Ein Pferd bei uns im Stall ist ein echter Pechvogel.
Immer wenn es Wehwehchen oder Krankheiten zu verteilen gibt, schreit er sofort *hier*.
Im Moment steht das Pferd schon seit kurz vor Weihnachten wegen andauernder Probleme mit den Hufen.
Anfangs hat sich das Pferd am Huf angehauen, dann kam ein Hufgeschwür, dann noch eins, dann hat er sich wieder irgendwo angehauen, dann stand er ewig mit Hufverband rum und war wechselnd stark lahm.
Ein guter Hufschmied hat in der Zeit die Behandlung des Pferdes übernommen und einen Spezialbeschlag durchgeführt, was dem Pferd nachhaltig zu Besserung verhalf.
Ich muss dazu sagen, dass das Pferd nicht unbedingt "gepflegt" vom Vorbesitzer im Sommer zu uns auf die Anlage kam. Die Hufe waren auch da schon leicht problematisch.
Hufe wie Klodeckel, 7er Eisen vorne, ungünstige Hufform, eher schlechte Hornqualität, an allen Hufen mehr oder weniger krasse Hornspalten und Horndeformierungen und dazu das Pferd noch so "tollpatschig"...
Also hat sich der Schmied auch schon auf langsame, langwierige, nachhaltige Korrektur eingerichtet und die Besitzerin hat auch gut mitgespielt. Soweit so gut...
Nun war das Pferd schon wieder dabei leicht antrainiert zu werden, da kam gestern dann noch das "Sahnehäubchen". Pferd wurde in der Halle leicht bewegt, plötzlich beginnt einer der eigentlich weniger problematischen Hornspalten massiv zu bluten, Pferd stockelahm. Nach einiger Zeit der Huf natürlich auch wieder extrem heiß.
Hufschmied und Fachtierarzt zusammen getrommelt... Problem ausgehend von diesem blutenden Kronrandhornspalt...
Wiki sagt dazu detailliert:
Kronrandspalten
Dass solche Spalten auch am Kronrand zuerst auftreten können zeigt, dass meist nicht eine Verletzung oder eine Beschädigung die Ursache für Hornspalten ist, sondern Spannungen in der Hufwand, denen sie nicht gewachsen ist. Häufig bluten Hornspalten am Kronrand, weil die gegeneinander arbeitenden getrennten Bereiche die Kronlederhaut verletzen. Horn ist totes Material. Einmal durchtrennt, kann die Hornwand nicht wieder zusammenwachsen. Deshalb wird auf Dauer aus einer unbehandelten Kronrandspalte immer eine durchlaufende Hornspalte werden.
Krankheitsverlauf und mögliche Folgen:
Da die Ursache die Spannungen einer deformierten Hufwand sind, die an der Stelle einer hohen lokalen Belastung gerissen und dadurch zusätzlich geschwächt ist, wird sich dieser Defekt selten von allein reparieren. In wenig dramatischen Fällen bleibt der Riss einfach stehen, bzw. reißt entgegen dem Hornwachstum immer bis an die gleiche Stelle auf. Wird der Riss breiter oder entsteht er im oder erreicht er den Kronrand, so dass die Lederhaut verletzt ist und zu bluten beginnt, besteht akuter Handlungsbedarf. Dadurch dass die Hufwand sich ständig bewegt, kann diese Verletzung nur schlecht oder auch gar nicht verheilen. Entstehen Narben in der Kronlederhaut, dann wird an dieser Stelle immer eine Schwachstelle in der Hufwand verbleiben, oder die Hufwand bleibt an dieser Stelle dauerhaft gespalten. Unheilbare Schmerzen und Lahmheit sind die Folge, manchmal so stark, dass der Tierarzt die Einschläferung empfiehlt.
Quelle
Ist natürlich jetzt nicht gerade toll.
Weder die Diagnose noch die Prognose, denn das Pferd hat ja nicht nur einen Hornspalt...
TA und Schmied haben dann beraten und das Pferd ähnlich diesem Beschlag hingestellt, um den Spalt und den Bereich um den Spalt zu entlasten: *klick_Beschlag*
(Beschlag mit G-Eisen und Polsterung. Die Trachte schwebt zur Abheilung und Normalisierung der Hufform)
Die beiden meinen, dass es gar nicht mal so schlecht aussieht, aber die Sache dauert natürlich ewig und das Pferd sollte sich so wenig wie möglich bewegen und man muss hoffen, dass die anderen Spalten Ruhe geben und dass sich das Pferd nicht wieder blöd anhaut, denn dann kann es unter Umständen sehr ungemütlich werden....
Jetzt wollte ich mal fragen, ob jemand von euch schon mal Erfahrungen mit Kronrandspalten gemacht hat? Und wie da die Therapie, Prognose und Verlauf war?


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