Ergebnis 1 bis 27 von 27
  1. #1
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    Hufschutz - sind hier Experten?

    Ich hoffe, hier läuft einer oder mehrere Hufexperten rum, dass ich mal ein paar Denkanstöße haben kann.
    Kurz die Vorgeschichte: Mein Pferd habe ich im Dezember vom Vorbesitzer übernommen, er trug hinten Keile unter den Hufeisen. Tierarzt und Schmied kannten das Pferd vorher nicht und können daher nur vermuten, was die Gründe für die Keile waren. Gelenkerkrankungen liegen definitiv keine vor. Das hat der Tierarzt bei der AKU festgestellt und auch danach ließ ich nochmal die Beine untersuchen. Bekannt ist, dass er mal einen Fesselträgeranriss hatte, der ausgeheilt ist, er aber noch eine Schiefstellung hinten rechts in der Fessel hat. Ob die nun aus der Rückenmuskulatur kommt oder vielleicht Folge einer Schonhaltung bzw. der Verletzung selbst ist, werden wir merken, wenn das Rückentraining so weit gediehen ist, dass wir hier von gleichmäßiger Bemuskelung sprechen können und er sich leichter links biegen lässt.
    Der eigentliche Fall: War es aufgrund der Mangelernährung von Frühjahr 2008 bis Dezember 2008, war es aufgrund der Umstellung in neuen Stall mit neuer Herde auf ausreichendes und ausreichend mineralhaltiges Futter, Zufütterung von Selen, weil der Mangel so groß war, dass schon die Leberwerte aus den Fugen gerieten? Wir können nur raten, warum mein Pferd gleich am Anfang, wo ich ihn umstellte, recht weiches Hufhorn bekommen hat.
    Gleich eine Woche nach dem ersten Schmiedtermin verlor mein Großer ein Eisen, eine Woche später das nächste, dann mal beide. Es hielt nicht, aber die Eisen fielen auch nicht einfach so runter, denn es riss ihm immer was von der weichen Hufwand mit raus. Wir beobachteten, dass er in der Herde einen lieben Kumpel gefunden hatte. Die treten von hinten nah aneinander ran und der hintere legt den Kopf auf den Rücken des vorderen und darf so schlafen. Blöd ist, dass der Kumpel zu nah tritt. Wenn meiner vorne weg geht, steht der Kumpel immer noch auf dem Eisen. So sahen wir direkt beim Verlieren eines Eisens zu. Wir dachten, wir sind besonders schlau und kaufen ihm Hufglocken in einer Größe, die bis runter reicht und das Eisenende überdeckt. Als wir abends in den Stall kommen, steht meiner in der Box, beide Hufglocken hoch gestülpt und beide Eisen weg.
    Daraufhin hat der Schmied festgestellt, an diesen Hufen hält nun kein Beschlag mehr. Ich hab den Tierarzt herbestellt und die Beine gründlich untersuchen lassen. Er darf von den Beinen her ohne Keile laufen und hat sich da auch nichts geholt, obwohl er draußen auf der Koppel bei jedem Rennen dabei ist, longiert und geritten wurde. So, nun haben wir das nächste Problem: Pferd läuft inzwischen auf der Sohle, da der Tragrand immer noch nicht so weit nachgewachsen ist (sind jetzt 6 Wochen, die er barhufig unterwegs ist). Der Tierarzt sagt immer "da muss ein Hufschutz drauf", der Schmied sagt "da hält aber nix und wenn wir ihm nun irgendwas aufnageln oder -kleben, reißt er sich wieder alles weg. Zudem ist es für ihn eine Tortur, mit Eisen zu laufen, wenn er keinen Tragrand hat." Hufschuh scheidet nach Ansicht meines Schmied und eines hiesigen Hufschuhexperten aus, weil die Haupt-Abrieb-Belastung auf der Koppel ist und da ist er täglich mindestens 10 Stunden, ab 1.4. sogar länger. Also müsste er 10 Stunden oder mehr täglich Hufschuh tragen, was beide Huf-Fachleute ablehnen, weil das Fell und Haut in der Fessel so schädigt, dass wir nach wenigen Tagen die nächste Behandlung bräuchten. Die beiden meinen, das beste wäre, er würde sich barhufig durchschlagen, bis wieder ein normales Hufeisen verwendet werden könne. Dieses Eisen sei auch weniger leicht auszuhebeln, weil der hohe Aufbau mit Keilen und Schneegrips eben auch eine gewisse Hebelwirkung auf die Verankerung im Hufhorn mit sich bringt. Bis er im nächsten Winter wieder Grips braucht, ist hoffentlich genug gesundes Horn rausgewachsen.
    Ich gebe Kerabol auf Verordnung vom Tierarzt hin und pinsle mit Keralit, was schon eine Härtung bringt, aber der Tragrand wächst damit halt auch nicht hin. Das blöde ist halt, dass ein Huf, um gesund zu wachsen viel Zeit braucht, ein Schaden aber in kurzer Zeit zugefügt werden kann. Ich hab kein Problem damit, ihn erstmal nur auf dem weichen Hallenboden zu reiten und den relativ abriebstarken Sandplatz erstmal zu meiden, aber für Kandidaten wie ihn wäre laut Auskunft meiner Spezialisten schon die Graskoppel sehr hart und die kann ich ihm nicht nehmen, sonst steht der arme den ganzen Tag in der Box. Reicht schon, dass er zur Zeit mit seinem Verband wegen einer Zehenprellung im Paddock sein muss, während die anderen toben. Die Zehenprellung spielt übrigens grade für uns. In der Zeit, wo er jetzt Verband trägt haben wir keinen Abrieb, sondern nur Wachstum. Aber der Verband soll ja heute, nach einer Woche wieder runter, weil am Montag schon fast alles ausgeheilt war.
    Leider kann ich keine Fotos liefern, weil ich im Stall mit Kamera zwar vorbildlich ausgerüstet bin gegenüber anderen, meine Ladefunktion aber defekt ist und ich daher ohne da stehe. Aber vielleicht könnt Ihr mich ja inzwischen mit neuen Ideen zur Grundproblematik versorgen.

    Vielen Dank schonmal für Eure Gedanken, egal, wieviel sie mir neues bringen, jedes Wort könnte ein Tipp für mich sein!

  2. #2
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Mit Hufschuhen kenne ich mich jetzt leider nicht so aus. Aber du könntest zusäztlich noch ein Kur mit Kieselgur machen, das hilft dem Horn auch schnell und fest zu wachsen und wirkt schneller als z.B. Biotin!
    Das Pulver bekommt man bei Raiffeisen oder anderen Reitsportläden.
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  3. #3
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Puh, das war aber ein langer Text!

    Grundsätzlich lässt sich die Hornqualität nicht so kurzfristig verbessern - das bereits gewachsene Horn ist so, wie es ist. Man kann und sollte aber darauf achten, das nachwachsende Horn zu verbessern.
    Meine Stute bekommt seit ca. 3 Jahren ein sehr gutes Mineralfutter (Hippomix E 5000 von Warneke http://www.hippomix.de/shop/productd...prodnumber=085), seitdem hat sich die Hornqualität erheblich verbessert. Zudem bin ich sehr penibel bei der täglichen Hufpflege und Boxenhygiene, vorbeugend schäume ich die Hufe einmal wöchentlich mit Jodogel ein, um Hornverlust durch Fäulnis o.ä. zu vermeiden.

    Mit Hufschuhen habe ich selber leider auch keine Erfahrung, habe aber schonmal meinen Schmied zu dem Thema mal ein bißchen "ausgefragt". Der Nachteil bei Hufschuhen ist, dass man den Huf permanent nachbearbeiten muss, damit der Schuh immer optimal passt. Es kann also sein, dass du mindestens einmal wöchentlich die Raspel in die Hand nehmen musst.

    Bei schlechter Hornqualität würde ich ausserdem von Klebeschuhen abraten. Der Kleber kann das Horn angreifen und die vorhandene Substanz brüchig machen.

    Ich denke, so wie ihr das momentan handhabt, ist es schon okay. Man muss jetzt einfach Geduld haben. Ich drücke die Daumen, dass ihr das in den Griff kriegt!
    Geändert von Lore (19.03.2009 um 18:53 Uhr)
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  4. #4
    Moderator Avatar von urmeli
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Wenn man bedenkt, dass ein Huf 9 bis 12 Monate braucht um einmal durchzuwachsen liegt die Ursache der Probleme also schon länger zurück. Ebenso lange dauert es bis gesundes Horn nachgewachsen ist. Ich habe 1,5 Jahre gebraucht, damit mein Pferd nunmehr seit über 7 Jahren super Hufe ( lt. Schmied) hat. ( weiße Hufe und Friese) Er bekommt bei mir immernoch Biotin flüssig! und ich habe immer auf saubere Hufe und trockenen Stall geachtet. Wichtig ist auch die Feuchtigkeitsversorgung.....Morgentau ist das Beste für Hufe, sagt mein Schmied.
    Da das Horn wo die Hufnägel eingeschlagen werden "tot" ist kann man da auch nicht viel machen.
    Ich rate Dir, dass Pferd weniger durch reiten zu bewegen um den Abrieb zu minimieren. Ist in " Kerabol" schon Biotin enthalten? Wenn nicht würde ich es zugeben.


    @Lore
    Bewirkt Jodogel nicht auch ein Austrocknen des eh schon schlechten Hornes?
    Dann würde ich davon abraten.

    LG urmeli

    Ach ja, in vielen Mineralzusatzfuttern ist zwar Biotin enthalten, aber zu wenig. Mein TA hat mir damals absolut zu Biotin Flüssig geraten. Heute bekommt er nur noch die halbe Dosierung und wenn er auf der fetten Weide steht 6 - 8 Wochen gar keins.
    Geändert von urmeli (19.03.2009 um 13:43 Uhr)

  5. #5
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Danke schonmal!

    Laut meiner Fachleute macht Reiten nichts aus, der Boden ist viel interessanter. Ich, meine Reitbeteiligung, sowie mein Freund, der auch mal wieder reiten anfangen möchte, wiegen alle weit weniger als 10% des Pferdes und alle meinen übereinstimmend, dass die 10% den Abrieb nicht spürbar verändern. Der Wallach ist immerhin 1,70 m groß. Daher wurde mir schon empfohlen, dass wir ihn 2-3-mal die Woche reiten, weil das auch für seinen Trainingsplan für Rücken und Sehnen passt. Der Rest der Tage wird eh für Rückentraining an der Longe oder am Führstrick benutzt.
    Extrem schade ist, dass Spazierengehen außerhalb der Anlage wegen der Schotterwege erstmal gestrichen ist.

    Kerabol ist konzentriertes Biotin mit ein bisschen was dazu. Ist eine dieser teuren grauen Flaschen, die die Tierärzte immer mitbringen, wenn Futterzusatz gegeben werden muss. Kieselgur werd ich gleich mal sehen. Kann das irgendwelche Nebenwirkungen haben? Falls nicht, könnt ich es ja seinem Müsli beimengen, falls doch, würd ich es lieber von meinem Tierarzt abstimmen lassen.

    Mein Schmied mag auch nix geklebtes. Er sagt, warten wär immer noch die beste und günstigste Medizin für Probleme, die auf die Hornqualität zurückzuführen sind, sofern das Pferd damit laufen kann und nicht extrem fühlig wird.

    Mit der Hufpflege bin ich absolut pingelig, aber sowohl Tierarzt als auch Schmied waren überrascht, wie gut ich mit den von ihnen empfohlenen Mitteln anfangs eine Fäule in Griff bekommen hab. Bei uns im Stall wird zwar alle zwei Stunden (in den Zeiten, wo die Pferde drin sind, außer zwischen 22.00 und 5.30) gemistet, aber wenn ich komm und seh ein kleines Häufchen, hol ich selbst schnell den Mistboy und nehm das raus. Unser Stall hat auch eine Drainage in den Boxen und ich hab noch nie einen Stall mit 64 Pferden gesehen, wo Fäule grad mal bei einem für eine Woche jährlich ein Thema war. Blöd ist die Matschkoppel, wo die 20 Wallache mehr Mist machen als die Jungs mit ihren Schubkarren weg bringen. Einem gesunden Huf ist das ziemlich egal, aber bei unseren vielfältigen Hufproblemen hab ich da doch etwas Sorge.

    Mein Schmied rät absolut davon ab, die Hufe zu fetten oder zu wässern, sagt, das beste sei Hainzl Salbe (Spezielle Loorbeersalbe, schwer zu bekommen) auf den Kronrand und einmal monatlich auf den restlichen Huf und Keralit, wenn ein Pferd zu weiches Horn hat und sonst nur Natur. Einfach rennen lassen, bei Regen und Trockenheit. Grad Pferde, die hier gezogen wurden, sind an das Klima hier adaptiert. Wenn man das durch Hufe wässern oder fetten künstlich ändert, müsst man auch schnell die Rasse ändern auf eine, die in den Wüsten oder in Sumpfgebieten lebt. Wenn einer, wie meiner zur Zeit, schon auf der Sohle geht, sollte man die teeren, aber wirklich nur in der Zeit, wo er es empfiehlt, denn durch Dauerteeren verschließt man den Huf zu sehr (atmen über die weiße Linie). Da der Huf auch über die Glasurschicht atmet, sollte man nie mehr als nur die Sohle teeren, sonst bleibt gar nichts mehr zum Atmen übrig.

  6. #6
    Lelie
    Gast

    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Hi filou,
    eine schnelle Lösung gibt es bei Hufproblemen leider nie.
    Meine Stute hat auch sehr schlechtes Hufhorn und deshalb füttern wir seit Jahren Hoof Formula zu. Es ist unglaublich, wie gut die Hufe damit geworden sind.
    Außerdem habe ich gute Erfahrungen mit der Hufnährcreme von Masterhorse für den Kronrand gemacht. Die ist nicht so scharf wie reines Lorbeeröl und lässt sich im Gegensatz zu Cornucrescine sehr gut einmassieren.
    Grundsätzlich halte ich nicht viel davon, Pferde mit so problematischer Hornqualität ohne Eisen laufen zu lassen (Hufschuhe gehen ja nicht). Die Gefahr von Hufprellungen und -abszessen ist einfach enorm, wenn das Pferd fast immer auf der Sohle läuft.
    Ich würde dir deshalb raten, nach einer Möglichkeit zu suchen, wie die Eisen besser halten. Mein Schmied hat meiner Stute eine Zeit lang vorne (sie hat sich die Eisen immer selbst abgetreten, geht aber sicher auch hinten) Spezialeisen gemacht, wobei die Schenkelenden, die normalerweise überstehen würden einfach über die Ambosskante ein Stück "um die Ecke" geschmiedet werden. Beim aufgenagelten Eisen steht dann kein flächiges Ende mehr über, sondern der Huf wird quasi eingerahmt. Dadurch ist die Fläche zum Drauftreten sehr viel kleiner und durch ihre höhere Lage auch kaum zu erwischen.
    Sie hat sich diese Eisen nie abgezogen. Wichtig bei dieser Methode ist, dass die Eisen nicht zu eng gemacht werden, weil sie sonst an den Ballen drücken können, was zu Hufprellungen usw. führen kann.
    LG Lelie

  7. #7
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Lelie, ich glaub, diese Nähcreme ist meiner Hainzl Salbe sehr ähnlich. Die wollte ich eh schon mal einer befreundeten Apothekerin zeigen, sie soll mir mal sagen, was das besondere an dem Zeug ist, weil es irre teuer ist. Der Topf kostet 30 Euro, da wird so ein knapper halber Liter drin sein. Normale Loorbeer-Hufsalben kosten nicht mal ein Drittel davon. Vielleicht kann mir die Apothekerin das auch selbst herstellen. Hainzl Salbe ist sehr zäh und ich massiere sie auch immer richtig fest ein.
    Diese Möglichkeit, die Eisen umzuschmieden, erzähle ich mal meinem Schmied. Bis jetzt ist ja zu wenig Hufwand da, um überhaupt mehr als einen Nagel zu setzen, aber wenn es dann wieder geht, könnte es was sein. Ich frag mich auch, warum die Eisen nicht einfach entsprechend gekürzt werden. Schneidewerkzeug hat ja jeder Schmied an Bord.
    Läuft Deine Stute denn jetzt wieder mit normalen Eisen? Wie verhinderst Du denn jetzt, dass die geflogen kommen oder war seinerzeit das Horn so schwach, dass die kleinste Belastung reichte, um ihr die Dinger auszuziehen.

    Ich schreib mir jetzt mal alle empfohlenen Futterzusätze auf und halt die alle meinem Tierarzt heut abend mitsamt Zusammensetzung unter die Nase, was er davon hält, ob wir mal was anderes probieren sollten.

  8. #8
    Lelie
    Gast

    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Zitat Zitat von filou Beitrag anzeigen
    Ich frag mich auch, warum die Eisen nicht einfach entsprechend gekürzt werden. Schneidewerkzeug hat ja jeder Schmied an Bord.
    Läuft Deine Stute denn jetzt wieder mit normalen Eisen? Wie verhinderst Du denn jetzt, dass die geflogen kommen oder war seinerzeit das Horn so schwach, dass die kleinste Belastung reichte, um ihr die Dinger auszuziehen.
    Das Problem ist, man muss die Eisen sehr, sehr kurz machen um den gleichen Effekt zu erreichen. Und dann ist die Auflagefläche für den Huf zu klein und das kann sich negativ auf Sehnen und Gelenke auswirken. Wenn man die Enden aber hochbiegt, kann man die Eisen einen Tick länger lassen, da die Enden eben nach oben stehen und keine "Angriffsfläche" bieten.
    Bei meiner Stute hat sich das Hufhorn wie gesagt mit dem Hoof Formula sehr verbessert. Dann musste ich durch mein Studium Stall und Schmied wechseln. Und mein neuer Schmied meinte, wir sollten es doch mal wieder mit normalen Eisen versuchen und bis jetzt klappt es. Woran genau das jetzt liegt, kann ich nicht sagen. Denn sie hat jetzt wirklich ziemlich normale Eisen.
    LG Lelie

  9. #9
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Zitat Zitat von urmeli Beitrag anzeigen
    @Lore
    Bewirkt Jodogel nicht auch ein Austrocknen des eh schon schlechten Hornes?
    Das konnte ich so nicht beobachten. "Schmierige" Stellen können damit schonend abgetragen werden, ohne dass das gesunde Horn dabei angegriffen wird. Dadurch wird die Oberfläche glatter und fester, jedoch nicht unnatürlich trocken. Aufgrund der sehr dickflüssigen Konsistenz dringt das Jodogel auch nicht tiefer in den Huf ein, sondern verbleibt auf der Oberfläche.
    Gefährlicher finde ich da schon Jodoform-Äther, auch wenn viele darauf schwören.
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  10. #10
    Moderator Avatar von urmeli
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Ich habe Jodoformether auch benutzt. Wenn man es nur an die Kranken Stellen mittels Spritze vorsichtig aufbringt, hilft es enorm.

    LG urmeli

  11. #11
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Hallo

    Da dir sowohl Schmied, als auch TA dazu raten, dein Pferd vorläufig barfuss zu lassen, würde ich mir überlegen, ob es nicht Sinn macht, die Hufe von einem ausgebildeten Hufpfleger anschauen zu lassen.
    Auf *pro-barhuf* und *Huforthopädische Gesellschaft* findest du viele Informationen zum Thema Barhuf, Hufstellung etc. Beide Seiten sind allerdings eher negativ zum Thema Beschlag eingestellt.
    Ich kenne selber ein Pferd, bei dem kein Eisen mehr gehalten hat und das dann zwangsweise auf barhuf umgestellt wurde. Die Anfangszeit war furchtbar. Das ging soweit, dass er freiwillig keinen Schritt mehr aus der Box gemacht hat und sogar auf dem weichen Hallenboden fühlig ging. Später konnte er dann mit Hufschuhen auch im Gelände ganz normal geritten werden. Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu den Besitzern, so dass ich nicht weiss, ob sie ihn wieder haben beschlagen lassen.
    Sowohl vom Wässern wie auch vom Fetten haben mir mein ehemaliger Schmied und meine Hufpflegerin abgeraten. Besser ist es, wenn die Pferde morgens auf die taufeuchte Wiese kommen. Mein Hufschmied hat mir noch explizit gesagt, dass Wässern die Hufe eher austrocknet, da beim Wässern nur die Oberfläche der Hufe nass wird und wenn dann anschliessend die Sonne darauf scheint, zu viel Feuchtigkeit wieder verdunstet.
    Ansonsten wünsche ich dir viel Durchhaltevermögen.
    Erwartest du Berge, dann sind es nur Maulwurfshügel

    Besucht mich doch mal auf meiner HP: http://auftrab.com/members/kayuko und hinterlasst einen Gruss im Gästebuch.

  12. #12
    Moderator
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Es gibt so eine art Kunstharz,womit rausgebrochene Stellen im Huf
    aufgefüllt werden können,anschließend kann das Pferd dann wieder
    beschlagen werden.
    Mit der Zeit kann dann wieder gesundes Hufhorn nachwachsen.

    Hier mal ein beispiel von einem Huftechniker.
    HUFTECHNIK GÜNTHER KOLB ** Fälle

  13. #13
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    30€ für Hainzl?!
    filou da schau doch auch mal im Netz nach!
    Da gibt es günstigere Angebote!
    Leider komme ich da zur Zeit nicht mehr dran, da ein Firmenwechsel stattgefunden hat!
    (bei mir hat es 21.€ gekostet!)
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  14. #14
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Jodoformäther sollte meines Wissens nur für wirklich schlimme Fälle von Fäule eingesetzt werden, zumindest raten das mein Tierarzt und Hufschmied nur, wenn nichts anderes hilft. Sie würden erstmal mit harmloseren Mitteln arbeiten.

    Jodogel kenne ich nicht.

    iesca, das hast Du missverstanden, nicht mein Schmied und mein Tierarzt raten zu barfuß laufen. Mein Tierarzt meint, je früher wieder Hufschutz drauf kommt, desto besser für ihn. Er würde den Schmied lieber für morgen her bestellen als für in ein paar Wochen, sieht aber selbst auch, dass da nichts hält.

    Pferdefreund, ich überleg grade, ob ich den Tierarzt bitten soll, in dem Moment, wo er den Verband wegen der Prellung abnehmen würde, nochmal einen zum "Trockenlegen" drauf zu machen, weil ich mit dem Schmied auch schonmal über's Kitten gesprochen habe, dass er dann sofort Kitt bekommt. Aber so lange der Huf über dem Kitt nicht stabil genug ist, ist die Gefahr zu groß, dass der Kitt wieder weg bricht. Das letzte verlorene Eisen hatte auch schon Kitt und er hat sich Hufwand, angrenzenden Kitt und noch ein bisschen mehr weggebrochen. Daher setze ich eher auf Härtung des eigenen Horns.
    Der von Dir angesprochene Hufexperte wirkt sehr kompetent. Hier habe ich noch nie von jemandem gehört, der so viel Weiterbildung gemacht hat außer einem, der selbst nichts mehr macht, sondern irgendwie bei der IHK in der Schmiedeausbildung mitmischt. Mein Schmied hat ihn als Lehrer gehabt und sagt, von dem hat er wirklich viel gelernt. Den habe ich die Namen von allen hier auffindbaren Huforthopäden und Huftechnikern checken lassen, weil er mir sagte, die Berufsbezeichnungen seien nicht geschützt, es liefen genug herum, die zwei Wochen Hufkurs (eigentlich für Pferdebesitzer angeboten) gemacht hätten und nun damit ihr Geld verdienen würden. Die Namen, die ich finden konnte, waren alle nirgendwo in einer Berufsausbildung. Also lasse ich definitiv die Finger davon. So einen Kurs möcht ich selbst auch mal machen, einfach, um mein Pferd zwischen den Schmiedterminen besser betreuen zu können. Ich würde aber niemals ein Messer selbst in die Hand nehmen, um an der Form was zu ändern, höchstens die Kenntnisse benutzen, um zu wissen, wann ich den Schmied braucht.

    Ich hab übrigens über die Zusätze, Kiselgur etc. mit dem Tierarzt gesprochen und er meinte "wieso, das Kerabol schlägt doch prima an". Tatsächlich war durch den Verband jetzt und damit sauber gehaltenem Huf die Wachstumsfuge gut sichtbar und er hat Recht: Der Huf wächst sehr gut. 1/3 der Zehenlänge ist schon gutes Horn durchgewachsen. Nach dem Gespräch gestern denke ich, das ist einfach ein Geduldsspiel. Wir müssen die Zeit für uns arbeiten lassen und in der Zwischenzeit hoffen, dass er sich nicht gleich wieder was prellt.

    Gwenie, weißt Du eine Quelle im Internet? Ich habe nur in Österreich was gefunden für 22 Euro, aber da kostet der Versand 10 Euro. Hab mir schon vorgenommen, wenn ich im Januar 2010 nach Südtirol zum Skifahren fahre, in Innsbruck bei dem Händler zu halten und dort ein paar Töpfe mitzunehmen, denn Hainzl wird mir bleiben. Die schönsten Hufe, die ich im ganzen Stall kenne, werden alle mit Hainzl gepflegt.

  15. #15
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Aha, noch was auf meiner Liste.
    Ich geb jetzt in Absprache mit meinem Tierarzt das Kerabol weiter, bis wir die akuten Probleme hinter uns haben. Danach ist natürlich zu sehen, ob sein bisheriges Müsli passt oder hier was angepasst werden sollte. Dafür schreibe ich weiterhin Eure Ideen auf, denn ein bisschen teureres Futter ist immer noch wesentlich günstiger als andauernd Schmied und Tierarzt zu Besuch zu haben. Die können ja fast von seinen Hufen alleine leben, hab ich langsam den Eindruck. Nein, so darf man das nun nicht sagen. Beide sind sehr günstig, ihre Arbeit ist wenig bezahlt, denn der Tierarzt verlangt kaum was neben dem benutzten Verbandszeug, der Schmied schon lange nur noch die Materialkosten. Gut, ein paar Prozent werden die davon auch haben, aber der Tierarzt ist mit Wickeln, kontrollieren etc. zu zweit immer eine halbe Stunde bei uns.

  16. #16
    Moderator Avatar von iesca
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Mir ist schon klar, dass du dein Pferd wieder beschlagen möchtest, wenn es wieder geht. Nur bis es soweit ist, dass der Beschlag wieder hält, kann es durchaus seine Zeit dauern. Er soll ja dann auch langfristig wieder halten und nicht so, dass du nach sagen wir mal drei Monaten das ganze Theater wieder von vorne hast.
    Daher kann es meiner Meinung nach durchaus sinnvoll sein, die Zeit, solange er jetzt barfuss laufen muss, entsprechend zu nutzen und z.B. auch die Stellung entsprechend anzuschauen. Das oben erwähnte Pferd hatte durch falschen Beschlag Zwangshufe, was hauptsächlich dann zu den massiven Problemen geführt hat. Bevor sich das nicht verbessert hatte, waren die Hufe u.a. durch die falsche Belastung ständig am Bröckeln.
    Erwartest du Berge, dann sind es nur Maulwurfshügel

    Besucht mich doch mal auf meiner HP: http://auftrab.com/members/kayuko und hinterlasst einen Gruss im Gästebuch.

  17. #17
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    iesca, ich habe Deinen letzten Beitrag schon ganz gelesen, wusste aber nicht, inwieweit ich drauf antworten sollte, deswegen kamst Du vielleicht etwas kurz:

    Die Stellung ist bei ihm in Ordnung, so weit das geht. Er hat aus einer Schonhaltung nach einem Fesselträgeranriss resultierend eine Schiefstellung in einem der Hufe und die bekommt man auch nicht mehr therapiert. Zwanghufe sind etwas anderes, das habe ich schon anderen gezeigt und es könnte nichts geschnitten werden, denn wir wären ja froh, wenn genug hinwachsen würde, dass er damit wenigstens normal laufen könnte. Was soll da jemand machen, egal wer?
    Wie gesagt, die, die ich hier in der Gegend finde an nicht-Schmieden haben keine bessere Ausbildung als die Hälfte meiner Stallkollegen, die aus privatem Interesse einen solchen Kurs ebenfalls gemacht haben. Gut, die sehen mehr und entwickeln daraus Erfahrung. Der IHK-Mann hat mir meinen Schmied empfohlen, weil der eine Zusatzausbildung für Barhufe, eine für moderne Beschlagsformen etc. gemacht hat und vielleicht noch die für Huferkrankungen machen möchte. Daher bleibe ich auch bei ihm, selbst wenn ich bei Anwesenheit andere Experten im Stall gerne mal den schlimmen Huf hochhebe und um einen kurzen Blick drauf bitte, was die machen würden. Und alle bestätigen, dass er eine sehr schöne Hufform hat, nicht einfach den noch oft vorkommenden Zwanghuf, dass aber der Tragrand weg ist und damit einfach null gemacht werden kann.

    Das Problem liegt wirklich nicht in dem, was Du beschreibst, sondern in einer blöden Belastung durch einen Koppelkollegen und gleichzeitig zu weichem Horn. Sobald geschnitten werden könnte, also genug Hufhorn da wäre, irgendetwas an der Stellung zu verändern, könnte definitiv auch wieder beschlagen werden, was mein Tierarzt auch stark propagiert. Das heißt, sobald wieder was gemacht werden kann, sollten wir an den beiden Einflussfaktoren arbeiten, die ihn die Dinger verlieren ließ, also verhindern, dass der andere drauf treten kann (Hufglocken, Eisen hochbiegen... das bespreche ich mit dem Schmied) und zusehen, dass das Horn so viel hält, dass mein Schatz merkt, er kann nicht einfach weglaufen, so lang der andere hinten drauf steht und dem anderen vorher Zeichen gibt, der soll mal runter, damit er weg kann. Bisher scheint er einfach nicht mitbekommen zu haben, dass ihm einer drauf stand, weil er nicht genug Widerstand gespürt hat.

  18. #18
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    So, nun folgt eine neue Episode: Die Prellung ist ausgeheilt, er ging über eine Woche schmerzfrei auf der Koppel und unterm Sattel. Dann durfte er selbst raus laufen, räuberte über sämtliche Bodenbeläge und deren Übergänge und schon war er wieder fühlig. Extrem fühlig. Er wollte schon nicht mehr auftreten auf dem einen Huf, am anderen, dem, der immer noch einen Rest Tragrand hatte, tritt er noch auf, aber harten Boden liebt er auch bei dem nicht.
    Am weichen Boden zeigt er keinerlei Probleme, aber alles harte ist gaaaaanz schlimm. Schon vorher hatte mir mein Tierarzt ein paar Leute genannt, die sich wirklich auf Problemfüße spezialisiert haben und auch noch normalen Beschlag machen, ich soll die mal abtelefonieren. Der erste hätt mir einen Termin in vier Monaten gegeben. Ich fürchte, da wäre dann mein Pferd schon eine Zeit wieder aus einer Hufklinik zurück. Der zweite war nicht zu erreichen, war ja auch Samstag vormittag. Der dritte entpuppte sich als unser Stallschmied, bei dem ganz viele ihre Pferde haben und der schon viele Probleme gelöst hatte. Er meinte, ja, wenn der so mit dem laufen Probleme hätte, müsse man ihm einen Hufschutz drauf machen, er würde sich, wenn er Donnerstag eh da ist, ansehen, was man machen kann. Jetzt kommt meiner am Donnerstag als erstes zur Besichtigung zu ihm, dann soll er mir sagen, was er braucht (Hufschuh, Klebebeschlag oder was weiß ich, das weiß der Spezialist) und ich fahr das dann beim Großhandel holen. Bis er die anderen Pferde durch hat, bin ich wieder mit dem Material da. Dann bekommt mein Süßer Hufschutz. Außerdem würde der Hufprofi noch ein Futter mit Schwefel geben, so weit ich das verstanden hab. Das besprechen wir auch nochmal am Pferd.
    Mein bisheriger Schmied ist zwar super bei Barhuf und Eisenbeschlag, aber ich glaub, mit Krankenbehandlung hat er einfach nicht die Erfahrung, die wir jetzt bräuchten und ich werde jetzt notfalls von Spezialist zu Spezialist gehen und deren Meinungen vergleichen, bis ich mir sicher bin, dass mein Pferdi optimal behandelt wird. Heut hab ich einem verletzten Pferdebesitzer das Hufe auskratzen abgenommen und dabei erst gemerkt, wie weich die eigentlich kerngesunden vorderen Hufe meines Pferds sind - so im Vergleich. Von den hinteren rede ich gar nicht.

    Er weicht inzwischen so aus, weil es ihm unangenehm ist, dass er sich Ansätze von Hufgelenksproblemen holt. Deshalb hat ihn die Tierärztin, die ihn als zweites betreut, gleich in Verband gepackt. Der "Erstbetreuer" ist grade in Urlaub, aber sie kennt eigentlich die ganze Geschichte, war immer dabei.
    Sie meinte, wir sollen uns auf jeden Fall über dieses Jahr noch drauf gefasst machen, dass der Kerl absolute Sonderbehandlung braucht, denn beim Pferd dauert sowas auch deshalb immer so lang, weil man dem schlecht Krücken in die Hand drücken kann und sagen "tritt da mal bitte ein paar Wochen nicht drauf". Sie meinte, wenn sie den Verband wegließe, würde er sich wirklich eine Entzündung holen, per Schonhaltung noch eine nach oben übertragen, bis es zuletzt im Rücken ankommt und wir müssten sogar damit rechnen, dass das eine oder andere bleibende Schäden hinterlässt. Also Pferd in Watte packen und auf Donnerstag warten, jeden Tag eine Stunde Schritt führen in der weichen Halle, die man bei dem Wetter für sich alleine hat.

    Inzwischen hat er also auch die von iesca schon längst vermuteten Fehlstellungen, alleine schon aufgrund von Schonhaltungen.

    Eieiei, ich hoffe, das wird keine never ending story. Werde auf jeden Fall weiter berichten, wie es ihm geht, was für Hufschutz er bekommt, welche Erfahrungen uns der Experte dazu mitgibt und welche Erfahrungen ich mache.

  19. #19
    aufTrab Professor Avatar von Lore
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Au weia, das hört sich ja schlimm an
    Hinsichtlich Hufschutz, da gibt es so Klebeschuhe, die sind quasi nicht nur unten dran, sondern gehen noch aussen die halbe Hufwand entlang nach oben. Ich hab' das mal beim Pferd einer früheren Stallkollegin gesehen, das ist aber wohl recht kostenintensiv, weil man es eben öfter korrigieren muss als im normalen Rhythmus. Generell fürchte ich, dass das wohl nicht ganz billig werden wird, egal was der Schmied da drauf macht.
    Och Mönsch... Ich drück' dir ganz fest die Daumen, dass ihr das wieder hinkriegt!

    Hast du denn die Möglichkeit, davon mal Fotos zu machen und einzustellen? Ich fände es interessant, wenn man mal alle paar Wochen gucken könnte, wie sich das so entwickelt. Hoffe, die Frage ist jetzt nicht allzu dreist
    Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
    (Friedrich Hebbel)

  20. #20
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Von diesen Klebeschuhen hab ich auch schon viel gelesen und auf seiner Seite Fotos davon gesehen. Das scheint mir auch gut. Und kosten soll das ruhig mal. Wichtig ist, dass der Bub wieder normal Pferd sein darf und nicht immer im Paddock-Exil drauf warten muss, paar Runden Schritt zu gehen, beim stehen balanciert etc.

    Ich schau mal, ob meine Kamera demnächst wieder aufersteht.

  21. #21
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    So, nun möcht ich Euch mal wieder mit Neuigkeiten versorgen:

    An besagtem Donnerstag war also ein Schmied im Stall, der auch mit kranken Hufen was anfangen kann. Wir packten den Huf aus, er sah sich den und den linken an und meinte "ach, auf den kriegen wir doch ganz locker ein Eisen drauf. Zwar kein optimales, aber zumindest kann dann der Huf wieder nachwachsen und sobald genug gewachsen ist, korrigieren wir die Stellung". Er war ja schon ganz schief vor lauter nur auf einer Kante belasten, dass er nicht auf die Sohle treten musste.
    Er trägt seit Donnerstag vor zwei Wochen nun auch hinten Eisen, ist damit auf der Koppel, blödelt wie eh und je und verliert die Eisen auch weiterhin nicht. Die Eisen sind ganz dünne kleine, die sehr knapp gehalten und mit ganz dünnen Nägeln aufgenagelt sind. Das Zeug wäre überhaupt nicht belastbar bei dem Brocken von einem Pferd, wenn man damit ins Gelände, auf abrassiven Boden o.ä. ginge, aber erstmal kommt's drauf an, dass der Huf ohne übermäßigen Abrieb wachsen kann, sodass die Schäden behoben werden können. Bei der Koppel hab ich schon Sorgen, aber Tierarzt und Schmied meinten beide, wenn wir nicht bald an Folgeschäden kurieren wollen, müssen wir es versuchen, ihn damit raus zu lassen. Er kommt jetzt etwas später raus als die anderen, dass die schon ausgetobt sind, bis er kommt und ihn wenigstens die anderen nicht animieren, stark zu belasten.
    Zu schneiden gab's halt noch gar nichts, also konnte er nicht gerade gestellt werden. Daher besteht schon die Gefahr, dass er sich, wird er zu viel auf hartem Boden bewegt, eine Arthrose im Hufgelenk holt, oder, wenn er dort einem Schmerz ausweicht, irgendwo weiter oben. Hier hat mein Tierarzt sehr gute Erfahrungen damit, präventiv Hyaluronsäure intravenös zu geben und hat das auch gemacht. Er hat im Patientenkreis einige alte Pferde, die er einmal jährlich spritzt: Keine Nebenwirkungen und keines der alten Pferde, die präventiv gespritzt wurden, hat jemals Arthrose bekommen. Nur reichen die wissenschaftlichen Tests noch nicht aus dazu, dass es sich durchsetzt.

    Um die Gefahr so gering wie möglich zu halten, darf er auf die - zur Zeit glücklicherweise sehr weiche - Koppel, wird in der Halle bewegt und geht keinen Schritt zu viel auf hartem Boden. Das geht - toi, toi, toi - bisher lahmfrei gut. Wenn wir nun noch zwei Wochen rum kriegen, wird mal nachgeraspelt, weil die Eisen zu knapp geschnitten sind (wär für einen gesunden Huf völlig daneben, aber hier ging's akut nur um die Sicherheit, dass die Dinger dran bleiben), nach weiteren zwei Wochen wird erstmals Stellung korrigiert. Das ist dann Mitte Mai.

  22. #22
    aufTrab Guru Avatar von Gwenie
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Dann drücke ich euch weiterhin fest die Daumen dass jetzt alles wieder gut wird!!

    So ein Spezialhufschmied ist doch wieder mal super!!!
    Gruß Gwenie

    www.equiservice.de

  23. #23
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Danke, Gwenie! Daumen drücken hilft sicher. War heut drauf gesessen auf ihm. Bin immer noch krank und musste ihn irgendwie bewegen. Da musste er mich armes krankes Wesen eben tragen. Wir haben ja Erlaubnis vom Tierarzt, seine Bewegung auch mit Reiten zu gestalten.

  24. #24
    Moderator Avatar von Kicki
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Wie du schon geschrieben hast: Das Problem ist, dass es jetzt lange dauern wird bis das Horn nachwächst. Gerade bei Hufen, die sonst beschlagen sind, dauert das länger. Unser Pferd läuft hinten ohne Eisen und durch den Abrieb wächst das Horn auch schneller und gesünder nach

    Die anderen haben schon viele passende Futtermittel etc beschrieben, ich hätte hier noch einen Link mit einer Hufbearbeitungmethode, die vlt für die Übergangszeit hilfreich ist, damit nicht noch mehr passiert.
    Schau mal rein, vlt hilft sie euch Huf
    Das Schwierigste an der Arbeit mit dem Pferd ist die Arbeit an sich selbst

  25. #25
    aufTrab Stammgast Avatar von filou
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    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Also, an irgendeine Methode mach ich mich nicht so gern, wenn nicht grade DER Experte dafür hier in München zuhause ist. Ich stell mein Pferd nicht so gern für Experimente von Leuten, die sich das Wissen angelesen haben, zur Verfügung. Die Methode mag ja noch so gut sein und ich bin auch dafür, dass Pferde mit gutem Horn barfuß laufen, so sie ihre Pflichten damit erfüllen können. Aber zum einen muss die Methode auch dann, wenn sie gut ist, vom echten Profi auf dieser Methode angewandt werden und zum anderen ist nicht jedes Hufhorn geeignet und wird es auch nicht durch barfuß laufen. Mancher Huf wird dadurch besser, das weiß ich schon, mancher aber auch schlechter. Zu meinem Pferd hab ich kürzlich was über Mutter und Großmutter erfahren: Beide mussten wegen Hufproblemen aus dem Sport genommen werden. Damit die Tiere noch eine Aufgabe hatten, hat man sie in der Zucht eingesetzt, wo sie munter ihr katastrophales Horn vererbt haben. Die Aussichten darauf, dass meiner jemals barhuf laufen kann, sind also nicht grad rosig und das würde ich nicht grade im absoluten Krankheitsstadium anfangen. Bei uns am Hof laufen viele barhuf und es kommen dauernd Hufpfleger, Huforthopäden und was es sonst noch gibt, vorbei und ich habe viele davon gefragt. Einhellige Meinung "Nein, nicht bei dem! Das wäre sein Todesurteil!"

    Und, wie gesagt, es halten seit einigen Wochen (Donnerstag werden es 6 Wochen) hinten wieder Eisen. Zwar extrem dünne und der Schmied meint schon, die sind garantiert hin, wenn sie in zwei Wochen runter kommen, weil mein Großer gar nicht zimperlich damit umgeht, aber die sind bombenfest und das Horn wächst kräftig. In der ersten Juniwoche kommt der Schmied und schneidet diese hinteren Hufe erstmal so nach, dass die seitliche Verkippung, die aufgrund von "aua, flächig auftreten tut so weh, ich geh jetzt auf der Kante" entstanden ist, behoben oder zumindest zum Teil weggenommen ist. Wenn er dann wieder eben steht, werden die Stellungsfehler behoben, die der Huf ansonsten noch hat (von der Keiletragerei ist noch einiges an Stellungsfehlern übrig). Das muss halt gaaanz langsam passieren und erst, wenn er nach der Umstellung wieder ein paar Wochen beschwerdefrei lief, können wir anfangen, auf hartem Boden anzutrainieren.

  26. #26
    aufTrab Neuling
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    4

    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    hallo,

    wollte mal in die Runde fragen, ob jemand Hufpfleger (Barhufpflege) in der Umgebung Landshut kennt.

    Im Netz hab ich nichts eindeutiges gefunden.

  27. #27
    aufTrab Mitglied Avatar von Katjana
    Registriert seit
    27.04.2009
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    74

    AW: Hufschutz - sind hier Experten?

    Hallo habe hier einen Link zu einer Liste,musst mal schauen ,ob einer davon in Deiner Nähe ist.Huforthopädie - Über Uns - Deutsche Huforthopädische Gesellschaft e.V.

    Lg Katjana
    Zwei Geister müssen wollen,was zwei Körper können
    ( Zitat Brent Branderup )

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