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  1. #1
    aufTrab Neuling
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    Problem mit neuem Pferd

    Hallo an Euch,
    vielleicht kann mir jemand einen guten Ratschlag geben und kennt das Problem.

    Ich habe vor etwa 3 Monaten ein Pferd gekauft. Eine zauberhafte Stute, 10 Jahre alt und sie sollte uns als Freizeitpferd im Reitstall stehen.
    Wir haben sie von jemandem gekauft, der uns sagte, er selber hat das Pferd nur im Gelände geritten und dort ist sie unerschrocken und artig.
    Probegeritten sind wir sie in einer Scheune aus Mangel am Reitplatz oder Halle. Dort war sie zwar flott unterwegs und von Reiterhilfen hatte sie keine Ahnung.
    In Absprache mit meiner Reitlehrerin aber waren wir der Überzeugung, das bekommen wir hin.
    Nach der AKU kam der Umzug in unseren Stall. Sie hat sich recht schnell eingelebt und war im Umgang ein Schatz. Sie läßt sich putzen, betüddeln, führen, anbinden und auch wenn sie im recht schmalen Stallgang angebunden ist, kann man problemlos ein anderes Pferd an ihr vorbei führen.
    Dann kam die ,,Arbeit,,
    Schon beim ersten Ritt in der Halle wurde klar, das wir mehr mit ihr üben müssen , als nur die Hilfen zu lernen. Beim aufsteigen steht sie nicht still, aber mit etwas Geduld funktioniert es dann doch. Nun waren an diesem Tag noch einige andere Reiter mit in der Halle und mein Pferd stoppte plötzlich ( das macht sie egal in welcher Gangart) , ging rückwärts auf das andere Pferd zu und schlug aus. von da an, wurde sie nur noch allein erstmal geritten, was auch relativ gut klappte. Zumindest solange, wie man sie ,,machen,, läßt. Sie hat eine recht niedrige Toleranzgrenze wie mir gesagt wurde. Ich hatte von Anfang an das Pferd in Beritt und auch ich bin sie geritten. Nun ist sie bei meiner Bereiterin gestiegen und hat sich wohl zur Seite geschmissen ( ich war nicht dabei und kann also nicht wirklich sagen, woran das lag) .
    Sofort wollte niemand mehr das Pferd reiten und mittlerweile hat sie den Ruf als gefährliches, unberechenbares Pferd weg.
    Momentan ist sie noch in dem Stall und auch wieder in Beritt, doch wir suchen nun einen Offenstall für sie, wo sie und auch wir wieder zur Ruhe kommen und ganz neu anfangen können.
    Ich war sehr verunsichert , ob ich diesem Pferd gewachsen bin, zumal sie ein Familienpferd sein sollte. Auch meine Tochter sollte sie reiten können, ohne das Mama 1000 Tode stirbt. Jeder hat uns von dem Pferd im nachhinein abgeraten, aber wir lieben sie einfach. Wir wollen alles versuchen, um auf einen Nenner zu kommen.
    Unsere jetzige Bereiterin meinte, das wir uns da eine sehr ranghohe Stute gekauft haben, die einfach gelernt hat, auf sich selber aufzupassen. Ab und an werden wir ihr immer zeigen müssen, wer der ,,Chef,, ist .
    Ich habe jetzt vor, das Pferd mit viel Weidegang und vor allem mit Bodenarbeit und viel Zeit das Vertrauen in den Menschen zu geben.
    Na klar hab ich große Zweifel, das wir das hin bekommen, aber verkaufen kann man immer noch . Ich versuche mir Hilfe zu holen, lese mir viel an und versuche mich auf unser Pferd einzulassen. Ich bin kein Profi , aber auch keiner, der ein Tier kauft und wenns nicht gleich funktioniert , dann wieder her geben kann. Sie ist ein Teil unserer Familie geworden ...

    So...ist lang geworden. Habt ihr Ideen, warum meine Kleine so böse auf andere Pferde reagiert und das eigentlich nur, wenn sie geritten wird?
    Leider konnten wir es noch nicht versuchen, sie mit anderen auf die Koppel zu stellen. Bei uns im Stall war keiner bereit, sein Pferd mit meiner auf die Weide zu stellen, weil meine so ,,unberechenbar,, und böse ist ;-(
    Ich hoffe, das wir es im neuen Stall versuchen können .

    Bin ich wirklich so verrückt oder naiv, weil ich mein Stütchen nicht hergeben mag ?

  2. #2
    aufTrab Neuling
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    22.05.2017
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    2

    Beitrag AW: Problem mit neuem Pferd

    Hallo,

    Gründe für ihr Verhalten können total unterschiedlich sein: schlechte Erlebnisse mit anderen Pferden, generell für sie vielleicht ungewohnt, mangelndes Vertrauen in den Reiter etc... Klar ist aber, dass sie eine lausige Grundausbildung erfahren hat. Desensibilisierung und das Reiten mit anderen Pferden um sich herum gehört zur Ausbildung eines jeden Jungpferdes!

    Hier ein paar Lösungsvorschläge:

    Sie braucht dringend Sozialkontakte. Wer sich mit seinen Artgenossen sonst nie richtig "auseinandersetzen" kann, ist generell unausgeglichen.

    Beidseitiges Vertrauen und Abgabe von Verantwortung seitens des Pferdes an den Menschen ist das A und O. Das Pferd muss überzeugt werden, dass es sich der menschlichen Führung vertrauenvoll unterordnen kann und dass das sein Gegebüber auch des Vertrauens würdig ist. Die Aufmerksamkeit des Pferdes muss während der Arbeit immer beim Führenden sein. Ist dies der Fall, gibt das Pferd die Verantwortung ab und kann sich psychisch loslassen. Der Weg zu dieser Losgelassenheit braucht Zeit und Geduld und fängt bei der Bodenarbeit an. Folgt das Pferd vertrauensvoll den Forderungen vom Boden aus, ist es im Sattel einfacher.
    Also: viel Gehorsamkeitstraining in "ernster" Umgebeung (Halle/Platz), spazieren gehen und auch viel longieren und dort sich die Reiterhilfen weitesgehend erarbeiten. Dabei kann sich nach einiger Zeit auch ein Reiter draufsetzten: "doppelte Führung/Sicherheit". Da wäre es gut, wenn jemand mit seinem Pferd immermal wieder vorbei reiten würde. Einfach um zu sehen, wie sie sich verhält. Wenn es ähnlich wie sonst ist, sofort vorwärtsschicken/beschäftigen: Aufmerksamkeit einfordern!! Sie braucht sich nicht darum zu kümmern, was um sie herum passiert, das das der Mensch für die übernimmt.

    Toleranzgrenzen sind nicht unveränderbar, das Pferd "hat" sie nicht einfach. Es ist die Aufgabe des Menschen, diese zu erhöhen, um ein Verlasspferd zu erhalten. Das geht nicht ohne Vertrauen.

    Als nächstes würde ich mich an einen Ostheopathen bzw. Chiropraktiker wenden. Bei der AKU wird zwar ein allgemeiner Check gemacht, jedoch weiß man danach nie, wie es wirklich innen aussieht. Da können sich schmerzhafte Verspannungen oder sogar schon "Verknöcherungen" gebildet haben, die ein Grund für ihre Abwehr beim Reiten sein könnte. Dabei auch nochmal gucken: Passt der Sattel und das Zaumzeug? Ist das Gebiss passend etc..?

    Und ganz wichtig, bei allem: Immer kompetente, professionelle Anleitung dabei haben. Sowas kann schnell schief gehen und bedarf entsprechender Erfahrung. Für jüngere, unerfahrene Reiter ist ein Pferd von einem solchen Kaliber definitiv nichts. Um ein Verlasspferd zu bekommen, braucht man Ausdauer, Zeit und Geduld. Es lohnt sich in jedem Fall und jeder verdient eine zweite Chance. Das ist natürlich jedermans eingene Entscheidung, aber naiv oder verrückt ist man deshalb noch lange nicht.

    Ich hoffe, das alles ist in irgendeiner Weise hilfreich

    Liebe Grüße und viel Erfolg!

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