
Zitat von
Lelie
Belohnt ihr eure Pferde aus der Hand?
Ja! Allerdings nehme ich Lecklies nicht nur zur Belohnung, zur Begrüßung und zum Abschied gibts meistens auch eins.
Warum? Warum nicht?
Meine Stute ist enorm verfressen und deshalb reagiert sie super auf Lecklies als Belohnung. Als Ergänzung zur lobenden Stimme oder einem Klopfen oder Streicheln am Hals haben sich Leckerlies für mich bisher immer gut bewährt.
Außerdem kann das Kauen einer Belohnung in Stresssituationen überaus beruhigend auf das Pferd wirken. Da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
Das Leckerlie wenn ich komme oder gehe ist wohl mehr eine Sentimentalität meinerseits. Allerdings war mir das in den Sommern, die Helli Tag und Nacht auf der Weide stand auch sehr nützlich. Denn weil sie wusste, es gibt was, wenn sie kommt, musste ich oft nicht über die ganze Weide latschen...
Wann gibt es eine Belohnung?
Bei der Bodenarbeit, wenn eine Lektion gut gelungen ist.
Beim Reiten nach einer besonders gut gelungenen Lektion oder als kleine Dehnübung. Vorher evtl. mal ein Zuckerstück um sie zum besseren Kauen zu animieren.
Zur Beruhigung und anschließend als Belohnung, wenn der Tierarzt da ist. Manchmal auch beim Schmied.
Oft beim Reinholen vom Paddock/von der Weide oder beim Rausholen aus der Box.
Und wie gesagt zu Begrüßung und Abschied.
Das hört sich jetzt sehr viel an, aber in der Summe halte ich meinen Leckerlieverbrauch eigentlich für recht moderat. Die 3 Kilo, die ich letztes Jahr im April auf der Messe gekauft habe, sind immer noch nicht aufgebraucht.
Wann ist es sinnvoll?
Gerade als Ablenkung beim Tierarzt habe ich sehr gute Erfahrungen mit Leckerlies gemacht, deutlich bessere als mit beruhigendem Gequassel. Deshalb würde ich sie da schon für sehr sinnvoll halten.
Hin und wieder beim Reiten sind sie gut geeignet um ein kurze Unterbrechung reinzubringen und deutlich zu zeigen "das war besonders gut".
Und eben als kleine Bestechung beim Reinholen.
Allerdings finde ich es wichtig, nicht ununterbrochen und ohne Grund Leckerlies ins Pferd zu stopfen, weil sie dann nichts besonderes mehr sind, für das das Pferd eine Leistung erbringen muss.
Außerdem kann man natürlich beim Reiten z.B. nicht nach jedem gelungenen Galoppwechsel o.ä. sofort anhalten und ein Leckerlie ins Maul schieben, dann käme man ja gar nicht mehr zum Reiten.
Klappts mit jedem Pferd(etypen)?
Grundsätzlich denke ich schon, nur das Maß des Erfolges ist doch sehr unterschiedlich. Meine Stute ist unglaublich gefräßig, bei ihr sind Leckerlies als Belohnung, Bestechung und Ablenkung super. Mein Pony war ähnlich.
Die ehemalige Stute meiner Mutter hingegen machte sich fast nichts aus Leckerlies. Da haben andere Belohnungssysteme besser funktioniert.
Und ihr neuer Wallach krabbelt einem ständig in die Taschen, wenn man ihm Leckerlies gibt. Den belohne ich auch lieber anders, damit er sich solche schlechten Manieren nicht angewöhnt.
Ein gewisses Maß an geregelter, unaufdringlicher Gefräßigkeit, das ist denke ich die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Leckerlies aus der Hand.
Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Belohnen aus der Hand gemacht?
Überwiegend gute Erfahrungen. Mag aber auch daran liegen, dass meine Pferde zumeist gut darauf angesprungen sind und einen trotzdem nicht die ganze Zeit anknabbern, auf der Suche nach dem nächsten Leckerlie.
Allerdings will ich nochmal betonen, dass ich Leckerlies lediglich als Ergänzung, nicht als Ersatz, anderer Belohnungsmethoden (Klopfen, Streicheln, Zügel nachgeben, Pause machen...) ansehe.
LG Lelie