Dieser robuste Ponytyp kam im 9. und 10. Jahrhundert auf die Feuerinsel Island, und zwar auf den Langbooten der Wikinger. Die importierten Pferde stammten von den westlichen, schottischen Inseln, Irland und der Insel Man und wurden in Island zu dieser besonderen Rasse zusammen gekreuzt. Seit im tausendsten Jahrhundert ein Zuchtversuch mit orientalischem Blut so fehlgeschlagen war, dass der Pferdebestand über einen langen Zeitraum degenerierte, herrscht seit dem Jahre 930 ein Einfuhrgesetz von Pferden für die gesamte Insel. Auch Islandpferde, die die Insel einmal verlassen haben, dürfen nie mehr zurück kehren. Das Islandpony wurde seit der Zeit der Besiedlung als Fruchtbarkeitssymbol angesehen und als Gottheit verehrt. Bei Opferfesten wurde ein weißes Pferd geschlachtet, in den mittelalterlichen Sagen spielen die Pferde häufig tragende Rollen. Übrigens betrachten die Isländer ihre Tiere als Pferde, trotz des geringen Stockmaßes von höchstens 1, 40m. Normalerweise sind die Tiere sogar eher kleiner, etwa 1,30 bis 1,37m.
Schon früh wurde mit selektiver Zucht begonnen, indem man Hengstkämpfe zur Auslese benutzte. Erst im Jahr 1879 wurde moderne Zucht betrieben, Ziele waren damals - und auch heute - Gangpferde oder bestimmte Farben.
Man unterscheidet beim Islandpferd vier verschiedene Typen. Der erste Typ wurde auf die Arbeit als Pack- oder Zugpferd gezüchtet, der zweite diente als Reitpferd. Beim zweiten Typ wurde besonders auf die Gangvererbung geachtet. Außerdem diente ein Teil der Pferde als Fleischlieferanten. Da es auf der Insel im Winter so kalt ist, dass Rinder draußen nicht überleben können, wurden Pferde gehalten, die Fleisch zur Ernährung ihrer Besitzer lieferten. Der bekannteste Typ ist der Faxafloi, der im Südwesten der Insel gezüchtet wird. Er ähnelt dem Exmoorpony. Inzwischen hat das Islandpferd auch bei uns Fuß gefasst und wird erfolgreich gezüchtet.
Heutzutage wird das Islandpferd für alle möglichen Arbeiten herangezogen, als Zug- oder Packpferd, als Hirtepferd oder Reittier. Manche Pferde leben immer noch halbwild in Herden, bis sie mit ca. fünf Jahren ausgebildet werden. Islandpferde sind dann erst ausgewachsen, dafür haben sie eine sehr lange Lebenserwartung. Sie sind sehr robust und werden kaum zugefüttert, manchmal bekommen sie jedoch den nahrhaften Hering aus den Isländischen Seen.
Der Stolz der Isländer ist die Farbenvielfalt ihrer Pferde. Es gibt fünfzehn Grundfarben und Farbkombinationen, darunter auch Schecken. Es gibt Füchse, Rappen, Schimmel, Braune, Falben, Palominos und Albinos in verschiedenen Schattierungen.
Ein weiteres populäres Merkmal des Isländers ist seine Gangveranlagung. Jedes Islandpferd soll fünf Gänge gehen können - Schritt, Trab, Galopp sowie Tölt und Pass. Häufig gibt es jedoch auch Viergangpferde, die nur entweder Tölt oder Pass gehen können. Sie werden darauf trainiert, damit die jeweilige Gangart taktklar ist und nicht beide etwas verwaschen. Im Sommer finden auf Island Rennen und Turniere statt, auf denen die Pferde ihre Gänge unter Beweis stellen können. Zum Beispiel gibt es Galopprennen über 1500, 800, 400, 350 oder 300m, während Passrennen über 250m gehen. Außerdem gibt es Dressurprüfungen für Viergang- und Fünfgangpferde. Bei letzteren kommt der Tölt hinzu.
Das Islandpferd ist trotz seiner geringen Größe sehr kräftig. Es ist extrem bemuskelt und kann einen ausgewachsenen Mann über lange Strecken in hohem Tempo tragen.
Der Kopf des Islandpferdes ist im Verhältnis zum Körper recht groß und einfach. Der Hals ist gut und relativ kurz, die Schulter gerade. Der Körper ist sehr gut bemuskelt, der Rücken lang, die Brust und der Rumpf tief. Die Hinterhand fällt zwar sehr stark ab, doch ist sie stark und muskulös. Islandpferde treten sehr weit unter - ein Traum für jeden Reiter. Die Gliedmaßen des Isländers sind sehr kräftig mit kurzen Röhrbeinen und guten, starken Sprunggelenken. Die Hufe sind gesund und stark, das Islandpferd ist bekannt für seine Trittsicherheit und Geschicklichkeit auch in schwierigem Gelände.

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