Das belgische Warmblut ist eine relativ junge Rasse, die im traditionellen Pferdezuchtgebiet Brabant gezüchtet wird. Es werden pro Jahr ca. 4000 bis 5000 Fohlen geboren; um genetische Mängel auszumerzen, werden verstärkt andere Warmblutrassen eingekreuzt, die aus den Nachbarländern entliehen werden. Die Rasse wurde sehr zweckorientiert zum Turniersport gezüchtet, und zwar für den Dressur- und Springsport.

Zu Beginn der fünfziger Jahre kreuzte man erfolgreich die schweren Brabanter, Arbeitspferde für die Landwirtschaft, mit Gelderländern. Das Ziel war ein schweres Reitpferd. Die daraus resultierenden Pferde waren stark und zuverlässig, aber nicht besonders talentiert oder beweglich. Nach etwa zehn Jahren wurde der Gelderländer nicht mehr eingekreuzt, stattdessen bediente man sich des Holsteiners und des Selles Français, die beide besonders klare, taktreine Gänge vererbten. Trotzdem musste man noch Vollblut einkreuzen, um die Bewegungen und die Qualität des belgischen Warmbluts noch zu verbessern. Außerdem wurden erfolgreich Anglo-Araber und holländische Warmblüter eingekreuzt. Das moderne belgische Warmblut ist ein gesundes Pferd mit sehr ausgeglichenem Temperament. Sie trotzen allem Turnierstress und haben schöne Bewegungen.

Sie sind zwischen 1,60m und 1,70m groß, haben einen edlen Kopf, der dem des Vollblüters ähnelt, einen kräftigen Hals, einen tiefen Rumpf, breiten Lenden und eine gut bemuskelten Hinterhand. Die Gliedmaßen sind trocken und gut geformt, die Hufe sind hart und gesund.