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#1 (permalink) |
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aufTrab Guru
Registriert seit: 06.12.2007
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Blutender Kronrandhornspalt
Ein Pferd bei uns im Stall ist ein echter Pechvogel.
Immer wenn es Wehwehchen oder Krankheiten zu verteilen gibt, schreit er sofort *hier*. Im Moment steht das Pferd schon seit kurz vor Weihnachten wegen andauernder Probleme mit den Hufen. Anfangs hat sich das Pferd am Huf angehauen, dann kam ein Hufgeschwür, dann noch eins, dann hat er sich wieder irgendwo angehauen, dann stand er ewig mit Hufverband rum und war wechselnd stark lahm. Ein guter Hufschmied hat in der Zeit die Behandlung des Pferdes übernommen und einen Spezialbeschlag durchgeführt, was dem Pferd nachhaltig zu Besserung verhalf. Ich muss dazu sagen, dass das Pferd nicht unbedingt "gepflegt" vom Vorbesitzer im Sommer zu uns auf die Anlage kam. Die Hufe waren auch da schon leicht problematisch. Hufe wie Klodeckel, 7er Eisen vorne, ungünstige Hufform, eher schlechte Hornqualität, an allen Hufen mehr oder weniger krasse Hornspalten und Horndeformierungen und dazu das Pferd noch so "tollpatschig"... Also hat sich der Schmied auch schon auf langsame, langwierige, nachhaltige Korrektur eingerichtet und die Besitzerin hat auch gut mitgespielt. Soweit so gut... Nun war das Pferd schon wieder dabei leicht antrainiert zu werden, da kam gestern dann noch das "Sahnehäubchen". Pferd wurde in der Halle leicht bewegt, plötzlich beginnt einer der eigentlich weniger problematischen Hornspalten massiv zu bluten, Pferd stockelahm. Nach einiger Zeit der Huf natürlich auch wieder extrem heiß. Hufschmied und Fachtierarzt zusammen getrommelt... Problem ausgehend von diesem blutenden Kronrandhornspalt... Wiki sagt dazu detailliert: Kronrandspalten Dass solche Spalten auch am Kronrand zuerst auftreten können zeigt, dass meist nicht eine Verletzung oder eine Beschädigung die Ursache für Hornspalten ist, sondern Spannungen in der Hufwand, denen sie nicht gewachsen ist. Häufig bluten Hornspalten am Kronrand, weil die gegeneinander arbeitenden getrennten Bereiche die Kronlederhaut verletzen. Horn ist totes Material. Einmal durchtrennt, kann die Hornwand nicht wieder zusammenwachsen. Deshalb wird auf Dauer aus einer unbehandelten Kronrandspalte immer eine durchlaufende Hornspalte werden. Krankheitsverlauf und mögliche Folgen: Da die Ursache die Spannungen einer deformierten Hufwand sind, die an der Stelle einer hohen lokalen Belastung gerissen und dadurch zusätzlich geschwächt ist, wird sich dieser Defekt selten von allein reparieren. In wenig dramatischen Fällen bleibt der Riss einfach stehen, bzw. reißt entgegen dem Hornwachstum immer bis an die gleiche Stelle auf. Wird der Riss breiter oder entsteht er im oder erreicht er den Kronrand, so dass die Lederhaut verletzt ist und zu bluten beginnt, besteht akuter Handlungsbedarf. Dadurch dass die Hufwand sich ständig bewegt, kann diese Verletzung nur schlecht oder auch gar nicht verheilen. Entstehen Narben in der Kronlederhaut, dann wird an dieser Stelle immer eine Schwachstelle in der Hufwand verbleiben, oder die Hufwand bleibt an dieser Stelle dauerhaft gespalten. Unheilbare Schmerzen und Lahmheit sind die Folge, manchmal so stark, dass der Tierarzt die Einschläferung empfiehlt. Quelle Ist natürlich jetzt nicht gerade toll. Weder die Diagnose noch die Prognose, denn das Pferd hat ja nicht nur einen Hornspalt... TA und Schmied haben dann beraten und das Pferd ähnlich diesem Beschlag hingestellt, um den Spalt und den Bereich um den Spalt zu entlasten: *klick_Beschlag* (Beschlag mit G-Eisen und Polsterung. Die Trachte schwebt zur Abheilung und Normalisierung der Hufform) Die beiden meinen, dass es gar nicht mal so schlecht aussieht, aber die Sache dauert natürlich ewig und das Pferd sollte sich so wenig wie möglich bewegen und man muss hoffen, dass die anderen Spalten Ruhe geben und dass sich das Pferd nicht wieder blöd anhaut, denn dann kann es unter Umständen sehr ungemütlich werden.... Jetzt wollte ich mal fragen, ob jemand von euch schon mal Erfahrungen mit Kronrandspalten gemacht hat? Und wie da die Therapie, Prognose und Verlauf war?
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![]() Geändert von Skydancer (27.01.2010 um 11:54 Uhr). |
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#2 (permalink) |
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aufTrab Stammgast
Registriert seit: 27.10.2009
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Wir haben im Stall einen Kerle mit einem Kronrandhornspalt. Er war monatelang dauerlahm bis überhaupt mal die Ursache gefunden wurde.
Danach ging es aufwärts, als eine gute Hufpflegerin gefunden wurde, die zu allererst die Eisen entfernte (sie meinte, mit Eisen könne sie das nicht korrigieren) und seitdem passend alle 3 Wochen am Huf rumschnipselt und korrigiert. Das ging vor 6 Monaten los, seit 4 Monaten ist der Kerle lahmfrei und nun wächst der Spalt ohne weiteres Einreißen runter. Ob´s damit gegessen ist und der Spalt in einem Jahr weg ist, k. A. muss die Zeit zeigen, aber zumindest geht der Hornspalt nicht mehr bis zum Kronrand hoch, sondern fängt erst ca. 1 cm unter dem Kronrand an. Also wächst brav raus. ![]() |
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#3 (permalink) |
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aufTrab Professor
Registriert seit: 16.12.2007
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Das ist gewiß eine knifflige Angelegenheit.
Beim in Erwägung gezogenen Beschlag hätte ich mit meinem Wissen über Hufwachstum und -Mechanik ein bißchen Bauchschmerzen. Da der Bereich des Spalts zu Entlastungszwecken nicht vom Eisen getragen wird, könnte es dort erneut zu Wachstumsstörungen und Verformungen kommen. Der Huf wächst in Richtung der äußerlichen Unterstützung, deshalb sollte ja z.B. das Eisen an einer steilen Hufwand deutlich überstehen, damit diese abflacht. Möglicherweise ist dies aber auch der einzig gangbare Weg und man muss die Risiken eben in Kauf nehmen, um überhaupt wieder Substanz draufzukriegen und das Pferd halbwegs schmerzfrei zu halten. Generell denke ich auch, dass das eine langwierige Angelegenheit mit viel Stehzeit wird. Je nach Temperament des Pferdes wird man es evtl. mehr oder weniger dauerhaft mit Medikamenten ruhigstellen müssen. Grundsätzlich gilt es ja nicht nur, die akute Geschichte zu behandeln, sondern auch die anderen "Sollbruchstellen". Ob es sinnvoll (und vor allem auch im Sinne des Pferdes) ist, es anzupacken, müssen ohnehin die Experten vor Ort entscheiden. Eine so schwierige Hufsituation habe ich persönlich noch nicht live miterlebt. Ich drücke dem Pferd die Daumen und wünsche der Besitzerin, dass sie die richtige Entscheidung trifft.
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Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts. (Friedrich Hebbel) |
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#4 (permalink) |
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aufTrab Guru
Registriert seit: 06.12.2007
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Danke erstmal für die Antworten.
Das Problem an diesem Spalt ist, dass es nicht nur ein kleines oberflächliches "Risschen" ist, sondern massivst aus dem Leben rauskommt und innen die Huflederhaut eingequetscht hat und das freigelegt werden musste. Deswegen muss durch diesen Beschlag diese Zone entlastet werden. Das Bild ist übringens kein Orginalbild, sondern nur die gleiche "Beschlagsart". Bei dem betroffenen Pferd ist das noch individueller und nicht so hochgepolstert und wie ich finde auch sauberer gearbeitet. Das Pferd wird jetzt min. 1 x wöchentlich vom Schmied und TA betreut, denn es wird immer mal wieder nachgeschnitten werden müssen um die Lederhaut nachhaltig freizulegen und ein richtiges Wachstum sicherzustellen. Derzeit bekommt er Schmerzmittel und Entzündungshemmer und die "Öffung" wird versorgt, weil man da jetzt praktisch in den Huf gucken kann. Nennt mich krank, aber die Eröffnung der Sache war sehr sehr interessant, um einen Einblick (im wahrsten Sinne) in den Hufmechanismus zu kriegen... Ich hoffe aber natürlich auch auf schnelle Besserung. Wobei das Pferd nicht so sehr der Typ ist, der nach langer Stehzeit ruhig gestellt werden muss. Er steht jetzt seit vor Weihnachten mehr oder weniger ganz und ist noch sehr sehr gesittet. Ich sehe den Ursprung der Sache darin, dass das Pferd bevor es zu und in den Stall kam und anfangs auch dort, nie kompetent ausgeschnitten und beschlagen wurde.
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#5 (permalink) | |
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aufTrab Guru
Registriert seit: 06.12.2007
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Zitat:
Soll verhindern, dass der Huf weiter auseinander klafft. (Wie gesagt, ist nur ein Beispielbild bei ähnlicher Problematik)
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Lore (27.01.2010)
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#6 (permalink) | |
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aufTrab Professor
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Zitat:
Leider sind viele Schmiede mit solchen Dingen auch überfordert, wollen das aber nicht zugeben. Wer einen findigen Schmied an der Hand hat, möge diesen also bitte gut festhalten ![]()
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#7 (permalink) |
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aufTrab Guru
Registriert seit: 06.12.2007
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
A) Vorgängerschmied vielleicht nicht "ganz" sooo kompetent
![]() B) Besitzerin vielleicht nicht ganz sooo "umsichtig"... C) Vorbesitzer auch nicht grade besorgt... Weißt du was ich meine.... ![]()
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#8 (permalink) |
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aufTrab Stammgast
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Sky, wäre es Dir möglich, da mal ein Huffoto zu machen, interessiert mich nämlich.
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#9 (permalink) |
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aufTrab Guru
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Muss mal die Besitzerin fragen, aber die Chancen stehen eher schlecht...
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Mirage (27.01.2010)
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#11 (permalink) |
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aufTrab Professor
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Moinsen,
bin grad zufällig wieder über dieses Thema gestolpert und wollte mal nachfragen, wie sich die Sache inzwischen entwickelt hat?
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#12 (permalink) |
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aufTrab Stammgast
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AW: Blutender Kronrandhornspalt
Auch stolper... würde mich ebenfalls interessieren.
Leo hat auch einen Hornspalt. Zum Glück nicht so schlimm und es wächst aus. Der resultierte aus einer Lederhautentzündung, die das Saumband angegriffen hat. Dadurch wuchs der Huf nicht mehr ordentlich nach und es bildete sich ein Spalt. Er war letzten Winter dadurch auch länger lahm, läuft jetzt aber wieder super. Der TA hat es geschafft, die Stelle so zu behandeln, dass das Saumband inzwischen heil ist und der Huf gute 2 - 3 cm. vollständig runter gewachsen ist. Der verbleibende Spalt wird durch einen Spezialbeschlag entlastet (Stegeisen und schwebende Trachte an der betroffenen Seite). Von unten konnte man ohne Eisen ebenfalls "leben" sehen. Ein kleines Polster und eine "Gummimatte" (Ähnlich wie Schneegrips) schützen die betroffene Stelle. Barhuf könnte man nicht vermeiden, dass Schmutzteilchen in den Spalt wandern und sich wieder ein Hufgeschwür bildet, daher haben sich Schmied und TA für einen Beschlag entschieden. Der Spalt wächst raus. Das ganze wird bestimmt noch ein Jahr dauern, aber das Pferd hat keine Schmerzen und läuft wunderbar. Beschlagen wird alle 5 - 6 Wochen unter Aufsicht bzw. mit Beratung des TA, um das ganze regelmäßig im Auge zu behalten.
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Grüße von Nic
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