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Alt 19.03.2009, 12:53   #1 (permalink)
filou
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Hufschutz - sind hier Experten?

Ich hoffe, hier läuft einer oder mehrere Hufexperten rum, dass ich mal ein paar Denkanstöße haben kann.
Kurz die Vorgeschichte: Mein Pferd habe ich im Dezember vom Vorbesitzer übernommen, er trug hinten Keile unter den Hufeisen. Tierarzt und Schmied kannten das Pferd vorher nicht und können daher nur vermuten, was die Gründe für die Keile waren. Gelenkerkrankungen liegen definitiv keine vor. Das hat der Tierarzt bei der AKU festgestellt und auch danach ließ ich nochmal die Beine untersuchen. Bekannt ist, dass er mal einen Fesselträgeranriss hatte, der ausgeheilt ist, er aber noch eine Schiefstellung hinten rechts in der Fessel hat. Ob die nun aus der Rückenmuskulatur kommt oder vielleicht Folge einer Schonhaltung bzw. der Verletzung selbst ist, werden wir merken, wenn das Rückentraining so weit gediehen ist, dass wir hier von gleichmäßiger Bemuskelung sprechen können und er sich leichter links biegen lässt.
Der eigentliche Fall: War es aufgrund der Mangelernährung von Frühjahr 2008 bis Dezember 2008, war es aufgrund der Umstellung in neuen Stall mit neuer Herde auf ausreichendes und ausreichend mineralhaltiges Futter, Zufütterung von Selen, weil der Mangel so groß war, dass schon die Leberwerte aus den Fugen gerieten? Wir können nur raten, warum mein Pferd gleich am Anfang, wo ich ihn umstellte, recht weiches Hufhorn bekommen hat.
Gleich eine Woche nach dem ersten Schmiedtermin verlor mein Großer ein Eisen, eine Woche später das nächste, dann mal beide. Es hielt nicht, aber die Eisen fielen auch nicht einfach so runter, denn es riss ihm immer was von der weichen Hufwand mit raus. Wir beobachteten, dass er in der Herde einen lieben Kumpel gefunden hatte. Die treten von hinten nah aneinander ran und der hintere legt den Kopf auf den Rücken des vorderen und darf so schlafen. Blöd ist, dass der Kumpel zu nah tritt. Wenn meiner vorne weg geht, steht der Kumpel immer noch auf dem Eisen. So sahen wir direkt beim Verlieren eines Eisens zu. Wir dachten, wir sind besonders schlau und kaufen ihm Hufglocken in einer Größe, die bis runter reicht und das Eisenende überdeckt. Als wir abends in den Stall kommen, steht meiner in der Box, beide Hufglocken hoch gestülpt und beide Eisen weg.
Daraufhin hat der Schmied festgestellt, an diesen Hufen hält nun kein Beschlag mehr. Ich hab den Tierarzt herbestellt und die Beine gründlich untersuchen lassen. Er darf von den Beinen her ohne Keile laufen und hat sich da auch nichts geholt, obwohl er draußen auf der Koppel bei jedem Rennen dabei ist, longiert und geritten wurde. So, nun haben wir das nächste Problem: Pferd läuft inzwischen auf der Sohle, da der Tragrand immer noch nicht so weit nachgewachsen ist (sind jetzt 6 Wochen, die er barhufig unterwegs ist). Der Tierarzt sagt immer "da muss ein Hufschutz drauf", der Schmied sagt "da hält aber nix und wenn wir ihm nun irgendwas aufnageln oder -kleben, reißt er sich wieder alles weg. Zudem ist es für ihn eine Tortur, mit Eisen zu laufen, wenn er keinen Tragrand hat." Hufschuh scheidet nach Ansicht meines Schmied und eines hiesigen Hufschuhexperten aus, weil die Haupt-Abrieb-Belastung auf der Koppel ist und da ist er täglich mindestens 10 Stunden, ab 1.4. sogar länger. Also müsste er 10 Stunden oder mehr täglich Hufschuh tragen, was beide Huf-Fachleute ablehnen, weil das Fell und Haut in der Fessel so schädigt, dass wir nach wenigen Tagen die nächste Behandlung bräuchten. Die beiden meinen, das beste wäre, er würde sich barhufig durchschlagen, bis wieder ein normales Hufeisen verwendet werden könne. Dieses Eisen sei auch weniger leicht auszuhebeln, weil der hohe Aufbau mit Keilen und Schneegrips eben auch eine gewisse Hebelwirkung auf die Verankerung im Hufhorn mit sich bringt. Bis er im nächsten Winter wieder Grips braucht, ist hoffentlich genug gesundes Horn rausgewachsen.
Ich gebe Kerabol auf Verordnung vom Tierarzt hin und pinsle mit Keralit, was schon eine Härtung bringt, aber der Tragrand wächst damit halt auch nicht hin. Das blöde ist halt, dass ein Huf, um gesund zu wachsen viel Zeit braucht, ein Schaden aber in kurzer Zeit zugefügt werden kann. Ich hab kein Problem damit, ihn erstmal nur auf dem weichen Hallenboden zu reiten und den relativ abriebstarken Sandplatz erstmal zu meiden, aber für Kandidaten wie ihn wäre laut Auskunft meiner Spezialisten schon die Graskoppel sehr hart und die kann ich ihm nicht nehmen, sonst steht der arme den ganzen Tag in der Box. Reicht schon, dass er zur Zeit mit seinem Verband wegen einer Zehenprellung im Paddock sein muss, während die anderen toben. Die Zehenprellung spielt übrigens grade für uns. In der Zeit, wo er jetzt Verband trägt haben wir keinen Abrieb, sondern nur Wachstum. Aber der Verband soll ja heute, nach einer Woche wieder runter, weil am Montag schon fast alles ausgeheilt war.
Leider kann ich keine Fotos liefern, weil ich im Stall mit Kamera zwar vorbildlich ausgerüstet bin gegenüber anderen, meine Ladefunktion aber defekt ist und ich daher ohne da stehe. Aber vielleicht könnt Ihr mich ja inzwischen mit neuen Ideen zur Grundproblematik versorgen.

Vielen Dank schonmal für Eure Gedanken, egal, wieviel sie mir neues bringen, jedes Wort könnte ein Tipp für mich sein!
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Alt 19.03.2009, 13:09   #2 (permalink)
Gwenie
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Mit Hufschuhen kenne ich mich jetzt leider nicht so aus. Aber du könntest zusäztlich noch ein Kur mit Kieselgur machen, das hilft dem Horn auch schnell und fest zu wachsen und wirkt schneller als z.B. Biotin!
Das Pulver bekommt man bei Raiffeisen oder anderen Reitsportläden.
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Gruß Gwenie

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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 13:31   #3 (permalink)
Lore
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Puh, das war aber ein langer Text!

Grundsätzlich lässt sich die Hornqualität nicht so kurzfristig verbessern - das bereits gewachsene Horn ist so, wie es ist. Man kann und sollte aber darauf achten, das nachwachsende Horn zu verbessern.
Meine Stute bekommt seit ca. 3 Jahren ein sehr gutes Mineralfutter (Hippomix E 5000 von Warneke http://www.hippomix.de/shop/productd...prodnumber=085), seitdem hat sich die Hornqualität erheblich verbessert. Zudem bin ich sehr penibel bei der täglichen Hufpflege und Boxenhygiene, vorbeugend schäume ich die Hufe einmal wöchentlich mit Jodogel ein, um Hornverlust durch Fäulnis o.ä. zu vermeiden.

Mit Hufschuhen habe ich selber leider auch keine Erfahrung, habe aber schonmal meinen Schmied zu dem Thema mal ein bißchen "ausgefragt". Der Nachteil bei Hufschuhen ist, dass man den Huf permanent nachbearbeiten muss, damit der Schuh immer optimal passt. Es kann also sein, dass du mindestens einmal wöchentlich die Raspel in die Hand nehmen musst.

Bei schlechter Hornqualität würde ich ausserdem von Klebeschuhen abraten. Der Kleber kann das Horn angreifen und die vorhandene Substanz brüchig machen.

Ich denke, so wie ihr das momentan handhabt, ist es schon okay. Man muss jetzt einfach Geduld haben. Ich drücke die Daumen, dass ihr das in den Griff kriegt!
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Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
(Friedrich Hebbel)

Geändert von Lore (19.03.2009 um 19:53 Uhr).
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 14:39   #4 (permalink)
urmeli
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Wenn man bedenkt, dass ein Huf 9 bis 12 Monate braucht um einmal durchzuwachsen liegt die Ursache der Probleme also schon länger zurück. Ebenso lange dauert es bis gesundes Horn nachgewachsen ist. Ich habe 1,5 Jahre gebraucht, damit mein Pferd nunmehr seit über 7 Jahren super Hufe ( lt. Schmied) hat. ( weiße Hufe und Friese) Er bekommt bei mir immernoch Biotin flüssig! und ich habe immer auf saubere Hufe und trockenen Stall geachtet. Wichtig ist auch die Feuchtigkeitsversorgung.....Morgentau ist das Beste für Hufe, sagt mein Schmied.
Da das Horn wo die Hufnägel eingeschlagen werden "tot" ist kann man da auch nicht viel machen.
Ich rate Dir, dass Pferd weniger durch reiten zu bewegen um den Abrieb zu minimieren. Ist in " Kerabol" schon Biotin enthalten? Wenn nicht würde ich es zugeben.


@Lore
Bewirkt Jodogel nicht auch ein Austrocknen des eh schon schlechten Hornes?
Dann würde ich davon abraten.

LG urmeli

Ach ja, in vielen Mineralzusatzfuttern ist zwar Biotin enthalten, aber zu wenig. Mein TA hat mir damals absolut zu Biotin Flüssig geraten. Heute bekommt er nur noch die halbe Dosierung und wenn er auf der fetten Weide steht 6 - 8 Wochen gar keins.

Geändert von urmeli (19.03.2009 um 14:43 Uhr).
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 15:00   #5 (permalink)
filou
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Danke schonmal!

Laut meiner Fachleute macht Reiten nichts aus, der Boden ist viel interessanter. Ich, meine Reitbeteiligung, sowie mein Freund, der auch mal wieder reiten anfangen möchte, wiegen alle weit weniger als 10% des Pferdes und alle meinen übereinstimmend, dass die 10% den Abrieb nicht spürbar verändern. Der Wallach ist immerhin 1,70 m groß. Daher wurde mir schon empfohlen, dass wir ihn 2-3-mal die Woche reiten, weil das auch für seinen Trainingsplan für Rücken und Sehnen passt. Der Rest der Tage wird eh für Rückentraining an der Longe oder am Führstrick benutzt.
Extrem schade ist, dass Spazierengehen außerhalb der Anlage wegen der Schotterwege erstmal gestrichen ist.

Kerabol ist konzentriertes Biotin mit ein bisschen was dazu. Ist eine dieser teuren grauen Flaschen, die die Tierärzte immer mitbringen, wenn Futterzusatz gegeben werden muss. Kieselgur werd ich gleich mal sehen. Kann das irgendwelche Nebenwirkungen haben? Falls nicht, könnt ich es ja seinem Müsli beimengen, falls doch, würd ich es lieber von meinem Tierarzt abstimmen lassen.

Mein Schmied mag auch nix geklebtes. Er sagt, warten wär immer noch die beste und günstigste Medizin für Probleme, die auf die Hornqualität zurückzuführen sind, sofern das Pferd damit laufen kann und nicht extrem fühlig wird.

Mit der Hufpflege bin ich absolut pingelig, aber sowohl Tierarzt als auch Schmied waren überrascht, wie gut ich mit den von ihnen empfohlenen Mitteln anfangs eine Fäule in Griff bekommen hab. Bei uns im Stall wird zwar alle zwei Stunden (in den Zeiten, wo die Pferde drin sind, außer zwischen 22.00 und 5.30) gemistet, aber wenn ich komm und seh ein kleines Häufchen, hol ich selbst schnell den Mistboy und nehm das raus. Unser Stall hat auch eine Drainage in den Boxen und ich hab noch nie einen Stall mit 64 Pferden gesehen, wo Fäule grad mal bei einem für eine Woche jährlich ein Thema war. Blöd ist die Matschkoppel, wo die 20 Wallache mehr Mist machen als die Jungs mit ihren Schubkarren weg bringen. Einem gesunden Huf ist das ziemlich egal, aber bei unseren vielfältigen Hufproblemen hab ich da doch etwas Sorge.

Mein Schmied rät absolut davon ab, die Hufe zu fetten oder zu wässern, sagt, das beste sei Hainzl Salbe (Spezielle Loorbeersalbe, schwer zu bekommen) auf den Kronrand und einmal monatlich auf den restlichen Huf und Keralit, wenn ein Pferd zu weiches Horn hat und sonst nur Natur. Einfach rennen lassen, bei Regen und Trockenheit. Grad Pferde, die hier gezogen wurden, sind an das Klima hier adaptiert. Wenn man das durch Hufe wässern oder fetten künstlich ändert, müsst man auch schnell die Rasse ändern auf eine, die in den Wüsten oder in Sumpfgebieten lebt. Wenn einer, wie meiner zur Zeit, schon auf der Sohle geht, sollte man die teeren, aber wirklich nur in der Zeit, wo er es empfiehlt, denn durch Dauerteeren verschließt man den Huf zu sehr (atmen über die weiße Linie). Da der Huf auch über die Glasurschicht atmet, sollte man nie mehr als nur die Sohle teeren, sonst bleibt gar nichts mehr zum Atmen übrig.
filou ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2009, 15:20   #6 (permalink)
Lelie
 


AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Hi filou,
eine schnelle Lösung gibt es bei Hufproblemen leider nie.
Meine Stute hat auch sehr schlechtes Hufhorn und deshalb füttern wir seit Jahren Hoof Formula zu. Es ist unglaublich, wie gut die Hufe damit geworden sind.
Außerdem habe ich gute Erfahrungen mit der Hufnährcreme von Masterhorse für den Kronrand gemacht. Die ist nicht so scharf wie reines Lorbeeröl und lässt sich im Gegensatz zu Cornucrescine sehr gut einmassieren.
Grundsätzlich halte ich nicht viel davon, Pferde mit so problematischer Hornqualität ohne Eisen laufen zu lassen (Hufschuhe gehen ja nicht). Die Gefahr von Hufprellungen und -abszessen ist einfach enorm, wenn das Pferd fast immer auf der Sohle läuft.
Ich würde dir deshalb raten, nach einer Möglichkeit zu suchen, wie die Eisen besser halten. Mein Schmied hat meiner Stute eine Zeit lang vorne (sie hat sich die Eisen immer selbst abgetreten, geht aber sicher auch hinten) Spezialeisen gemacht, wobei die Schenkelenden, die normalerweise überstehen würden einfach über die Ambosskante ein Stück "um die Ecke" geschmiedet werden. Beim aufgenagelten Eisen steht dann kein flächiges Ende mehr über, sondern der Huf wird quasi eingerahmt. Dadurch ist die Fläche zum Drauftreten sehr viel kleiner und durch ihre höhere Lage auch kaum zu erwischen.
Sie hat sich diese Eisen nie abgezogen. Wichtig bei dieser Methode ist, dass die Eisen nicht zu eng gemacht werden, weil sie sonst an den Ballen drücken können, was zu Hufprellungen usw. führen kann.
LG Lelie
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 15:39   #7 (permalink)
filou
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Lelie, ich glaub, diese Nähcreme ist meiner Hainzl Salbe sehr ähnlich. Die wollte ich eh schon mal einer befreundeten Apothekerin zeigen, sie soll mir mal sagen, was das besondere an dem Zeug ist, weil es irre teuer ist. Der Topf kostet 30 Euro, da wird so ein knapper halber Liter drin sein. Normale Loorbeer-Hufsalben kosten nicht mal ein Drittel davon. Vielleicht kann mir die Apothekerin das auch selbst herstellen. Hainzl Salbe ist sehr zäh und ich massiere sie auch immer richtig fest ein.
Diese Möglichkeit, die Eisen umzuschmieden, erzähle ich mal meinem Schmied. Bis jetzt ist ja zu wenig Hufwand da, um überhaupt mehr als einen Nagel zu setzen, aber wenn es dann wieder geht, könnte es was sein. Ich frag mich auch, warum die Eisen nicht einfach entsprechend gekürzt werden. Schneidewerkzeug hat ja jeder Schmied an Bord.
Läuft Deine Stute denn jetzt wieder mit normalen Eisen? Wie verhinderst Du denn jetzt, dass die geflogen kommen oder war seinerzeit das Horn so schwach, dass die kleinste Belastung reichte, um ihr die Dinger auszuziehen.

Ich schreib mir jetzt mal alle empfohlenen Futterzusätze auf und halt die alle meinem Tierarzt heut abend mitsamt Zusammensetzung unter die Nase, was er davon hält, ob wir mal was anderes probieren sollten.
filou ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2009, 18:54   #8 (permalink)
Lelie
 


AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Zitat:
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Ich frag mich auch, warum die Eisen nicht einfach entsprechend gekürzt werden. Schneidewerkzeug hat ja jeder Schmied an Bord.
Läuft Deine Stute denn jetzt wieder mit normalen Eisen? Wie verhinderst Du denn jetzt, dass die geflogen kommen oder war seinerzeit das Horn so schwach, dass die kleinste Belastung reichte, um ihr die Dinger auszuziehen.
Das Problem ist, man muss die Eisen sehr, sehr kurz machen um den gleichen Effekt zu erreichen. Und dann ist die Auflagefläche für den Huf zu klein und das kann sich negativ auf Sehnen und Gelenke auswirken. Wenn man die Enden aber hochbiegt, kann man die Eisen einen Tick länger lassen, da die Enden eben nach oben stehen und keine "Angriffsfläche" bieten.
Bei meiner Stute hat sich das Hufhorn wie gesagt mit dem Hoof Formula sehr verbessert. Dann musste ich durch mein Studium Stall und Schmied wechseln. Und mein neuer Schmied meinte, wir sollten es doch mal wieder mit normalen Eisen versuchen und bis jetzt klappt es. Woran genau das jetzt liegt, kann ich nicht sagen. Denn sie hat jetzt wirklich ziemlich normale Eisen.
LG Lelie
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 20:21   #9 (permalink)
Lore
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Zitat:
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@Lore
Bewirkt Jodogel nicht auch ein Austrocknen des eh schon schlechten Hornes?
Das konnte ich so nicht beobachten. "Schmierige" Stellen können damit schonend abgetragen werden, ohne dass das gesunde Horn dabei angegriffen wird. Dadurch wird die Oberfläche glatter und fester, jedoch nicht unnatürlich trocken. Aufgrund der sehr dickflüssigen Konsistenz dringt das Jodogel auch nicht tiefer in den Huf ein, sondern verbleibt auf der Oberfläche.
Gefährlicher finde ich da schon Jodoform-Äther, auch wenn viele darauf schwören.
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Ich habe Jodoformether auch benutzt. Wenn man es nur an die Kranken Stellen mittels Spritze vorsichtig aufbringt, hilft es enorm.

LG urmeli
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 21:27   #11 (permalink)
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Hallo

Da dir sowohl Schmied, als auch TA dazu raten, dein Pferd vorläufig barfuss zu lassen, würde ich mir überlegen, ob es nicht Sinn macht, die Hufe von einem ausgebildeten Hufpfleger anschauen zu lassen.
Auf *pro-barhuf* und *Huforthopädische Gesellschaft* findest du viele Informationen zum Thema Barhuf, Hufstellung etc. Beide Seiten sind allerdings eher negativ zum Thema Beschlag eingestellt.
Ich kenne selber ein Pferd, bei dem kein Eisen mehr gehalten hat und das dann zwangsweise auf barhuf umgestellt wurde. Die Anfangszeit war furchtbar. Das ging soweit, dass er freiwillig keinen Schritt mehr aus der Box gemacht hat und sogar auf dem weichen Hallenboden fühlig ging. Später konnte er dann mit Hufschuhen auch im Gelände ganz normal geritten werden. Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu den Besitzern, so dass ich nicht weiss, ob sie ihn wieder haben beschlagen lassen.
Sowohl vom Wässern wie auch vom Fetten haben mir mein ehemaliger Schmied und meine Hufpflegerin abgeraten. Besser ist es, wenn die Pferde morgens auf die taufeuchte Wiese kommen. Mein Hufschmied hat mir noch explizit gesagt, dass Wässern die Hufe eher austrocknet, da beim Wässern nur die Oberfläche der Hufe nass wird und wenn dann anschliessend die Sonne darauf scheint, zu viel Feuchtigkeit wieder verdunstet.
Ansonsten wünsche ich dir viel Durchhaltevermögen.
__________________
Erwartest du Berge, dann sind es nur Maulwurfshügel

Besucht mich doch mal auf meiner HP: http://auftrab.com/members/kayuko und hinterlasst einen Gruss im Gästebuch.
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filou (31.03.2009)
Alt 19.03.2009, 22:55   #12 (permalink)
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Es gibt so eine art Kunstharz,womit rausgebrochene Stellen im Huf
aufgefüllt werden können,anschließend kann das Pferd dann wieder
beschlagen werden.
Mit der Zeit kann dann wieder gesundes Hufhorn nachwachsen.

Hier mal ein beispiel von einem Huftechniker.
HUFTECHNIK GÜNTHER KOLB ** Fälle
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filou (31.03.2009)
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30€ für Hainzl?!
filou da schau doch auch mal im Netz nach!
Da gibt es günstigere Angebote!
Leider komme ich da zur Zeit nicht mehr dran, da ein Firmenwechsel stattgefunden hat!
(bei mir hat es 21.€ gekostet!)
__________________
Gruß Gwenie

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filou (31.03.2009)
Alt 20.03.2009, 13:27   #14 (permalink)
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Jodoformäther sollte meines Wissens nur für wirklich schlimme Fälle von Fäule eingesetzt werden, zumindest raten das mein Tierarzt und Hufschmied nur, wenn nichts anderes hilft. Sie würden erstmal mit harmloseren Mitteln arbeiten.

Jodogel kenne ich nicht.

iesca, das hast Du missverstanden, nicht mein Schmied und mein Tierarzt raten zu barfuß laufen. Mein Tierarzt meint, je früher wieder Hufschutz drauf kommt, desto besser für ihn. Er würde den Schmied lieber für morgen her bestellen als für in ein paar Wochen, sieht aber selbst auch, dass da nichts hält.

Pferdefreund, ich überleg grade, ob ich den Tierarzt bitten soll, in dem Moment, wo er den Verband wegen der Prellung abnehmen würde, nochmal einen zum "Trockenlegen" drauf zu machen, weil ich mit dem Schmied auch schonmal über's Kitten gesprochen habe, dass er dann sofort Kitt bekommt. Aber so lange der Huf über dem Kitt nicht stabil genug ist, ist die Gefahr zu groß, dass der Kitt wieder weg bricht. Das letzte verlorene Eisen hatte auch schon Kitt und er hat sich Hufwand, angrenzenden Kitt und noch ein bisschen mehr weggebrochen. Daher setze ich eher auf Härtung des eigenen Horns.
Der von Dir angesprochene Hufexperte wirkt sehr kompetent. Hier habe ich noch nie von jemandem gehört, der so viel Weiterbildung gemacht hat außer einem, der selbst nichts mehr macht, sondern irgendwie bei der IHK in der Schmiedeausbildung mitmischt. Mein Schmied hat ihn als Lehrer gehabt und sagt, von dem hat er wirklich viel gelernt. Den habe ich die Namen von allen hier auffindbaren Huforthopäden und Huftechnikern checken lassen, weil er mir sagte, die Berufsbezeichnungen seien nicht geschützt, es liefen genug herum, die zwei Wochen Hufkurs (eigentlich für Pferdebesitzer angeboten) gemacht hätten und nun damit ihr Geld verdienen würden. Die Namen, die ich finden konnte, waren alle nirgendwo in einer Berufsausbildung. Also lasse ich definitiv die Finger davon. So einen Kurs möcht ich selbst auch mal machen, einfach, um mein Pferd zwischen den Schmiedterminen besser betreuen zu können. Ich würde aber niemals ein Messer selbst in die Hand nehmen, um an der Form was zu ändern, höchstens die Kenntnisse benutzen, um zu wissen, wann ich den Schmied braucht.

Ich hab übrigens über die Zusätze, Kiselgur etc. mit dem Tierarzt gesprochen und er meinte "wieso, das Kerabol schlägt doch prima an". Tatsächlich war durch den Verband jetzt und damit sauber gehaltenem Huf die Wachstumsfuge gut sichtbar und er hat Recht: Der Huf wächst sehr gut. 1/3 der Zehenlänge ist schon gutes Horn durchgewachsen. Nach dem Gespräch gestern denke ich, das ist einfach ein Geduldsspiel. Wir müssen die Zeit für uns arbeiten lassen und in der Zwischenzeit hoffen, dass er sich nicht gleich wieder was prellt.

Gwenie, weißt Du eine Quelle im Internet? Ich habe nur in Österreich was gefunden für 22 Euro, aber da kostet der Versand 10 Euro. Hab mir schon vorgenommen, wenn ich im Januar 2010 nach Südtirol zum Skifahren fahre, in Innsbruck bei dem Händler zu halten und dort ein paar Töpfe mitzunehmen, denn Hainzl wird mir bleiben. Die schönsten Hufe, die ich im ganzen Stall kenne, werden alle mit Hainzl gepflegt.
filou ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.03.2009, 14:29   #15 (permalink)
filou
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AW: Hufschutz - sind hier Experten?

Aha, noch was auf meiner Liste.
Ich geb jetzt in Absprache mit meinem Tierarzt das Kerabol weiter, bis wir die akuten Probleme hinter uns haben. Danach ist natürlich zu sehen, ob sein bisheriges Müsli passt oder hier was angepasst werden sollte. Dafür schreibe ich weiterhin Eure Ideen auf, denn ein bisschen teureres Futter ist immer noch wesentlich günstiger als andauernd Schmied und Tierarzt zu Besuch zu haben. Die können ja fast von seinen Hufen alleine leben, hab ich langsam den Eindruck. Nein, so darf man das nun nicht sagen. Beide sind sehr günstig, ihre Arbeit ist wenig bezahlt, denn der Tierarzt verlangt kaum was neben dem benutzten Verbandszeug, der Schmied schon lange nur noch die Materialkosten. Gut, ein paar Prozent werden die davon auch haben, aber der Tierarzt ist mit Wickeln, kontrollieren etc. zu zweit immer eine halbe Stunde bei uns.
filou ist offline   Mit Zitat antworten
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