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Thema: Druse

  1. #1
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    Pfeil Druse

    Guten Morgen!

    Bei uns in der Umgebung ist in einem Stall Druse ausgebrochen.
    Der behandelnde TA hat dann seinen privaten Bestand von 20 Pferden auch noch angesteckt. Natürlich sind jetzt viele Pferdebesitzer verunsichert.

    Ist bei euch in unmittelbarer Umgebung auch schon mal Druse aufgetreten?
    War vielleicht sogar euer Stall / euer Pferd betroffen?
    Wie zeigten sich erste Anzeichen?
    Wie kann man vorbeugen?
    Was fällt euch sonst noch zum Thema Druse ein?
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  2. #2
    aufTrab Guru
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    Beiträge
    2.348

    AW: Druse

    Da Druse hochgradig ansteckend ist und durch Atemluft, Speichel und Nasensekret übertragen wird, sollte erkrankte Pferde sofort isoliert werden.
    Auch während der Inkubationszeit sind Pferde schon Ausscheider, auch wenn noch keine äußerlichen Symptome zu sehen sind. (Es kann bis zu 10 Tagen dauern, bis die Druse von der Ansteckung an zum Ausbruch kommt.)
    Wichtig ist, dass man nach Ende der "Seuche" die Sachen/Gegenstände/Boxen der betroffenen Pferde gründlich desinfiziert.

    Ist bei euch in unmittelbarer Umgebung auch schon mal Druse aufgetreten?
    War vielleicht sogar euer Stall / euer Pferd betroffen?
    Meine ältere Stute hatte 2,5-jährig beim Züchter Druse. Sie hat das mit Antibiose-Behandlung sehr gut weggesteckt und und keine bleibenden Schäden davon getragen. (Es hat aber trotzdem 2 Wochen gedauert!)

    Es ist zwar keine Garantie, dass Pferde die schon Druse hatten nicht noch einmal erkranken, aber meine Stute hat Jahre später, als sie neben einem an Druse erkrankten Pferd stand die Sache ohne erneut zu erkranken überstanden. Die meisten Pferde erkranken nur einmal.
    Damals sind aber auch 2 Pferde im Stall daran gestorben. Beide waren schon älter als 15 Jahre und hatten keine gute Immunabwehr. Bei einem war die Todesursache, dass Lympf-Abszesse im Bauchraum und anderswo sich nach innen eröffnet hatten.

    Wie zeigten sich erste Anzeichen?

    Kann ganz unterschiedlich verlaufen.
    Erste Anzeichen sind meist:
    1. Hochfieberhafte Erkrankung der oberen Atemwege mit Temperaturen von 40° Fieber und höher.
    2. Das Allgemeinbefinden ist stark beeinträchtigt. Die Pferde sind schlapp und sichtlich "krank".
    3. Quälender Husten mit anfänglich ohne, später mit eitrigem Nasenausfluss. (z.T. läuft das raus wie ein Wasserhahn!)
    4. Die Nüstern sind oft mit Sekret verklebt. (Das erschwert das Atmen!)
    5. Es kommt zu Eiteransammlungen in den Lymphknoten des Kopfbereiches. Die Pferde strecken wegen der schmerzhaften Schwellung den Kopf nach vorn und haben Schwierigkeiten beim Schlucken und Atmen.
    6. Starke Schwellungen im Bereich der Ohrspeichendrüse. (Sieht fast aus wie Mumps beim Menschen!)
    7. Schluckbeschwerden, die so schwerwiegend sein können, dass das Pferd beim Trinken nur einen Teil des Wasser aufnehmen kann, während der Rest aus den Nüstern hinausläuft. (Z.T. Stellen die Pferde das Fressen und Trinken durch den Schmerz komplett ein.)

    Es müssen aber nicht alle Anzeichen gleichzeitig gegeben sein.
    Bei "kalter Druse" muss kein Fieber vorherrschen...

    Ein TA muss sofort hinzugezogen werden, und es muss darauf geachtet werden sich nach Kontakt mit erkrankten Pferden erst gründlich zu säubern. Duschen, komplett Kleidung wechseln, etc... Wirklich ganz penibel... Der Erreger kann irre lange überleben.

    Zum Teil kann man gut mit Antibiotika behandeln, manchmal müssen von außen sichtbare Abszesse chriurgisch eröffnet werden. (Achtung: Das Sekrekt hat die höchste Viruslast!!!) Manchmal versuchen Tierärzte mit Zugsalbe die Abszesse im Kopfbereich "reifen" zu lassen, damit sie gut nach Außen aufgehen.

    Es können zum Teil erhebliche Komplikationen auftreten. Z.B. Zuschwellen Luftröhre durch die geschwollenen Lymphknoten. Durchbruch der Abszesse ins Körperinnere, eine Blutvergiftung folgt. Bleibende Lungenschäden, Dämpfigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, etc...

    Werden an Druse erkrankte Tiere nicht ruhig gestellt und gut therapiert, kann die Krankheit metastasieren. Die Erreger verteilen sich über den ganzen Körper, was zu allgemeiner, langanhaltender Schwäche der Tiere führt und das Risiko einer Blutvergiftung erhöht, wenn die Lympfschwellungen im Körperinneren aufbrechen.


    Wie kann man vorbeugen?
    Eigentlich gar nicht. Das ist das Problem. Der Erreger Streptococus equi ist in jeder Stallgasse anzutreffen und für gesunde Pferde nicht schädlich. Ist ein Pferd aber bereits erkrankt, leidet unter einem sehr geschwächten Immunsystem, oder hat es Stress kann sich eine Druse entwickeln.

    Was fällt euch sonst noch zum Thema Druse ein?
    Man kann Druse als Kinderkrankheit bezeichnen, da sie vorwiegend in jungen Jahren (ca. vom Absetzeralter bis zum 5. Lebensjahr) auftritt.
    Jüngere Pferde stecken die Krankheit in der Regel besser weg als ältere Pferde über ca. 10 Jahren.

    Nach dem Abheilen der Abszesse sollte man noch mindestens eine Woche warten, bis man das Pferd wieder mit anderen Pferden in Kontakt bringt. Der TA sollte entscheiden, wann ein Pferd wieder fit ist, an Arbeit ist aber erst 4-8 Wochen nach Ende der Erkrankung zu denken.

    Es wird vermutet, dass Influenzaimpfungen die Druse z.B. eindämmen.

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