter!?

    Hi!

    Ich hab in der neuen MeinPferd den Titelthema-Artikel "Die Macht der Gedanken - Erfolg beginnt im Kopf" gelesen und muss sagen, dass ich mir darüber schon länger Gedanken mache...

    Ich bin auch ein Reiter, der sich über Gott und die Welt Gedanken macht, "Jetzt schaut DIE schon wieder zu, hoffentlich mach ich auch alles richtig", "Hoffentlich hat Lund heute einen guten Tag gestern hat sie gebuckelt *angst*" und, und, und ...

    Ich merk v.a. durch Luna, dass ich oft verspannt/blockiert bin und das muss ich ablegen, denn das überträgt sich extrem auf Luna, da hab ich schon öfters gemerkt...
    Beim ersten Spiel unserer Gaudi-Ralley z.B. war ich noch total nervös und wollt alles perfekt machen und hab mich so verspannt, dass das nicht gut gehen konnte mit so einem sensiblen Pferd
    Und im Gelände, wenn ich mit anderen rede und quasi abgelenkt bin, läuft Luna viel lockerer und total lieb und entspannt, wenn ich mich aber darauf konzentrier, dass sie ruhig läuft und v.a. auf dem Heimweg nicht ab und zu tänzelt, dann kann ichs "vergesse"

    Ich hatte schon immer im Kopf ein Problem, ich konnte im Training unheimlich gut Tennisspielen und als es dann an die "Turniere" (Mannschaftspiele) ging, war ich so blockiert, dass meine Vorhand komplett weg war, also wirklich, ich hab kein Ball getroffen und wenn, dann ist er irgendwo hingeflogen
    Ok, ich hab Einzelsportarten noch nie mögen, aber ich war beim Tennis immer sooo fertig und das war auch der Grund, wieso ich nach dieser Saison gesagt hab, dass ich eine Pause brauche...
    Bei Manschaftssportarten (ich hab bis vor 2 Jahren aktiv Volleyball gespielt und spiel jetzt nur noch Hobbymäßig) hab ich da überhaupt kein Problem, da bin ich nervenstark... Wir haben dank mir mal ein Spiel gedreht, die andere Mannschaft brauchte nur noch einen Punkt, wir aber 6 Punkte zum Satzgewinn, tja, ich hatte Aufschlag und hab den anderen die Bälle nur so um die Ohren geschlagen, da hab ich die Nerven und bin stark, aber naja, da hat man halt eine Mannschaft um sich herum, die zu einem hält...

    Aber beim Reiten hat man doch sein Pferd!?

    Hm, vielleicht ist das bei mir so extrem, weil ich immer alles perfekt machen will und mich nie einer richtig lobt (ihr glaubt gar nicht wie weh das manchmal tut, man kämpft und arbeitet und loben tut einen trotzdem niemand ), ich versuch es echt immer allen recht zu machen, aber naja, es gibt meistens komische Blicke oder blöde Sprüche, gerade in Bezug aufs Pferd/Reiten...

    Naja, vielleicht bilde ich mir das auch ein, ich bin aber seeeeeehr feinfühlig, was die Körpersprache/Mimik andere betrifft...

    So, sorry, ich woll eingentlich nur einen Thread zum Thema Mentale Stärke beim Reiten erstellen, aber ich hab fast einen halben Roman draus gemacht, sorry, ich musste mir das "von der Seele schreiben"

    Also, dann legt IHR mal los mit schreiben!
    Habt ihr beim Reiten auch Probleme mit eurem "Kopf"?
    Wie reagiert euer Pferd drauf?
    Macht ihr was dagegen?
    Würdet ihr was dagegen machen?
    Was haltet ihr von einem solchen Mental-Training durch einen Coach?


    Viele liebe Grüße
    Jessi

  2. #2
    aufTrab Professor Avatar von Wunschtraum
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Habt ihr beim Reiten auch Probleme mit eurem "Kopf"?

    Ab und zu ja. Bei der Dressur nicht, aber beim Springen. Hatte mal einen nicht so lustigen Reit-Unfall und bin in einem Oxer gelandet (vor Jules Zeit). Seitdem gehören die nicht mehr zu meinen besten Freunden und ich hatte lange Zeit ein großes Problem da drüber zu kommen, obwohl Jule immer springt, wenn ich meine Hände und die Beine dran lass. Aber ohne Beine und Hände läuft sie dann auch vorbei. Mach ich ihr auch keinen Vorwurf. Wenn ich mir nicht sicher bin dass ich da drüber will, wie soll sie sich dann sicher sein, dass sie da auch drüber soll.


    Wie reagiert euer Pferd drauf?

    Siehe oben. Sie wird dann auch unsicher.

    Macht ihr was dagegen?
    Ich hab damals mit den Oxern wieder ganz klein angefangen. Wenn ich keine Angst mehr hatte, 1-2 Loch höher, usw. Mittlerweile hab ich kein Problem mehr damit. Und ich war damals auf einem Vortrag über Mentales Training (Zufall das es genau in dem Zeitraum war) von Thomas Baschab. Und das war richtig toll! Ich kann auch sein Buch total empfehlen. Es kostet 15 Euro und ist wirklich lesenswert *klick*

    Würdet ihr was dagegen machen?
    Ich hab langsam wieder angefangen. In deinem Fall würde ich Lockerunsübungen machen. Z.B. bewusst Atmen, vor dich hin summen, oder dir selbst imme etwas vorsagen. Ist vielleicht ein bisschen doof, aber ich hab mir immer gesagt "ich will da drüber" (also über den Oxer). Das hat mich dann selbst noch mal bestärkt.

    Was haltet ihr von einem solchen Mental-Training durch einen Coach?
    Find ich eine gute Idee! Hab ja schon mal bei einem Mental-Training mit gemacht und das war einfach super! Wie gesagt, ich würde auch das Buch empfehlen, wenn man keinen Trainer zur Verfügung hat!
    Geändert von Wunschtraum (11.09.2009 um 14:02 Uhr)
    „Richtig Reiten reicht“(Paul Stecken)

  3. #3
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Das ist ein interessantes Thema

    Ich bin überzeugt davon, dass Reiten zu mindestens 80 % Kopfsache ist, zumindest beobachte ich es bei mir selbst so. Je besser ich alles andere aus meinem Kopf verbannen kann, umso tiefer lasse ich mich auf mein Pferd ein und es läuft harmonisch. Sobald ich unkonzentriert bin, läßt mein Pferd sich ebenfalls leicht ablenken.
    Mein früherer RL meinte immer, bevor er auf's Pferd steigt, stellt er sich eine Wand mit einem Fenster vor, packt seine Gedanken in kleine Säckchen und wirft sie aus diesem Fenster. Klingt ziemlich strange, ich habe das damals auch belächelt, aber inzwischen weiß ich, was er damit meinte.

    Zuschauer (egal wie "wichtig" sie sein mögen) stören mich überhaupt nicht. Ich glaube an meinen Weg und stehe dazu - und ich gestehe mir auch meine Fehler zu und bin offen für Kritik. Wenn ich als Reiter schon nicht so recht überzeugt von meinem Weg bin, werde ich das Pferd nie überzeugen können.
    Wer Spaß am Lästern hat, der wird das sowieso tun. Von solchen Leuten hört man jedoch selten etwas Konstruktives, insofern muss man das nicht so ernst nehmen
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  4. #4
    HJ
    Gast

    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Zitat Zitat von Lore Beitrag anzeigen
    Zuschauer (egal wie "wichtig" sie sein mögen) stören mich überhaupt nicht. Ich glaube an meinen Weg und stehe dazu - und ich gestehe mir auch meine Fehler zu und bin offen für Kritik. Wenn ich als Reiter schon nicht so recht überzeugt von meinem Weg bin, werde ich das Pferd nie überzeugen können.
    Wer Spaß am Lästern hat, der wird das sowieso tun. Von solchen Leuten hört man jedoch selten etwas Konstruktives, insofern muss man das nicht so ernst nehmen
    Genau das ist mein Problem, ich mach mir immer viel zu viele Gedanken, was die anderen jetzt denken könnten etc.
    Aber ich weiß trotzdem wo ich mit meinem Pferd hin will und dass ich das schaffen werde!
    Bei meiner Trainerin hab ich nicht Angst etwas falsch zu machen, die korrigiert mich ja und die lobt einen auch ab und zu oder sagt dann "Macht nichts, das wird schon, dranbleiben!"
    Nur sowas bräuchte ich halt öfters und das nicht nur in Bezug aufs Reiten etc.

    Ich werd mich jetzt auch mal na guten Büchern umschauen...
    Danke für den Buchtipp, Wunschtraum!

  5. #5
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Beim Reiten bin ich da inzwischen wirklich selbstbewusst geworden. Du solltest öfter mal auf deine bisherigen Erfolge zurückblicken, bislang ist es doch super gelaufen mit deinem Pferd und ihr macht eure Fortschritte.
    Der Weg ist das Ziel! Du solltest dir das Recht zugestehen, Fehler machen zu dürfen. Auch (und manchmal gerade) die Mißerfolge bringen euch voran. Versuch und Irrtum, dann ein neuer Versuch. Wenn immer alles auf Anhieb klappen würde, dann kann man vielleicht vor den Zuschauern glänzen - aber der Spaß am Reiten wird irgendwann auf der Strecke bleiben, wenn es keine Herausforderungen mehr gibt.
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  6. #6
    aufTrab Professor Avatar von Wunschtraum
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    @ Jessi: lass dich von deinem Weg einfach nicht abbringen! Mich und meine Lütte haben sie am Anfang alle nur belächelt. Die Lütte war schwierig und ich hatte manchmal ganz schön zu beißen. Und was ist aus uns geworden? A läuft sie Dressur und Springen sicher. L-Lektionen beherrscht sie auch, wir haben mit Kandare angefgangen und es sind auch einzelne L-Sprünge drin. (Da bin ich mehr die Bremse als das Pferd)
    Lass die anderen Leute doch einfach reden. Wenn du einen guten Trainer hast, halt dich an den und nur dessen Meinung zählt. Konstruktive Kritik sollte man immer annehmen, aber die Leute die nur kritiseren, damit sie was zum lästern haben, solltest du einfach ausblenden. Mit dr Zeit wirst du das auch noch lernen!!!
    „Richtig Reiten reicht“(Paul Stecken)

  7. #7
    aufTrab Experte Avatar von Mareike
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Oooohjaa Jessi ...
    Ich bin auch so ein "Bestätigungskind"( ebenfals nicht nur beim reiten) .... Ich denk mri auch immer was denn der und der von mir denkt und versuchs allen- bzw. allen von denen ich was halte- recht zu machen...
    Ich werde da manchmal regerelcht "paranoid" und bilde mir irgendwas ein..
    Ich freue mich z.B. total wenn irgendwer "fremdes" mal sagt das es gut aussah oder sowas .. bei meiner RL bin ich nicht so nervös .. die soll mir ja helfen ... natürlich denke ich da auch " was denkt die bloß von mri" aber irgendwie ist es was andres...
    Ich kann sowas halt schweer ausschalten.. egal worums geht ..
    Was soll ich sagen, ich mag dich.
    So ganz allgemein. Weil ich mag wie du tanzt und du tanzt ganz allein.


  8. #8
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Das Problem selber kenne ich nur teilweise. Wenn ich auf dem Platz und vor allem in der Reitstunde reite, dann bin ich so aufs Reiten, aufs Pferd und die RL konzentriert, dass ich kaum mitbekomme, was um mich herum vorgeht. Gut, der Stall könnte jetzt nicht unbedingt abbrennen, aber meistens bemerke ich es nicht einmal, wenn ich Zuschauer habe.
    Wenn ich mich im Gelände unwohl fühle oder unsicher werde, dann atme ich bewusst ganz tief ein und aus, versuche mich auf meine Sitz zu konzentrieren, mich gerade hinzusetzen, die Beine lang zu machen etc. Wenn das nicht reicht, dann singe ich.
    Ansonsten habe ich mich bis jetzt aber eigentlich nicht mit mentalem Training beschäftigt. Da war einfach das Bedürfnis nicht da.
    Erwartest du Berge, dann sind es nur Maulwurfshügel

    Besucht mich doch mal auf meiner HP: http://auftrab.com/members/kayuko und hinterlasst einen Gruss im Gästebuch.

  9. #9
    Moderator Avatar von Gisa
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    hallo,
    ich habe auch einige Bücher extra deswegen gelesen, um mit einer positiveb Einstellung aufs Pferd zu gehen. So daß man bevor man aufsitzt schon ein bischen lockerer ist. Auch Lieder pfeifen, wenn es mal kritisch wird, kann wunderbar helfen. Zur Zeit lese ich ganz interessiert in dem Buch;gymnastik für Reiter" Verlag FN. Auch da findet man immer ein paar gute Tips für sich selber. Meine Devise, so wie ich hier sie auch immer vertrete, jede Richtung hat ihre guteen Punkte, die man für sich und sein Pferd miteinfüge kann.
    Gruß Gisa
    Oma ist wieder daaa

  10. #10
    Moderator Avatar von Kicki
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    AW: Mental-Training für Reiter!?

    Jessi, das ist ein echt tolles Thema!

    Ich denke auch ganz oft über das Mentale beim Reiten nach. Dazu ist Billy wohl der Auslöser, weil ich durch seine Sensibilität gelernt habe, mit meinem "Geist" anders umzugehen.
    Du kennst das ja auch. Bei mir war das führer oft so, dass ich vor dem Rechtsgalopp dachte "Oh Gott, springt er richtig an? Wird er spannig?..." und dann waren Hopfen und Malz verloren. Billy hatte den Braten gerochen und war unsicher über meine Unsicherheit. Es geschah, was ich befürchtet hatte^^ ...
    Daraus habe ich gelernt. Zwar steht in meinem Bücherregal auch ein Buch über mentales Training, aber das habe ich bisher nur bis Seite 14 oder so gelesen, bevor es wieder ins Regal gewandert ist. Stattdessen habe ich darüber nachgedacht, ob und wie man ein Pferd mit dem Geist reiten könnte, und habe es ausprobiert.
    Jetzt, wo ich meine Gedanken in den meisten Fällen gut "steuern" und "verstärken" kann, ist die Leichtigkeit im Reiten wesentlich größer als früher. Nicht selten denke ich nur an irgendeine Bahnfigur und schwups - Billy biegt ab ("Durch die Länge der Bahn könnte ich mal wieder... Huch, was macht der denn da?"). Das klingt unglaubwürdig oder schirr übertrieben, aber das ist es nicht. Klar, ich hab die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen und ich weiß auch nicht, warum und wodurch das funktioniert, aber es funktioniert. nicht immer, aber immer öfter. Das ist mein Ziel...

    Über das Thema könnte ich stundenlang weiter philosophieren
    Das Schwierigste an der Arbeit mit dem Pferd ist die Arbeit an sich selbst

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