Rostock (sr) – Bei der Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereiningung (FN) in Rostock stand auch die neue Leistunsprüfungsordnung (LPO) 2008 auf dem Programm. Die LPO, so wie zusätzlich die neue Wettbewerbs-Ordnung (WBO), wurden vorm Verband einstimmig verabschiedet und sind ab 2008 gültig.
Die Veränderungen im Überblick:
A - B - C adé
Die Einteilung der Prüfungen in die Kategorien A, B und C ist abgeschafft. Die Leistungsstufen sind nur noch durch die Klassen E bis S eingeteilt. Aus den Prüfungen der Klasse M, der bisherigen Kategorien A und B, werden die Bezeichnungen M* und M**-Prüfungen. Viele Sonderregelungen werden so zukünftig entfallen.
Neu! Wettbewerbsordnung (WBO)
Alle breitensportliche Wettbewerbe sind in der neuen Wettbewerbs-Ordnung (WBO) geregelt. Rund 50 verschiedene Wettbewerbsvorschläge wie Gelassenheitsprüfung oder Formationsreiten werden in dieser Ordnung zu finden sein. Diese 50 Ideen sind nur als Vorschläge zu verstehen und können von den Veranstaltern kreativ ergänzt oder variiert werden. Damit kann beispielsweise ein Wettbewerb für eine bestimmte Pferderasse, mit einer Reitsportdisziplin und einer anderen Sportart kombiniert werden. Verschiedene Reitweisen können ebenfalls in Wettbewerben kombiniert werden, wie Western oder Dressur.
Ein Beispiel für solch einen Allround-Wettbewerb:
E-Springen, E-Dressur in Kombination mit 500m Freistil Schwimmen und 1.000m Inlineskaten.
Die WBO soll Nennungsschlüsse erleichtern und flexibler machen. So ist demnächst auch eine Nennung via SMS oder formloser E-Mail denkbar.
In den breitensportlichen Wettbewerben der WBO müssen keine Richter eingesetzt werden. Vereinsmitglieder oder andere versierte Personen können diese Aufgabe als Juroren wahrnehmen.
Kleiderordnung der WBO: Helm, vernünftiges Schuhwerk oder Sicherheitsweste sind Pflicht. Die Turnierkleidung in schwarz-weiß ist nicht nötig.
Turnier-Einsteiger
Prüfungen der Klasse E können unter LPO- oder WBO-Bedingungen stattfinden. Bei Durchführung unter LPO-Bedingungen muss der Reiter eine Turnierlizenz vorweisen und die teilnehmenden Pferde als Turnierpferde registriert sein. Damit können Erfolge in der Einsteigerklasse registriert und künftig bei der FN abgerufen werden.
Turniereinsteiger müssen zur Erlangung der Turnierlizens (Aufstieg von der Leistungsklasse 6 in die Leistungsklasse 5) bessere Leistungen zeigen. Bisher reichte eine Note von 5,0. In Zukunft muss es mindestens eine 6,0 sein, beziehungsweise eine Platzierung in der Klasse A. Damit solle das reiterliche Niveau in den Einsteigerklassen E und A angehoben werden, so die FN.
Preisgeld
Die Ausschüttung der Geldpreise wird flexibler. Von der Klasse E bis M können von Platz eins bis vier die Geldpreise in einem bestimmten Prozentsatz ausgeschüttet werden,oder überhaupt kein Geldpreis vorgesehen sein.
Gebisse beim Springen
Zahlreiche Gebisse, die bisher in den Kategorien B und C zulässig waren, dürfen ab 2008 nicht mehr verwendet werden. Darunter das Drei-Ringe-Gebiss oder die Springkandare. In den Klassen E bis L dürfen lediglich gebrochene Trensengebisse und Stangen-Trensengebisse, sowie das gebrochene oder ungebrochene Pelham verwendet werden. Beim Pelham sind folgende Zäumungen erlaubt: Englisches, kombiniertes, mexikanisches Reithalfter sowie der Einsatz eines Kinnriemens oder einer Kinnkette.
Kopfnummern
Schwarze Nummernschilder mit weißen Zahlen sind nicht mehr erlaubt. Zugelassen sind nur noch weiße Schilder mit schwarzen Zahlen.
Neue Prüfungen der LPO
Neu werden Freispringprüfungen für junge Pferde sein. Zusätzlich zu Reitpferdeprüfungen für junge Pferde wird es eine Gewöhnungsprüfung für drei- und vierjährige Pferde oder Ponys geben. Beurteilt werdenbei den jungen Turnierpferde/ - ponys die Kriterien der Ausbildungsskala in der Gewöhnungspase, Takt, innere und äußere Losgelaassenheit, leichte Anlehnung in den drei Grundgangarten sowie der Gesamteindruck als Reitpferd oder Pony inklusive Charakter und Temperament. Das Bewegungspotenzial fließt nicht in die Note ein.
Für Dressurpferde wird es einen Nachwuchs-Grand-Prix für acht- bis zehnjährige Pferde geben. Neu sind auch die Hunterklassen in der LPO: Dies ist eine Kombination aus Stilspringen und Springpferdeprüfung. Vorgesehen sind fünf verschiedene Hunterklassen mit Hindernishöhen zwischen 75 und 115 cm Höhe.
Strafpunkte beim Springen
Wie in internationalen Prüfungen schon gängig, erhält der erste Ungehorsam im Parcours vier und der zweite Ungehorsam acht Strafpunkte.
Organisatorische Veränderungen
Das Schiedsgericht wird abgeschafft, sowie die Einbindung der Turnierärzte ins Regelwerk. Ähnlich wie bei Richtern oder Parcourschefs werden für Turnierärzte bei den Landeskommissionen entsprechende Listen geführt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Veränderungen der LPO 2008 für die Disziplinen Voltigieren und Fahren liegen der Reiter Revue Redaktion noch nicht vor.
Quelle: http://www.reiterrevue.de/442,333/

Zitieren





wenn, dann ist das erst mit der neuen möglich.





Grüße von 