Die Entwicklung des Württembergers begann im 17. Jahrhundert auf dem Gestüt Marbach in Württemberg, einem der ältesten Staatsgestüte Deutschlands. Es wurde 1573 gegründet, damals wurden ausgewählte Marbacher Araber mit bodenständigen Stuten unterschiedlicher Abstammung gepaart. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden die Württemberger in Marbach systematisch gezüchtet. Marbach hat schon immer gute Gebrauchspferde produziert, sie entstanden auf der Basis von spanischen Pferden, über orientalische bis hin zu Kaltblütern. In diesen Pferden waren alle Rasse vereinigt, die Marbach beherbergte. Der Württemberger entstand durch Kreuzungen von verschiedenen Warmblütern mit Arabern, später wurden Andalusier- und Berberstuten und Friesenhengste eingekreuzt. Noch später wurde der Württemberger noch anglo-normannisches Blut zugeführt. Der Hengst Faust stand im Cob-Typ und beeinflusste glücklicherweise den arabischen Charakter des Württembergers nicht. Den größten Einfluss auf die Rasse hatte der Trakehner Julmond, der 1960 nach Marbach kam. Er wurde zu Stammvater der Rasse und gab dem Württemberger viel an Qualität, Proportionen und Vermögen.
Der moderne Württemberger ist ein gut proportioniertes Reitpferd, das nichts mehr von der Stämmigkeit und Schwere des alten Typs hat. Er ist hart und langlebig, ausgeglichen und genügsam. Außerdem besitzt er schwungvolle, freie und energische Gänge, die sehr an seinen Vorfahren, den Araber erinnern.
Der Württemberger hat starke Knochen, ist mit 1,63m mittelgroß.
Er hat einen ansehnlichen Kopf, der zwar nicht die charakteristischen Merkmale des Arabers aufweist, aber trotzdem seine edle Herkunft erkennen lässt. Das Profil ist gerade, die Ohren beweglich, die Augen groß und ausdrucksvoll. Der Hals ist mittellang und muskulös, außerdem anmutig gebogen. Der Widerrist ist ausgeprägt, die Schultern ausreichend schräg, der Rücken mittellang, die Hinterhand gut proportioniert und muskulös. Die Lenden sind breit und gut bemuskelt, die Gliedmaßen sind lang, gut bemuskelt und mit großen, sauberen Gelenken. Die Hufe sind wohl geformt, aber häufig etwas klein und eng.
Der moderne Württemberger ist ein beliebtes Springpferd, er steht ganz im Sportpferdetyp und hat durchaus Vermögen.

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